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 | Bildquelle: © Stadt Eisenach

Beschreibung:
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Leseclub „Eisenacher Leseratten“ gegründet

Die Stadtbibliothek Eisenach und die Freiwilligenagentur in Trägerschaft der Diako Thüringen gemGmbH haben im Mai 2016 einen Leseclub in der Wartburgstadt gegründet. Dieses neue Angebot zur Leseförderung richtet sich an Kinder im Grundschulalter. Möglich wird der Leseclub, der den Namen „Eisenacher Leseratten“ trägt, durch das Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“, das von der Stiftung Lesen unterstützt wird.

Wie generell bei dem Programm „Kultur macht stark“ sollen auch von diesem Projekt ganz besonders Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien profitieren und Ehrenamtliche eingebunden werden. Beides wird mit dem Eisenacher Leseclub erreicht. Für den Leseclub werden Kinder an den Grundschulen „Jakob-Schule“ sowie „Hörselschule“ angesprochen. Eine spezielle Zielgruppe sind dabei Kinder mit Migrationshintergrund, denen auf diese Weise eine außerschulische und besondere Förderung zuteilwerden kann.

Die verschiedenen Gruppen des Eisenacher Leseclubs treffen sich jeweils montags von 10 bis 11 Uhr (Kinder mit Migrationshintergrund), 14 bis 16 Uhr (Klassenstufe 1 und 2) sowie mittwochs 14 bis 16 Uhr (Klassenstufe 3 und 4). An der Hörselschule besteht schon eine Lesegruppe, die sich künftig schrittweise in den Eisenacher Leseclub integrieren wird. Die Schulen haben das Projekt sehr freudig aufgenommen und begrüßen das zusätzliche Angebot zur Lese- und Sprachförderung der Kinder sehr.

Durch die bereits vorhandene enge Zusammenarbeit der Stadtbibliothek mit dem Wartburg-Radio erhalten die Kinder des Eisenacher Leseclubs zudem die Möglichkeit, pro Schulhalbjahr eine Radiosendung mit eigenen Lesetipps zu gestalten. Auch auf der Homepage der Stadtbibliothek, auf der dortigen Kinderseite, sollen sich immer wieder besondere Lesetipps von Kindern für Kinder finden.

Enge Kooperation von Stadtbibliothek und Freiwilligenagentur
Während die Stadtbibliothek die inhaltliche Vorbereitung übernommen hat, kümmerte sich die Freiwilligenagentur in erster Linie um die Gewinnung ehrenamtlicher Kräfte sowie die Bereitstellung der Räume – im Nachbarschaftszentrum in der Goethestraße 10. Sechs feste ehrenamtliche Helferinnen und eine Reservekraft konnten gewonnen werden, mit denen Ehrenamtsvereinbarungen bestehen und die – gemeinsam mit einer Schulsozialarbeiterin aus der Jakobschule – die Gruppen betreuen und die Zusammenkünfte inhaltlich gestalten. Anregungen dazu bekommen die Leseclub-Betreuer durch die Stadtbibliothek, aber auch eigene Ideen können eingebracht werden.

Über die Stiftung Lesen wurden für die gewählte Zielgruppe im Grundschulalter mehr als 300 neue Medien, vor allem Bücher, aber auch CDs, Spiele und Zeitschriften zur Verfügung gestellt. Daneben erhält der Leseclub eine Ausstattung in Form von einem Lesesofa, Sitzkissen und einem Bücherregal, einem iPad sowie einem Radio mit CD-Player und Kopfhörern und vielen Bastelmaterialien zur Beschäftigung der Kinder. Insgesamt haben diese Materialien und Ausstattungsgegenstände einen Wert von etwa 5.000 Euro.

Die Stadtbibliothek hat alle Medien katalogisiert. Sie stehen zunächst bis Ende 2017 – dem geförderten Zeitraum – dem Leseclub zur Verfügung. Sieben engagierte Frauen aus Eisenach und der Umgebung haben sich als Ehrenamtler bereiterklärt, die Leseclub-Termine im Wechsel abzudecken und die Betreuung der Kinder zu übernehmen. Alle gemeinsam werden im Juni mit Heike Apel von der Freiwilligenagentur zu einer von der Stiftung Lesen organisierten und finanzierten Weiterbildung nach Halle/S. fahren. Für ihr Engagement erhalten die ehrenamtlichen Helferinnen zudem eine kleine Aufwandsentschädigung über das Förderprogramm. Daneben werden auch die Schulsozialarbeiterinnen der beiden Grundschulen das Projekt begleiten.

Durch die räumliche Anbindung an das Nachbarschaftszentrum kann der Leseclub auch dem generationenübergreifenden Aspekt gerecht werden. Die Kinder können nach einer gewissen Anfangsphase mit kleinen Beiträgen die im Nachbarschaftszentrum stattfindenden Seniorennachmittage bereichern, indem sie ihre Lieblingsbücher oder -geschichten vorstellen, Gedichte vortragen, ein Lied singen oder eine Geschichte als Stegreifspiel nachvollziehen. Vielleicht entwickeln sich dadurch neue Lesepatenschaften von älteren Eisenachern für das eine oder andere Kind, um den Spaß am Lesen und die Lesefähigkeiten weiter zu entwickeln.

Bundesprogramm fördert Projekt „Leseclubs“
Möglich wird der Leseclub, der den Namen „Eisenacher Leseratten“ trägt, durch das Bundesförderprogramm „Kultur macht stark“. Nachdem die Stadtbibliothek gemeinsam mit Partnern und Ehrenamtlichen bereits zwei Projekte über den Deutschen Bibliotheksverband e.V. im Rahmen dieses Programms gefördert bekam, unterstützt das aktuelle Projekt die Stiftung Lesen. Bis 2017 können auf diese Weise insgesamt 250 Leseclubs in Deutschland neu entstehen und eine Förderung erhalten. In den Leseclubs werden bereits über 7.000 Kinder regelmäßig erreicht, viele davon aus bildungsbenachteiligten Verhältnissen.

Leseclubs sind außerunterrichtliche Lernumgebungen, in denen sich Kinder regelmäßig treffen, um gemeinsam zu lesen, zu spielen und mit verschiedenen Medien kreativ zu sein. Die Stiftung Lesen unterstützt die Leseclubs mit Ausstattungsgegenständen, Medien sowie Weiterbildungen und Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Betreuer.

Es handelt sich bei den Leseclubs um offene Kinder- und Jugendarbeit nach den Prinzipien der Freiwilligkeit, Niedrigschwelligkeit, Bedürfnis-, Lebenswelt- und Alltagsorientierung. Der Leseclub zielt darauf ab, den Spaß der Kinder am Lesen und an Büchern zu fördern, ihnen einen ersten Kontakt mit Bibliotheksstrukturen und somit kostenlosen Zugang zu Texten auch außerhalb des Unterrichts zu ermöglichen. Gerahmt wird der Leseclub durch ein Programm, das neben dem Lesen weitere Aktivitäten umfasst wie Gruppenspiele, Malen, Basteln, Schreiben, Naturerleben usw., meist angepasst an Lesetexte. Zudem schafft der Leseclub eine ungezwungene, gemütliche und mit weiteren Aktivitäten verbundene Leseumgebung, die mit anderen Kindern erlebt wird.

Die Gemeinschaftserfahrung, mit Freundinnen und Freunden zusammen zu lesen und sich die gelesenen Texte zu erzählen, sich gegenseitig vorzulesen und Bücher zu empfehlen, spielt für die Mädchen und Jungen eine sehr positive Rolle. Alles in allem ermöglichen Leseclubs Kindern ein intensives Bucherlebnis, verbunden mit vielen Aktionen, viel Kreativität und somit vielen Erfahrungen.

Foto: Der hauptamtliche Dezernent Ingo Wachtmeister besuchte das Nachbarschaftszentrum in Eisenach, wo sich heute die Kinder des Leseclubs „Eisenacher Leseratten“ zum ersten Mal trafen. Auf dem Foto die lesefreudigen Kinder und Ehrenamtliche des Nachbarschaftszentrums, die die Leseratten zwei Mal in der Woche betreuen.

Andrea T. | | Quelle:

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