Eisenach 1151 – 1299

1180 – 1189
In einem Urkundenentwurf, dem das Datum fehlt, welcher aber auf Grund äußerer Umstände auf die Zeit zwischen 1180 und 1189 datiert wird, wird Eisenach erstmals als landgräfliche Civitas genannt; der Name Eisenach (Isenach, Isenaha) leitet sich ab vom Wortstamm „is“, in der Bedeutung, „eilen, schnell fließen, sich heftig bewegen“, damit dürfte der Name Eisenach auf einen schnell strömenden Wasserlauf zurückgehen.

1214
Landgraf Hermann I. stiftet das Katharinenkloster (Zisterzienser-Nonnen), welches westlich dem Georgentor vorgelagert ist.

Wegen der Gründung des Katharinenklosters wird das Hochgericht von der Georgenvorstadt auf den sog. „Galgenberg“ (Goldberg) verlegt.

1215
Einführung der ersten Äbtissin, Imagina von Brabant, sowie der Nonnen im Katharinenkloster.

1216, 23.3.
Landgraf Hermann I. erteilt die Gnade, daß innerhalb Eisenachs nur in der Kirche St. Nikolai Schule gehalten werden darf

1217
Landgraf Hermann I. stirbt und wird unter dem Hohen Altar der Klosterkirche zu St. Katharinen begraben.

1218 
Ludwig IV., Sohn des Hermann I. wird in der Georgenkirche zum Ritter geschlagen.

1221, 2.3.
Papst Honorius III. nimmt Sophia, die verwitwete Gemahlin Hermann I., in seinen Schutz, da sie das Gelübde abgelegt hat, Witwe zu bleiben und bei den Nonnen des Katharinenklosters zu wohnen. Desgleichen übereignet sie dem Kloster ihre Güter, um damit die von ihrem Gemhal Geschädigten entschädigen zu können. Vermählung des Landgrafen Ludwig IV. mit Elisabeth von Ungarn in der Georgenkirche.

1225
Den Franziskanermönchen wird in Eisenach die Michaeliskirche am Pfarrberg überlassen. Auf Anregung der Landgräfin Elisabeth wird an dieser Stelle ein Franziskanerkloster errichtet.

1226
Landgräfin Elisabeth stiftet unterhalb der Wartburg (am heutigen Elisabethplan) ein Hospital, wo sie sich der Armen, Kranken und Aussätzigen widmet.

1227 
Landgraf Ludwig IV. stirbt während eines Kreuzzuges.

1228
Die nunmehr verwitwete Landgräfin Elisabeth verläßt die Wartburg, um nach Marburg zu gehen und dort ihr karitatives Wirken fortzusetzen. Sie stirbt am 19.11.1231 in Marburg. Bereits 1235 wird sie heilig gesprochen.

1235
Landgraf Heinrich Raspe stiftet zu Ehren der heiliggesprochenen Elisabeth von Thüringen das Predigerkloster. In Eisenach lebt der jüdische Dichter Jechielben Jakob – Verfasser synagogaler Gedichte und Klagelieder. Es ist die erste namentliche Erwähnung eines Juden in Eisenach.

1236, 13.4.
Das Predigerkloster wird geweiht.

1238
Die verwitwete Landgräfin Sophie wird im Katharinenkloster an der Seite ihres Gemahls Hermann I. beigesetzt.
Landgraf Heinrich Raspe verschreibt dem Nikolaikloster den „roten Hof“ (Rotenhof)

1239, 4.5.
Landgraf Heinrich Raspe fordert alle Prälaten und Priester seines Landes auf, mit ihm in der Nikolaikirche eine geistliche Brüderschaft zu schließen und an bestimmten Tagen zusammenzukommen, damit jeder dieser Kirche und anwesenden Brüdern nach seinem Vermögen diene.

1240
Heinrich Raspe schenkt den Predigerbrüdern unter Prior Elger von Honstein, die zu Ehren Johannes des Täufers und der Heiligen Elisabeth erbaute Predigerkirche.

1246
Erste urkundliche Erwähnung der Marienkirche am heutigen Frauenplan.
Papst Innocenz IV. erteilt allen 2 Jahre Ablaß, welche künftig am Todestag des noch lebenden Landgrafen Heinrich Raspe und noch 8 Tage nachher an dessen Grabe für seine Seelenheil beten.
Februar – Ladgraf Heinrich Raspe tritt von der kaiserlichen zur kirchlichen Partei innerhalb der Reichsversammlung über.
22.5. – Heinrich Raspe bestätigt der Stadt Eisenach ihre Rechte und Freiheiten. 
Heinrich Raspe wird von der Reichsversammlung zum König ausgerufen.

1247, 16.2
Heinrich Raspe stirbt auf der Wartburg. Sein Leib wird im Katharinenkloster, sein Herz im Predigerkloster beigesetzt. Mit seinem Tod erlischt das Geschlecht der Ludowinger.

1247 – 1264 
Erbfolgekriege um die Hinterlassenschaften der Ludowinger.

1252
Gründung des Zisterzienser-Klosters im Johannistal.

1264
Erbfolgestreitigkeiten zwischen Markgraf Heinrich dem Erlauchten von Meißen (Neffe Heinrich Raspes) und der Herzogin Sophie von Brabant (Tochter der Heiligen Elisabeth), werden mit der Abtrennung Hessens und der Angliederung Thüringens an die Markgrafschaft von Meißen beendet – Eisenach gelangt unter wettinische Herrschaft.

1278, 10.2.
Landgraf Albrecht (der Entartete, Sohn Heinrichs des Erlauchten) bekennt, daß er die Stadt Eisenach mit allem Zubehör von den Äbten und den Konventen zu Fulda und Hersfeld zu Lehen trage.

1283
Landgraf Albrecht verleiht der Stadt Eisenach unter Berufung auf die von den Thüringer Landgrafen bisher verliehenen Rechte, die „Handfesten“ (Stadtrechte). Eisenach wird zugleich als juristischer Oberhof für die Städte des Landgrafschaft bestimmt.

1286
Erste Nennung von magistri consulum (Ratsmeistern) in den ratsfasten (Ratslisten), Landgraf Albrecht verlieh demnach der Stadt das Recht, zwei Bürgermeister zu wählen.

1293
Für Eisenach wird erstmals urkundlich eine gepflasterte Straße („der steinerne Weg“) erwähnt.

1294
Landgraf Albrecht veranlaßt die Umwandlung der Marienkirche in ein Kollegiatsstift der Augustinerchorherren.
Ausbau der Marienkirche zur Stiftskirche.