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„Wichtiger Teil unserer Ökumenearbeit“

Landesbischöfin Ilse Junkermann wird für zwölf Tage die Partnerkirchen der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) in Tansania besuchen. Die bischöfliche Delegation wird auf ihrer Reise (7. bis 20. Oktober) die leitenden Vertreter der Partnerkirchen treffen sowie verschiedene Entwicklungsprojekte in dem afrikanischen Land besichtigen. Vorgesehen sind unter anderem Besuche der Radiostation „Radio Furaha“, eines christlichen Kindergartens sowie eines Mikrokredit-Projektes in Iringa.

„Die Partnerschaft zu Kirchen in Tansania ist seit Jahren ein bedeutender Teil unserer Ökumenearbeit. Mit unserem Besuch möchten wir die vielfältigen Verbindungen der Kirchenkreise und Gemeinden nach Tansania vertiefen und weiter ausbauen“, sagt Landesbischöfin Ilse Junkermann. „Ich werde das Land zum ersten Mal besuchen und freue mich auf Begegnungen mit Menschen, die trotz schwieriger Umstände zuversichtlich ihre Gegenwart und Zukunft gestalten.“

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania Die ELCT hat ungefähr fünf Millionen Mitglieder in zwanzig Diözesen. Zu den gegenwärtigen Aufgaben und Herausforderungen zählen der Ausbau der Eigenständigkeit der Kirche, die Weiterentwicklung christlich-afrikanischer Identität, die theologische Ausbildung, der Aufbau neuer Gemeinden und der Ausbau der sozialdiakonischen Arbeit.

Die EKM ist über das Leipziger Missionswerk (LMW) in Tansania aktiv. Das LMW wird von Spenden u.a. des Freundes- und Fördervereins sowie Zuschüssen der EKM und der Evangelischen Landeskirche Sachsens und Mecklenburgs getragen. Es unterhält partnerschaftliche Beziehungen nach Tansania, Indien und Papua-Neuguinea. Über die internationale Lutheran Mission Cooperation (LMC) werden die zu fördernden Projekte unter den 13 weiteren in Tansania tätigen lutherischen Missionswerken aus Skandinavien und Amerika abgestimmt. Die EKM beteiligt sich an den gemeinsamen Projekten des LMC mit 150000 Euro jährlich.

Die föderative Präsidialrepublik Tansania, bestehend aus 25 Verwaltungsregionen und dem halbautonomen Teilstaat Sansibar, existiert als Staat seit 1964. Sie umfasst eine Fläche von 947.300 km². Hauptstadt ist Dodoma. Amtssprachen sind Kisuaheli und Englisch, außerdem werden ungefähr 120 Bantu- und Stammessprachen gesprochen. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 41 Millionen. Nur 14 Prozent der Menschen leben in Städten; 90 Prozent arbeiten in der Landwirtschaft. Das Bevölkerungswachstum beträgt pro Jahr 2,4 Prozent. Die Lebenserwartung liegt bei 52 Jahren. Die AIDS-Rate bei den 15-49-Jährigen beträgt 6,2 Prozent. An Unterernährung leiden 35 Prozent der Bevölkerung. Die Inflationsrate beträgt 6 Prozent.

Die Geographie des Landes ist so abwechslungsreich wie in kaum einem anderen Land Afri¬kas. Höchste Erhebungen sind der Kilimanjaro (5.895 m) und der Meru (4.567 m). Tansania hat Anteile an den größten Binnenseen Zentralafrikas, dem Victoria-, Tanganjika- und Malawisee. Zum Land gehören die Inseln Sansibar, Pemba und Mafia im Indischen Ozean. Beinahe ein Viertel der Fläche des Landes ist als Nationalpark geschützt, z. B. die Serengeti, der Arusha- und Tarangire-Nationalpark oder der berühmte Ngorongoro-Krater.

Die wirtschaftliche Situation ist „angespannt“: Tansania ist das zehntärmste Land der Welt. Die ökonomischen Hoffnungen des Landes sind wesentlich an die Entwicklung der Touris¬musbranche geknüpft und in den letzten Jahren zunehmend an die Ausbeutung von Uran-, Edelstein- und Goldvorkommen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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