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Kirche kritisiert Pläne zur Abschaffung des Religionsunterrichtes

Die Synode der Thüringer Landeskirche hat sich in Eisenach entschieden gegen Pläne von Politikern der Partei „Die LINKE“ ausgesprochen, den Religionsunterricht zugunsten eines verpflichtenden Ethikunterrichts für alle abzuschaffen. „Die Politiker bewegen sich außerhalb des geltenden verfassungsrechtlichen Rahmens. Die offenbar angestrebten Berliner Verhältnisse sind in Thüringen aus gutem Grund verfassungsmäßig ausgeschlossen. Mit ihrem Antrag stellen die Verfasser zugleich die Erfolgsgeschichte des Religionsunterrichts in Thüringen infrage“, sagt Bildungsdezernent Oberkirchenrat Christhard Wagner.

Die aktuelle Bildungsdebatte beweist für ihn, „dass der Religionsunterricht mehr denn je ein dringend benötigtes Fach ist“. Hier könnten Kompetenzen erworben werden, die in einer pluralen, multikulturellen und multireligiösen Welt unverzichtbar seien. „Der Religionsunterricht fördert im Dialog mit anderen Lebens- und Glaubensentwürfen das eigenständige und verantwortliche Handeln Heranwachsender. Dazu sind akzeptierte Lehrer mit glaubwürdigem religiösen Bekenntnis für Heranwachsende unverzichtbar“, so Wagner.

Die Auseinandersetzung mit religiösen Fragen gehört seiner Ansicht nach zu jedem menschlichen Leben. „Religiöse Bildung ist ein unverzichtbares Recht Heranwachsender und ihrer Eltern, wie erst kürzlich im Thüringer Bildungsplan festgestellt wurde“, so der Dezernent. „Der Religionsunterricht ist keine Frage von Mehrheiten in der Bevölkerung, sondern ein Beitrag, Menschen zu Mündigkeit und Freiheit zu befähigen.“

Der Religionsfreiheit nach dem Grundgesetz werde zudem nur dann angemessen Rechnung getragen, wenn kein Zwang zur Teilnahme am Ethikunterricht entsteht, sondern wenn es bei den bewährten Regelungen mit Religions- und Ethikunterricht als gleichwertigen Angeboten bleibt, betont Wagner.

Wie der Bildungsdezernent mitteilt, wird die Landeskirche genau darauf achten, wie sich die Partei „Die LINKE“ zu dem „rechtlich wie inhaltlich unhaltbaren Antrag“ verhalten wird. Er lädt die Antragsteller ein, sich durch Unterrichtsbesuche ein realistisches Bild über den Religionsunterricht zu verschaffen.

Hintergrund: Auf dem Thüringer Parteitag der Partei „Die LINKE“ am 26. Oktober hatten zwei Politiker den Antrag zur Änderung des Schulgesetzes eingebracht, wonach der Religionsunterricht zugunsten eines verpflichtenden Ethikunterrichts gestrichen werden soll. Der Antrag wurde zur weiteren Behandlung an die AG Schule/Bildung überwiesen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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