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Aktionstag gegen Rechtsextremismus am 8. Mai

Zahlreiche Kirchgemeinden aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt setzen am 8. Mai mit öffentlichen Friedensgebeten ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus. Dieser Tag ist der Höhepunkt im Aktionsjahr der Föderation Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland (EKM) mit dem Motto „Nächstenliebe verlangt Klarheit. Evangelische Kirche gegen Rechtsextremismus“. Er soll flächendeckend zeigen, dass rechtsextreme und fremdenfeindliche Haltungen in der Kirche keinen Platz haben.
Thematische Anknüpfungspunkte sind das Kriegsende am 8. Mai 1945 sowie der Beginn der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen vor 75 Jahren am 10. Mai 1933.

Dazu EKM-Bildungsdezernent und Projektleiter Christhard Wagner: „Rund eine Million Menschen haben bei der letzten Bundestagswahl rechtsextrem gewählt, es gibt Aufmärsche von Neonazis und Angriffe gegen Mitmenschen.
An Stammtischen und in Wohnzimmern werden Ausländer zu Sündenböcken für Probleme gemacht, für die sie nicht verantwortlich sind. Eindeutige Feindbilder und einfache Antworten verführen oft auch den ,Normalbürger‘. Die Kirche hat dabei festgestellt, dass sie sich selbst ,im Glashaus‘ befindet. Der Aktionstag soll ein deutliches Zeichen für Menschenwürde, Demokratie und Toleranz sein, verbunden mit einer klaren Absage an Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Rassismus und Gewalt.
Die Suche nach den Wurzeln für rechtsextremes Gedankengut soll auch selbstkritisch erfolgen. Opfer von Gewalt sollen unterstützt und falsche Heilsversprechen entlarvt werden.“

Vor oder nach den Friedensgebeten finden in vielen Städten und Gemeinden öffentliche Aktionen statt. Daran beteiligen sich Bürgermeister und Kommunalpolitiker. Auch Schulen, Vereine, Theater und Bündnisse gegen Rechtsextremismus sind eingebunden.

So planen Jugendliche in Erfurt ein Theaterprojekt und bei der Offenen Arbeit findet ein Themenabend „Kirche gegen Rechtsextremismus“ statt.

Zum „Rock gegen Rechts“ mit verschiedenen Bands wird in Meiningen eingeladen. Dazu gibt es internationale Essensangebote, Infostände sowie die Aktion „Blitzlichter gegen Rechtsextremismus“.

Mit einer Demo auf dem Markt starten die Altenburger Christen ihre Aktion. Nach einem Friedensgebet werden zum Begegnungsabend Texte gelesen, die 1933 zum Verbrennen von Büchern geführt hatten.

Der Thüringer Landesbischof Christoph Kähler wird mit Verantwortlichen aus Politik, Schule und Theater an einem Runden Tisch in Rudolstadt teilnehmen. Dort sollen Strategien entwickelt werden, um der alltäglichen Fremdenfeindlichkeit entgegen zu wirken. Zum anschließenden Friedensgottesdienst in der Stadtkirche hält Bischof Kähler die Predigt.
Danach findet ein buntes Programm mit Theater, Konzerten und Begegnungsangeboten statt.

In Artern wird sich an das Friedensgebet an der Gedenkstätte für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ein Schweigemarsch zur Marienkirche anschließen. Danach wird zur Gesprächsrunde mit Politikern eingeladen.

Bei einer meditativen Andacht in der Suhler Kreuzkirche werden Fotos vom Kriegsende im Jahr 1945 gezeigt. Dazu sprechen Jugendliche die Versöhnungsliturgie von Coventry. Um 18 Uhr geht die Aktion in der Fußgängerzone mit einem Theaterstück, Musik und Ansprachen weiter.

Das Friedensgebet in Nordhausen wird von Schülern mit vorbereitet und gestaltet. Im Anschluss wird auf dem Rathausplatz an die Bücherverbrennung mit Musik, Lesungen und einer theatralen Aktion erinnert.

Auf dem Eisenacher Markt veranstaltet das Bündnis gegen Rechts ein buntes Programm. Nach dem Friedensgebet wird zu einer Buchlesung eingeladen.

In Schleusingen überreichen Schüler bei einer Aktion auf dem Markt ihre Collagen und Bilder zum Thema an Gewerbetreibende, die sie öffentlich ausstellen wollen. Danach liest der Thüringer Schriftsteller Landolf Scherzer aus seinem Buch „Die Fremden“ sowie aus Texten von Erich Kästner, dessen Bücher 1933 verbrannt wurden.

Stolpersteine verlegt ein Künstler in Saalfeld. Sie erinnern an die jüdischen Bürger der Stadt, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung geworden waren. Schüler stellen ihre Recherchen zum Thema vor.

In Sömmerda erinnert ein Schweigemarsch mit Blumen und Kerzen an die Opfer des Todesmarsches von jüdischen Zwangsarbeiterinnen aus einer Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald. Danach wird zu einem Kulturprogramm auf dem Markt mit Musik gegen Rechts eingeladen. Hier können Bürger ihre persönlichen Statements zum Thema verlesen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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