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 | Bildquelle: Stadtarchiv

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Bildquelle: Stadtarchiv

Am 6. April 1945 wurde Eisenach befreit

Es war der Morgen des 6. April 1945. Die Menschen in Eisenach waren müde und erschöpft von dem mehrstündigen Beschuss der Stadt durch die Amerikaner in der Nacht zuvor. Doch zeigten sich nun die ersten weißen Fahnen an den Häusern in der Katharinenstraße, die damals noch Horst-Wessel-Straße hieß. Es dauerte nicht mehr lang, bis in den Morgenstunden amerikanische Militärs vom Westen kommend in die Stadt einmarschierten. Formell wurde Eisenach durch den damals amtierenden Oberbürgermeister Dr. Rudolf Lotz an die Amerikaner übergeben – im damaligen Hotel »Kaiserhof”, dem einstigen Sitz des städtischen Kampfkommandanten.

Für die Eisenacherinnen und Eisenacher war der Krieg damit beendet. Beendet war somit auch eine sechsjährige Leidenszeit. Auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkrieges starben viele Eisenacher. Ebenso sinnlosen Tod brachten insgesamt sieben Bombenangriffe auf die Stadt in den Jahren 1944 und 1945.

Zu erinnern ist jedoch auch an die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Die übergroße Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Eisenachs fand im Holocaust ein entsetzliches Ende.

Kriegsgefangene, die hierher zur Zwangsarbeit gebracht wurden, starben an den furchtbaren Bedingungen, unter denen sie zu arbeiten und zu leben hatten. Erinnert werden soll an die Zwangsarbeiter, die im BMW-Werk sowie im Flugmotorenwerk der BMW auf dem Dürrerhof gezwungen wurden, die deutsche Rüstung in Gang zu halten. Gleiches gilt für die Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald im Außenlager »Emma” auf dem Dürrerhof.

Mord und Tod endeten für Eisenach am 6. April 1945. Symbolhaft steht dieses Datum als Mahnung und Erinnerung für die folgenden Generationen. Die Erinnerung an diese Ereignisse darf nicht enden, denn das Leiden der Menschen im Zweiten Weltkrieg mahnt bis heute die Lebenden.

Am 5. April 1945 hatten die Amerikaner versucht, mit einem Kommando von Parlamentären durch Verhandlungen eine kampflose Übergabe Eisenachs zu erreichen. Dabei entstanden Filmaufnahmen. Aus diesem Film stammen die Abbildungen. Sie zeigen:

Die Angehörigen des Kommandos in der Mühlhäuser Straße vor der zerstörten Brücke im Gespräch mit Einheimischen. Im Hintergrund rechts zweigt die Friedhofstraße ab.

Foto: ©Stadtarchiv

Amerikanische und deutsche Soldaten sowie Zivilisten vor dem “Kaiserhof”, wo letztlich die kampflose Übergabe scheiterte - erst am 6. April wurde die Stadt übergeben.

Foto: ©Stadtarchiv

Rainer Beichler | | Quelle:

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