Eisenach 1300 – 1399

1305
Der Ehrensteig („der ern Stig“) wird erstmals urkundlich erwähnt.

1306/07
Kampf Eisenachs, das Freie Reichsstadt werden will, mit seinem wettinischen Stadtherren. Dies führt zur Zerstörung der Zwingburg „Klemme“ sowie der Wehrtürme der Marienkirche und einer vergeblichen Belagerung der Wartburg.

1308
Eisenach ergibt sich Friedrich dem Freidigen (Sohn Albrechts des Entarteten). Die Eisenacher müssen die von ihnen niedergelegte „Klemme“ und die Türme der Marienkirche wieder aufbauen.

1321
Aufführung des „Spiels von zehn Jungfrauen“ durch die Dominikaner auf der Rolle, dem heutigen Pfarrberg. Landgraf Friedrich der Freidige soll der Aufführung beigewohnt haben.

1330
Mehrere Eisenacher Bürger erhalten von der Abtei Hersfeld Lehen. 

1331
Landgraf Friedrich II. der Ernsthafte und seine Gemahlin Mechthild stiften an der Stelle des Elisabeth-Hospitals ein Franziskanerkloster.

1333 – 1362
Zeitraum der Niederschrift der „Eisenacher Stadtwillküren“.

1333
Kaiser Ludwig der Bayer weilt als Gast seines Schwiegersohnes, Landgraf Friedrich II. des Ernsthaften in Eisenach und auf der Wartburg – ein anderer Aufenthalt Kaiser Ludwigs ist für 1335 beurkundet.

1342 
Ein großer Stadtbrand zerstört fast sämtliche Häuser der Stadt. Im Rathaus am Markt verbrennen die städtischen Urkunden.

1349
Im Eisenacher Predigerkloster treffen sich König Karl IV. und Markgraf Ludwig von Brandenburg. Eine von Italien her kommende Pestepidemie erfaßt auch Eisenach. Die Pest veranlaßt die Eisenacher, sich der hier lebenden Juden zu entledigen – sie werden aus der Stadt vertrieben; Pogrome wie in anderen Städten sind für Eisenach nicht nachgewiesen.

1350 
Eisenach wird von Flaggellanten (Geißlern) heimgesucht.

1373
Nach ihrer Vertreibung im Zuge der grassierenden Pest, kehren Juden wieder nach Eisenach zurück. Sie besiedeln nun die Löbergasse und unterhalten auch einen Versammlungsraum, ein Ritualbad sowie eine Schule.

1375
Landgraf Friedrich III. erteilt den Eisenacher Juden einen Schutzbrief.

1378 
Am Frauenberg gründen aus Erfurt kommende Kartäusermönche ein Kloster. Schon bald beginnen sie mit Rodungen in einem ihnen vor dem Frauentor zugewiesenen Terrain (dem heutigen Kartausgarten).

1380
Für den 28. Sept. ist die Errichtung des Kartäuserklosters beurkundet.

1385
In den Ratsfasten treten erstmals die sog. Vierleute auf, die über die städtischen Finanzen wachen sollen.

1387
Johannes Rothe (gest.1434) wird Priester am Marienstift. Zugleich verewigt er sich in der Eisenacher Stadtgeschichte als Chronist und Verfasser der Eisneacher Rechtsbücher („Kettenbuch“). Diese leider verlorengegangenen Rechtsbücher, bildeten die Grundlage für das im Eisenacher Stadtarchiv noch vorhandene Rechtsbuch des Johannes Purgold (Anfang 16. Jh.). Landgraf Balthasar (1381 – 1406) setzt einen dritten Rat ein, der mit den zwei schon vorher bestehenden Räten jährlich wechselt.
1392 werden wiederum zwei Räte von Landgrafen eingesetzt, deren Zahl sich jedoch von 12 auf 18 Ratsmänner erhöht.

1392
Ein Hochwasser in Eisenach richtet größere Zerstörungen an.

1393
Der „Schwarze Tod“ (die Pest) soll in diesem Jahr 3000 Opfer in Eisenach gefordert haben.

1395 
Ein nicht näher bekannter Eisenacher Dominikanermöch verfaßt die „Chronika Thuringorum“.

1397 
Der seit 1387 aus 18 Ratsmännern bestehende Eisenacher Rat wird wieder auf 12 Ratsmänner beschränkt.