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 | Bildquelle: Th. Levknecht

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht

Baum der Hoffnung in Neuenhof gepflanzt

Nach 55 Jahren kommt das Aus für die Grundschule in Neuenhof. Der Stadtrat beschloss dies diese Woche aufgrund sinkender Schülerzahlen. Letztmalig feierten Grundschüler und Kindergartenkinder in und um die Grundschule in Neuenhof ihr Sommerfest. Ein Baum der Hoffnung, eine Esche, „fest, biegsam und belastbar“, wie betont wurde, mit der Hoffnung das Kinderlachen wieder in das Gebäude einzieht, wurde auf dem großen Freigelände gepflanzt, während sich die Kinder an verschiedenen Stationen befreundeter Vereine tummelten.

Th. Levknecht

Foto: Th. Levknecht

Fotos: Ein „Baum der Hoffnung“ wurde gepflanzt, im Beisein von Ortsbürgermeisterin Gisela Büchner, CDU-Landtagsabgeordneten und Vorsitzendem der Eisenacher CDU Raymond Walk und Kindern aus Neuenhof.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Ortsteilbewohner

    Es ist traurig, wie diese Schule zu Grunde gespart wurde. Zuletzt erlosch die Betriebserlaubnis für die Elektrik, weil die Verwaltung der LINKS-geführten Stadtverwaltung es versäumt hatte, diese regelmäßig warten zu lassen. Der geplante Umzug der GS Neuenhof in freie Räume der Hörselgrundschule war die Folge. Diese Aussichten und die jährlich hochkochenden Schließungsgerüchte führten zu einer wahren Flut an Gastschulanträgen, die die Schülerzahlen systematisch in den Keller trieben. Das Einzugsgebiet hätte jährlich um die 20 Schüler zu beiten gehabt, von denen dann aus den genannten Unsicherheiten heraus nur ein Bruchteil an der Schule angemeldet wurde.

    Der Erhalt der Betriebsfähigkeit eines Schulgebäudes ist eine Pflichtaufgabe der Stadt, so Frau Wolf Anfang des Jahres auf einem Elternabend der Wartburgschule. Diese Pflichtaufgabe wurde bei der GS sträflich vernachlässigt, mit den nun gegebenen Folgen. MIt der unterlassenen Gebäudeunterhaltung wurde der ursprüngliche, gegen die Stimmen der Linken gefasste Stadtratsbeschluss zum Erhalt der Grundschule ausgehöhlt und nun durch vollendete Tatsachen (Gebäude nicht bertiebsbereit,Schülerzahlen dramatisch eingebrochen) die Schließung durchgesetzt – der Stadtrat hatte zu seinem jüngsten Beschluss angesichts der Umstände nicht mehr wirklich eine Alternative.

    Was bleibt sind lange Schulwege von bis zu 10 Kilometern (Entfernung Stadtteil Göringen zur Hörselschule), ein weiteres verloren gegangenes Stück Infrastruktur in den ohnehin stark vernachlässigten ländlichen Ortsteilen Eisenachs und ein leer stehendes Gebäude, von dem zu befürchten ist, dass es nun entgültig dem Verfall preisgegeben ist.

    • Nachdenker

      Von Wirtschaftlichkeit zu der eine Verwaltung gesetzlich verpflichtet ist haben Sie vermutlich keinen Bezug. Aber Hauptsache wir meckern mal wieder über die OB. Warum hatten eigentlich die Vorgänger der amtierenden Stadtverwaltung diese Schule nicht schon längst saniert???

      • Ortsteilbewohner

        Ich habe nicht über die OB gemeckert, ich habe auf ihre eigenen Aussagen verwiesen – ein feiner aber wichtiger Unterschied, ich kann nichts dafür wenn die OB sich zwischen ihren Worten und Taten widerspricht.

        Natürlich spielt die Wirtschaftlichkeit eine Rolle. Es ging im Fall der GS Neuenhof auch nicht um eine teure Generalsanierung (der bauliche Zustand der Schule ist halbwegs intakt), sondern um die laufende Instandhaltung der Elektrik (dies wurde in den Medien mehrfach thematisiert). Der Stadtrat hatte beschlossen, die Schule unter bestimmten Voraussetzungen, die eigentlich auch zu erfüllen waren, zu erhalten, die Verwaltung unter OB Wolf hat es versäumt, diesen Beschluss umzusetzen indem sie die laufende Instandhaltung des Gebäudes gewährleistet. Nicht der einzige Beschluss des Stadtrates, mit dem fragwürdig umgegangen wurde.

        Warum die Schule nicht schon „unter den Vorgängern“ längst saniert wurde liegt auf der Hand: Auch SIe hätten eigentlich mitbekommen müssen, dass in Eisenach 1990 ein immenser Investitionsstau vorhanden war, der natürlich unter maßvoller Haushaltspolitik nicht vollständig bis MItte der 2000er Jahre zu beseitigen war. Dennoch wurde bis zum Amtsantritt von OB Doht maßvoll so in die Schulen investiert, dass ein Betrieb derselben stets gewährleistet war. Dann begann die Zeit, in der fast alle Schulinvestitionsmittel mehrfach in die Sanierung der Wartburgschule geflossen sind.

        Es geht im Fall Neuenhof nicht um Sanierung, sondern um Wartung, Überprüfung und Instandhaltung, das ist das schlimme. In ihrem blinden Patriotismus für Frau Wolf scheinen SIe das überlesen zu haben. Ich wette, sie haben die GS Neuenhof noch nie von Innen gesehen.

        Nebenbei bemerkt hat Frau Wolf dem Alt-OB Brodhun erst letzte Woche auf dem Presseempfang der TLZ attestiert „fast alles richtig“ gemacht zu haben (stand in der TLZ). Tatsache oder auch nur die üblichen Worthülsen der OB – wie passt das mit ihrer realitätsfernen, mehrfach kundgetanen Pro-Wolf-Weltanschauung zusammen nach der 40 Jahre DDR-Investitionsstau in zweiundzwanzig Jahren vollständig und fehlerfrei hätten beseitigt sein müssen?

    • Jörg Voß

      Der Ortsteilbewohner bestätigt mit seinem begrenzten Blickwinkel die Entwicklung der Grundschule in Neuenhof. Bereits vor 10 Jahren schulten mehr als ein Drittel der Eltern ihre Kinder nicht in der Neuenhofer Grundschule ein. Diese Entwicklung wurde in Neuenhof konsequent ignoriert. Der Antrag der SPD-CDU geführten Stadt im Jahr 2011 zur Schließung erhöhte nochmals Die Unsicherheit der Eltern und die Zahl der Gastschulanträge. Nur mit großer Mühe hat Frau Büchner ihre Fraktion bei dieser Sitzung zum Erhalt der Grundschule überreden können. Sie brachte einen Antrag ein, der mit dem Antrag der Linken übereinstimmte und das Bildungshaus zum Ziel hatte. Das das Bildungshaus nicht zu Stande kam, lag nicht an der OB. Und die Gastschulanträge an andere Grundschulen wurden nicht weniger. Die Eltern hatten die Schule bereits endgültig abgewählt. Es ist schön, dass die CDU, die Partei die seit 1990 in Eisenach und Umgebung bis 2012(ab 2006 mit SPD-Oberbürgermeister) regierte, einen „Baum der Hoffnung“ bei Ihnen pflanzt. In dem genannten Zeitraum fand die Entwicklung statt, die zu der Schließung dieser wunderschönen Schulanlage führte. In den Baum der Hoffnung, kann jeder hinein interpretieren, was er möchte. Ich denke, dass Sie Ihrer Ortsteilentwicklung eher schaden als nutzen, wenn Sie in Parteizugehörigkeitskategorien denken. An den Taten sollt Ihr sie erkennen!

  • Nachdenker

    Auch wenn man die Baumpflanzung selbstverständlich begrüßen darf, so sollte man sich ernsthaft fragen: warum erscheint Herr Walk im Zusammenhang mit solchen Aktionen immer sehr pressewirksam in den Medien? Aber ich bin vermutlich nur völlig naiv: Mit einer CDU- Stadtführung wäre diese Schule, egal ob wirtschaftlich, oder nicht vollständig saniert worden und auch mit beispielsweise 8 Schülern 10 Jahre weiter betrieben worden. Richtig Frau Büchner, Herr Walk?

    Nochmals, dass Engagement der Eltern und Einwohner von Neuenhof verdient sehr große Hochachtung! Nicht aber die Verwendung solcher Aktionen für politische Zwecke, dies ist einfach nur ein weiteres Beispiel dafür: Ich mag dich nicht, also agiere ich gegen dich! Peinlich, kindisch und nicht für den Stimmenfang von aufmerksamen Bürgern gedacht!

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