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Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus in Erfurt

Evangelische Christen aus Thüringen gehören zu den Organisatoren von Veranstaltungen zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (Holocaust-Gedenktag) am 27. Januar.

So laden der Evangelische Kirchenkreis und das katholische Dekanat Erfurt sowie die Arbeitsgemeinschaft Kirche und Judentum Erfurt am kommenden Sonntag (26. Januar, 17 Uhr, Haus der Versöhnung des Erfurter Augustinerklosters) zum Ökumenischen Gedenkgottesdienst für die Opfer des Nationalsozialismus ein. Rabbiner Konstantin Pal von der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen spricht das jüdische Totengebet Kaddisch. Schülerinnen und Schüler der Edith-Stein-Schule sorgen für musikalische Beiträge. Die Kollekte des Gottesdienstes erhält die israelische Organisation AMCHA für die psychosoziale Hilfe für Holocaust-Überlebende.

Das Bündnis gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus Eisenach, dem viele evangelische Christen angehören, veranstaltet am 27. Januar eine Aktion unter dem Motto „Aktive Erinnerung“: Die Eisenacher sind dazu aufgerufen, eine Menschenkette in der Karlstraße zu bilden. Jeder Beteiligte erhält ein Schild mit dem Namen eines ehemaligen jüdischen Bürgers der Stadt, um als dessen Stellvertreter in der Menschenkette zu stehen. Die Aktion beginnt um 17.30 Uhr am Rathaus, Kerzen sollen mitgebracht werden. „Die beste Versicherung gegen Völkerhass, Totalitarismus, Faschismus und Nationalismus ist und bleibt die lebendige Erinnerung und die aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte“, heißt es in der Ankündigung.

Das maßgeblich von evangelischen Christen getragene Bündnis für Demokratie und Toleranz aus Meiningen organisiert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 28. Januar eine „Jüdische Zeitreise“ mit Dany Bober (19.30 Uhr, Theatermuseum). Im Stil des „Features“ sorgt der Musiker mit unterschiedlichsten Stilelementen wie Liedern, Berichten, Mundartgedichten und talmudischen Weisheiten für einen spannenden und informativen Abend.

Am kommenden Mittwoch (29. Januar, 20 Uhr) wird im Evangelischen Gemeindezentrum „Paul Schneider“ in Weimar zu einer Biblisch-Theologischen Besinnung zum Holocaust-Gedenktag eingeladen. Das Motto: „Das erwählte Volk und die Völker“.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers (KZ) Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee im Jahr 1945. In Deutschland gilt der 27. Januar seit 1996 als bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust wurde dieser Tag von den Vereinten Nationen im Jahr 2005 erklärt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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