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Bildquelle: elkth.de

Landesbischof Christoph Kähler
verlangt von Politik mehr Wahrhaftigkeit

Zum Beginn des neuen Jahres hat der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, Christoph Kähler, aufgefordert, einander mit mehr Wahrhaftigkeit zu begegnen. Im Alltag der Menschen wie auch in der Politik werde oft mit viel Aufwand daran gearbeitet, den Schein zu wahren. Es gelte aber, hinter den Äußerlichkeiten immer die Menschen zu sehen.
So sollten Politik und Parteien den Menschen mehr zutrauen. «Den Bürgern dürfen und müssen auch bittere Wahrheiten zugemutet werden. Viel zu oft wird uns der Schein einer intakten Gesellschaft vorgespielt. Probleme werden nur scheibchenweise benannt», beklagte Kähler. Der Staat sei auf ein hohes Problembewusstsein seiner Bürger angewiesen, damit auch unpopuläre Maßnahmen gemeinsam getragen würden. Das sei nur mit mehr Wahrhaftigkeit zu erreichen. Kähler mahnte gegenüber der Politik an, Probleme frühzeitig zu kommunizieren: «Augenwischerei hindert daran, die Kräfte einer Gesellschaft zu mobilisieren. So werden Probleme nur auf die lange Bank geschoben und kommenden Generationen aufgelastet.»
Das Jahr 2003 stehe unter dem biblischen Motto «Ein Mensch sieht, was vor Augen ist. Gott aber sieht das Herz an.» Das halte dazu an, sich in Urteilen über andere Menschen zurückzuhalten. «Jeder Mensch hat seinen eigenen Wert, unabhängig davon, wie erfolgreich er ist», sagte Kähler. Leicht könne der Stab über jemandem gebrochen werden. Aber gegenseitig zugefügte Verletzungen seien oft nur schwer heilbar.
Kähler warnte vor der sozialen Kälte in der Gesellschaft. Die Menschen dürften einander nicht aus dem Blick verlieren. Nachbarschaftlicher Zusammenhalt und gute Arbeitsbeziehungen seien für die Lebensqualität ebenso entscheidend wie gesunde partnerschaftliche Beziehungen. Dieser Wohlstand sei nicht käuflich, sondern könne nur durch gegenseitiges Interesse und Herzenswärme erreicht werden.
In diesem Zusammenhang erinnerte Kähler daran, dass sich das Verbot des Religionsunterrichtes in der DDR am 1. Januar zum fünfzigsten Mal jährt. Der kirchliche Einfluss sollte damals von den Mächtigen zurückgedrängt werden. Seit mehr als zehn Jahren bringe der Religionsunterricht wie kein anderes Fach die Möglichkeit in den Unterricht ein, zu bedenken, was den Menschen zum Menschen mache. Für die Gesellschaft sei das unverzichtbar.

Rainer Beichler | | Quelle:

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