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Symposium in Eisenach

Ein öffentliches Symposium mit dem Titel „Das Böse als Preis der Freiheit“ wird am kommenden Dienstag (10. Mai, 19 Uhr) in der Aula des Martin-Luther-Gymnasiums in Eisenach veranstaltet.

Elftklässler, die sich selbst als „Luthers Enkel“ sehen, werden die Arbeitsergebnisse einer Projektwoche aus der Reihe „DenkWege zu Luther“ vorstellen.
Vom 2. bis zum 6. Mai haben die Schülerinnen und Schüler innerhalb des außergewöhnlichen Philosophieprojektes der Evangelischen Akademie Thüringen diskutiert, wie Impulse aus der christlichen Tradition und das Nachdenken über Ereignisse der Geschichte gegenwärtige ethische Haltungen prägen.

„Für Martin Luther war das Böse – oder besser: Der Böse – allgegenwärtig“, so Studienleiterin Dorothea Höck von der Evangelischen Akademie. Und weiter: „Es ist leichter, an den Teufel als an Gott zu glauben, soll er gesagt haben. Doch was ist das eigentlich, das Böse?
Hilft der Glaube bei der Unterscheidung von Gut und Böse oder schürt er eher Angst und Schuldgefühle? Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit den unterschiedlichen Sichtweisen des Bösen in Philosophie, Ethik, Religionen und Diskussionen über Forschungsergebnisse der Wissenschaften. Sie hinterfragten dabei ihr Verständnis der Gegenwart sowie ihre persönliche Lebensführung. Erklärtes Ziel der DenkWege ist es, einen verantwortlichen und respektvollen Umgang mit unterschiedlichen religiösen und ethischen Überzeugungen zu vermitteln“.

Methode dabei ist das philosophierende Gespräch. „Philosophieren ist eine Kulturtechnik wie Lesen, Schreiben und Rechnen: Es lädt ein zum Perspektivenwechsel. Es übt in eine Haltung ein, die es ermöglichen kann, zwischen unterschiedlichen gedanklichen und geistigen Welten Brücken – DenkWege – zu bauen. Solche Brücken sind besonders wichtig bei der Begegnung zwischen religiösen und nichtreligiösen Welten und Sprachen. Die DenkWege zu Luther übersetzen in diesem Sinne Kernbegriffe der Reformation und der theologischen Sprache in den Kontext der heutigen Alltagswelt“, erläutert Dorothea Höck.

Sie hat die „DenkWege zu Luther“ als Projekt zur Reformationsdekade vor zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt und dem Verein philoSOPHIA e.V. ins Leben gerufen. In Thüringen und Sachsen-Anhalt gab es 2010 zehn Projektwochen mit Schülern aus Grund- und Sekundarschulen, Gymnasien und Berufsschulen, sowie vier Weiterbildungen für Lehrer, politische Bildner und Gemeindepädagogen.
Die „Denkwege zu Luther“ erfolgen in Thüringen in Kooperation mit dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Anmeldung interessierter Schulen für Projektwochen: Evangelische Akademie Thüringen, Tel. 036202-98411.

Rainer Beichler | | Quelle:

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