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Thüringer Bischof Kähler reist nach Tansania

Zu einem Besuch der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania brach der Thüringer Landesbischof Christoph Kähler Donnerstag auf. Die dreiwöchige Reise auf Einladung der tansanischen evangelischen Kirche wird ihn vorrangig in die Diözese Arusha führen, zu der die Thüringer Landeskirche seit 1986 partnerschaftliche Beziehungen unterhält. Kähler wird von seiner Frau Rosmarie Kähler und dem Tansania-Spezialisten des Leipziger Missionswerkes, Tilman Krause, begleitet.
Auf dem Programm der Reise in das zehntärmste Land der Welt steht der Besuch von Bildungseinrichtungen und Krankenhäusern. Die Bildungs- und Sozialarbeit ist seit Entstehen der ersten evangelischen Gemeinden in Arusha vor mehr als hundert Jahren Schwerpunkt des kirchlichen Engagements. Unterstützt wird die evangelische Kirche vor Ort dabei vom Leipziger Missionswerk. Kähler wird bei der Grundsteinlegung für zwei neue Krankenhäuser anwesend sein. Für den Neubau in der Ortschaft Orkesumet, in der es bisher kein Krankenhaus gibt, wird er 10000 Euro aus Mitteln der Thüringer Landeskirche übergeben. Kähler wird auch Projekte zur Wasserversorgung und der Hungerhilfe aufsuchen, die von Thüringer Gemeinden mit Spenden unterstützt worden sind. Zudem ist die Besichtigung einer Edelstein-Mine geplant, in der vorrangig Kinder unter schwierigsten Bedingungen arbeiten. Die tansanische Kirche setzt sich für bessere Arbeitsbedingungen ein und erhofft sich hierfür Unterstützung durch das Interesse des Thüringer Bischofs. Mit den Folgen von Krieg und Terror wird Kähler als Gast des UN-Ruanda-Tribunals in Arusha konfrontiert werden.
«Afrika ist in Gefahr, zum vergessenen Kontinent zu werden. Wir wissen zu wenig von den Menschen in Afrika. Die Partnerschaft unserer beiden Kirchen lebt von den Begegnungen. Wir wollen erst lernen, dann helfen», sagte Kähler vor Antritt der Reise. Er verwies auf ein afrikanisches Sprichwort, nach dem Liebe bedeute, sich erst in die Augen zu schauen und dann auf einen gemeinsamen Weg zu blicken.
Die Thüringer Landeskirche hält die Verbindung zur Kirche in Tansania über fünf Partnerschaftskomitees, die sich in Thüringer Kirchenkreisen gebildet haben. Sie ist zudem durch das Evangelisch-Lutherische Missionswerk Leipzig (LMW) in Tansania aktiv. Das LMW wird von der Thüringer Landeskirche und den Landeskirchen Sachsens und Mecklenburgs getragen. Es unterhält Beziehungen nach Tansania, Indien, Brasilien und Papua-Neuguinea.
Die Thüringer Landeskirche beteiligt sich an seiner Arbeit mit jährlich 217000 Euro.

Rainer Beichler | | Quelle:

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