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Große Werke der Kirchenmusik zur Passionszeit

Die Passionszeit ist für Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) ein Anlass für zahlreiche Veranstaltungen. Insbesondere in der Karwoche vom Palmsonntag bis Karsamstag (1. bis 7. April) werden große kirchenmusikalische Werke aufgeführt, Passionsandachten und weitere Konzerte finden statt, es wird zum Tischabendmahl und zu Kreuzwegen eingeladen.

Nicht fehlen dürfen dabei „Standard-Werke“ der Kirchenmusik von Johann Sebastian Bach. Gleich fünfmal ist in Thüringen die „Johannespassion“ zu hören: Am Palmsonntag (1. April) in Sonneberg sowie am Karfreitag (6. April) in Rudolstadt, Saalfeld, Gotha und Weimar. Bachs „Matthäuspassion“ steht am 1. April in Erfurt und Weimar sowie am 6. April in Jena auf dem Programm.
In der Eisenacher Georgenkirche wird die „Matthäuspassion“ durch das schottische Ensemble „Dunedin Consort“ unter Leitung von John Butt als Eröffnungskonzert der Thüringer Bachwochen (31. März) aufgeführt.

Aber auch weniger bekannte Werke sind zu hören wie die „Markus-Passion“ von Reinhard Keiser am 31. März in Weida, am 1. April in Gera und am 6. April in Erfurt. Die „Passion nach Johannis“ in Szenen, Gesängen und Musik von Kurt Grahl für Chor und Orgel wird am 6. April in Gera aufgeführt. Das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi wird in Schleusingen (6. April) und in Hildburghausen (5. April) präsentiert. In Arnstadt wird für den Karfreitag das „Stabat Mater“ von J. Rheinberger einstudiert. Kantaten-Gottesdienste gibt es unter anderem in Altenburg, Bad Langensalza und Arnstadt.

Außerdem laden Kirchengemeinden zu einem Kreuzweg ein. Am Karfreitag führt ein Kreuzweg für Kinder durch Erfurt. Kindgerecht wird an sechs Stationen der Leidensweg Jesu bedacht und der Blick auf eigene Lebenssituationen und Erfahrungen gelenkt: Vom sich ausgeliefert fühlen und angeklagt werden, von Verstrickung, Verspottung und dem sich schutzlos fühlen. Außerdem sind hier Kindertage in der Karwoche geplant.

Am 6. April um 11 Uhr beginnt an der Kirche in Seitenroda ein liturgischer Kreuzweg zur Leuchtenburg bei Kahla (Saale-Holzland-Kreis). An sieben Stationen wird dem Leidensweg Jesu Christi bis zu seinem Tod am Kreuz gedacht. Zum Abschluss versammelt sich die Gemeinde zu einer feierlichen Andacht im Burghof am Fuße eines Holzkreuzes. Musikalisch wird der Kreuzweg mit Gesängen der Communität Taizé gestaltet. Um daran zu erinnern, dass auch heute Menschen leiden, ist die Kollekte für eine 17-jährige Afghanin bestimmt, die vor der drohenden Zwangsheirat geflohen ist und Sprachunterricht erhalten soll.

Am Gründonnerstag wird vielerorts ein Tischabendmahl gefeiert. In einigen Kirchengemeinden orientiert es sich am jüdischen Passahmahl – dazu gibt es Speisen mit symbolischer Bedeutung wie Lamm, ungesäuerte Brote und Bitterkräuter. Die Teilnehmer essen, beten und singen gemeinsam. Passionsandachten finden beispielsweise in Altenburg, Creuzburg, Weida, Erfurt und Weimar statt. In Gera und Weimar werden Führungen auf dem Friedhof beziehungsweise durch die Friedhofskirche angeboten.

Im Augustinerkloster Erfurt gestaltet Pfarrerin Dr. Irene Mildenberger ein umfangreiches Programm zur Passionszeit. Hier wird bereits seit einigen Wochen zum Bibelgesprächsabend, Friedensgebet und Abendmahlsgottesdienst in der Passionszeit eingeladen. Am Gründonnerstag sind eine Gebetsnacht und ein Tischabendmahl geplant. Der Karfreitag ist von Gebetstreffen, Schweige-Zeiten, der Feier der Todesstunde Jesu Christi und einem Abendgebet mit Gedächtnis der Grablegung geprägt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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