Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Beschreibung:
Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Bernecker: „Man sah Menschen als reine Arbeitskraft“

Mit einer Feierstunde gedachten am heutigen 11. April Mitglieder des Eisenacher Bündnis gegen Rechts, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Eisenacher Bürger der Befreiung des Buchenwald-Außenkommandos „KZ Emma“. Erst 2006 wurde in Gedenken die Opfer des Konzentrationslagers eine Stehle der Erinnerung errichtet. Sie befindet sich in der Rechtskurve der L1021 nahe dem Landschaftspark Dürrerhof.
Hier waren zu NS-Zeiten mehrere Hundert Häftlinge des KZ Buchenwald sowie andere Zwangsarbeiter für den Flugzeugbau beschäftigt. Sie wurden am 11. April 1945 von Amerikanischen Soldaten befreit.

Buchenwald ist eben nicht nur das Lager auf dem Ettersberg sondern auch zahlreiche Außenlager mit verschiedenen Decknamen so wie eben auch das KZ „Emma“ in Eisenach

erinnerte Thekla Bernecker vom Bündnis gegen Rechts in einer Gedenkrede am heutigen Mittag. Sie verwies auch sehr ausdrücklich darauf, dass in den Arbeits- und Konzentrationslagern der Nazis die Inhaftierten nicht mehr als Menschen sondern als reine Arbeitskraft betrachtet worden.

Drastische Worte der Erinnerung fand auch Eisenachs Bürgermeister Andreas Ludwig (CDU). Er hielt die eigentliche Rede vor der Stehle:

70 Jahre sind eine lange Zeit aber wir dürfen dennoch nie vergessen, was Menschen einander angetan haben.

Dabei führte der Kommunalpolitiker auch an, dass es verschiedene Fälle von Extremismus gäbe und damit die Gefahr einer Diktatur nie gänzlich zu verachten sei. So benannte er unter anderem den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), der auch in Eisenach durch die Sprengung des Wohnmobils 2011 regionalen Bezug fand, als ein gefährliches und aktuelles Exempel.

Wir müssen zusammen stehen und sagen: „So nicht!“

mahnte Ludwig in seiner Gedenkrede an und legte anschließend einen Kranz vor der Stehle an der Landstraße nieder.

Paul-Philipp Braun

Foto: Paul-Philipp Braun

Paul-Philipp Braun

Foto: Paul-Philipp Braun

 

Paul-Philipp Braun |

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

  • Felix Berg

    Gedenken und Mahnungen sind gut, aber es sind nur wenige. Auch die Worte stimmen. Nach besuchen in Buchenwald, Dora, Ausschwitz und ein paar Nebenlagern wie der Heimkehle usw. bleibt die Stimmung nachdenklich. Auch in den Reden der Häftlinge in Weimar 2015 schwingt Besorgnis herüber. Wie steht es in D im Jahr 2015 mit dieser Vergangenheit? haben wir tatsächlich etwas neues geschaffen? Ich rein Persönlich finde: wir leben genau diese Zeit mit ihren Strukturen weiter, wir benennen vieles nur anders. Freilich, Gaskammern gibt es nicht mehr, also die schlimmsten aller Gräueltaten, aber im Feinbereich findet sich vieles wieder. Der Mensch 2015 ist wieder nur Arbeitskraft und teils sogar nur eine Nummer, wird diese Arbeitskraft nicht gebraucht setzen wir sie der Häme und dem Spott der Gesellschaft aus, kontrollieren Unterhosen und Zahnbürsten, beschränken die Bewegungsfreiheit und zwingen sie zur Übernahme all dessen wo sich andere scheuen um ihnen am ende ihres Daseins die evtl. bald mögliche Sterbehilfe anzubieten. Jene die uns einst vor diesen Menschen befreit haben die zu diesen Ideen fähig sind werden kurioserweise heute ausgeschlossen. Haben wir es nicht schon wieder auf´s neue geschafft das der Mensch heute wieder Knecht ist der jede Demütigung ertragen muss, schauen wir nicht wieder woanders hin. Wir teilen auf in Jung= brauchbar, alt= unnütz, loben jene die in Arbeit sind und schüren Hass für jene für die wir nichts haben. Politisch klingt das alles ganz anders, wohlwollend und international korrekt, aber unter dem Strich betrauen wir wie schon immer wieder Personen mit Macht über andere die weder Gewissen noch Skrupel zeigen, Voraussetzung: Macht durch Geld und richtige Parteienzugehörigkeit. Das sind wie geschrieben meine Überlegungen zur Geschichte die uns Mahnen soll nichts zu vergessen, führt man uns aus Tradition wieder mit einem Lied auf den Lippen in eine derartige Zeit? Gedanken zum nachdenken- mehr sollen diese Zeilen nicht sein. Ich kann mich da den überlebenden Häftlingen nur anschließen die Mahnen wachsam zu sein. Ein Mensch – wie stolz das klingt. Genau dieser Spruch wurde an einer Schule im Wartburgkreis entfernt.

Top