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 | Bildquelle: Janina Walter

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Bildquelle: Janina Walter

Wartburgkreis übergibt neue Drehleiter an die Berufsfeuerwehr Eisenach

Eine werksneue Drehleiter hat Landrat Reinhard Krebs gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Katja Wolf an die Berufsfeuerwehr Eisenach übergeben. Um den überörtlichen Brandschutz und die überörtliche Allgemeine Hilfe im nördlichen Wartburgkreis besser abzusichern, hatte der Landkreis bereits 2012 einen Zuwendungsantrag für die Beschaffung einer Drehleiter an den Freistaat Thüringen gestellt. 503.888,44 Euro zahlt der Wartburgkreis für das Fahrzeug der Marke IVECO-Magirus, das Land Thüringen beteiligt sich mit einer Festbetragsfinanzierung in Höhe von 225.000 Euro.
Die Kosten zur Unterhaltung, Wartung und Pflege sowie Unterstellung der Drehleiter trägt die Stadt Eisenach. „Wie das Fahrzeug genutzt wird, ist in einem Vertrag zwischen Stadt und Kreis geregelt“, erklärte Regina Spieß, Leiterin des Ordnungsamtes Wartburgkreis. Die Stadt übernimmt als Stützpunktfeuerwehr des Landkreises die Absicherung des überörtlichen Brandschutzes in einem festgelegten Ausrückegebiet. Dieses Gebiet umfasst einen Großteil des nördlichen Wartburgkreises: die Gemeinden Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Marksuhl, sowie der Verwaltungsgemeinschaften Mihla und Berka Werra. Der Wartburgkreis gewährt darüber hinaus der Berufsfeuerwehr Eisenach, das Fahrzeug auch für örtliche Einsätze in Eisenach zu nutzen, sofern es nicht im Landkreis benötigt wird. Die vorhandene stadteigene Drehleiter wird ebenfalls weiterhin für den örtlichen Brandschutz der Stadt Eisenach genutzt.

Zunächst hatte der Wartburgkreis beabsichtigt, die neue Drehleiter in der Stützpunktfeuerwehr Mihla zu stationieren. Der Kreis hätte auch in diesem Fall die Beschaffungskosten übernommen. Die Gemeinde Mihla, die trotz entsprechender Einstufung im örtlichen Brandschutz selbst keine eigene Drehleiter vorhält, sollte die Kosten zur Haltung des Fahrzeugs tragen und hätte dieses auch für den eigenen Brandschutz einsetzen können. Die Gemeinde Mihla erklärte 2013 jedoch, dass sie nicht bereit sei, die Unterhaltungskosten zu tragen. Daraufhin hat der Wartburgkreis geprüft, wie das vorgesehene Ausrückegebiet anderweitig erreicht und gesichert werden kann. Messfahrten unter einsatznahen Bedingungen haben gezeigt, dass alle im geplanten Gebiet befindlichen Städte und Gemeinden in der geforderten Einsatzzeit auch erreicht werden können, wenn die Drehleiter in Eisenach stationiert ist. Auf der Grundlage des Thüringer Gesetzes über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz ist der Wartburgkreis verpflichtet, die erforderlichen Fahrzeuge und Ausrüstungen zu beschaffen und vorzuhalten, um im Einsatzfall in der vom Gesetzgeber vorgesehenen Frist schnelle und umfassende Hilfe gewährleisten zu können. Drehleitern sind außerdem von sogenannten Stützpunktfeuerwehren vorzuhalten. Die ständig besetzte Feuerwache Eisenach mit einer Ausrückezeit von maximal einer Minute nach Alarmierung kann die Gemeinden im nördlichen Wartburgkreis schnell erreichen und die Sicherheit in diesem Bereich gewährleisten.

Nachdem im vergangenen Sommer der Zuwendungsbescheid des Landes Thüringen an den Landkreis gegangen war, hatte dieser die Beschaffung der Drehleiter europaweit ausgeschrieben. Zwei in Deutschland ansässige Firmen beteiligten sich am Wettbewerb. Nach Auswertung der Angebote stimmte der Kreisausschuss der Vergabe an die Magirus Brandschutz GmbH aus Ulm zu. Ende Juli dieses Jahres wurde die Drehleiter vom Landkreis im Herstellerwerk abgenommen und nach Eisenach überführt. Aktuell weist der Hersteller die künftigen Nutzer der Drehleiter in die moderne Technik ein.
„Das Fahrzeug erfüllt alle technischen Anforderungen unserer Zeit“, erklärten sowohl Kreisbrandinspektor Frank Uehling sowie Brandoberinspektor Jens Claus. Der Rettungskorb kann zum Beispiel 300 Kilogramm Last aufnehmen, die Drehleiter ist auf eine Höhe von 30 Metern ausfahrbar und wird über Joysticks gesteuert. Im Gegensatz zur alten Drehleiter hat die neue einen „Knickarm“ (ein Gelenk sorgt dafür, dass die Leiter nicht nur gerade ausgefahren sondern eben auch geknickt werden kann), erfüllt die Schadstoffklasse Euro 6 und verfügt über eine wesentlich leisere, anwendungsfreundlichere und flexiblere Bedienung. Das macht es auch den Beamten der Berufsfeuerwehr zukünftig bei Einsätzen leichter.
Die neue Drehleiter ist Eigentum des Wartburgkreises. Gut erkennbar ist das am KfZ-Kennzeichen „WAK“. Da die Drehleiter aber in Eisenach stationiert und mit Beamten der Eisenacher Berufsfeuerwehr besetzt ist, sind auch die Eisenacher Beschriftung und das Wappen der Stadt Eisenach am Fahrzeug angebracht.

Technische Daten und sonstige Angaben:
Das Kurzzeichen des neuen Fahrzeuges ist DLA (K) 23-12. DL steht für Drehleiter, das A für Automatik und das K für Korb (Rettungskorb). 23-12 bedeutet 23 Meter Nennrettungshöhe bei 12 Metern Nennausladung. Gebaut wurde das Fahrzeug von der Ulmer Firma IVECO-Magirus. Der Neupreis: 501.693,64 Euro. Leistung: 220 kW bei 2500 Umdrehungen pro Minute. Fahrzeuglänge: 10,04 Meter, Breite: 2,50 Meter, Höhe: 3,30 Meter. Das zugelassene Gesamtgewicht beträgt 16.000 Kilogramm, das Leergewicht 13.920 Kilogramm. Der Rettungskorb kann 300 Kilogramm Last aufnehmen. Die Drehleiter ist bis auf eine Höhe von 30 Metern ausfahrbar. Um das neue Fahrzeug kennenzulernen, haben die Beamten spezielle Schulungen absolviert. Fahren darf so ein großes als LKW eingestuftes Fahrzeug ohnehin nur, wer einen LKW-Führerschein hat. Hinzu kommt ein Lehrgang an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Bad Köstritz (Maschinist DL), der zu bestehen ist. Gemäß Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung gilt eine Drehleiter als LKW mit Sonderregelungen.

Foto: ©Janina Walter

Frank Bode | | Quelle:

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