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Landesbischof Kähler zum Jahreswechsel

Eine kritische Begleitung der Hartz-Reformen durch Kirche und Diakonie kündigt Christoph Kähler, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen, für das neue Jahr an. Der Sozialstaat zeichne sich dadurch aus, dass Menschen, die in Arbeitslosigkeit geraten, Anspruch auf eine Grundsicherung haben. Die Sozialreformen seien notwendig, damit dieser Anspruch auch für die kommenden Generationen gehalten und finanziert werden könne, schreibt Kähler in einem Neujahrswort an die Gemeinden der Thüringer Landeskirche. Doch sei zu prüfen, ob die mit Hartz IV eingeschlagenen Wege zu ihren Zielen führen.

«Den Erfolg der Politik messen wir Christen am Wohl der Schwachen.» So werde zu fragen sein, ob das Arbeitslosengeld II für eine Familie mit mehreren Kindern ausreiche und ob das Fördern vor dem Fordern stehe. Die Sozialreform müsse eine «lernende Reform» sein: «Jede Reform ist der Versuch, neue Wege zu gehen. Keine Reform ist von vornherein fertig. Ich wünsche mir, dass die Politik den Mut, mit dem sie in die Sozialreformen gestartet ist, auch aufbringt, wenn es darum geht, diese zu verbessern», so Kähler.

Die Gesellschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass Menschen keine Möglichkeit einer Erwerbsarbeit finden. Auch dürfe sie Menschen nicht das Gefühl vermitteln, nicht gebraucht zu werden. Die Kirchgemeinden bittet der Bischof, allen Tendenzen entgegenzuwirken, die Menschen ausgrenzen, die von Arbeitslosigkeit und Not betroffen sind.

Allen Thüringerinnen und Thüringern wünscht Landesbischof Christoph Kähler ein gesegnetes neues Jahr.

Rainer Beichler | | Quelle:

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