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Beruf oder Berufung – wie sehen Menschen ihre tägliche Arbeit?

Zu einer Gesprächsrunde über das Thema „Beruf oder Berufung. Die sieben Werke der Barmherzigkeit“ hatte am Sonnabend das Thüringer Museum Eisenach in die Predigerkirche eingeladen. Sieben Persönlichkeiten erzählten über ihr Engagement im Beruf – der auch ihre Berufung bedeutet. Heribert Arens aus dem Franziskaner-Kloster Hülfensberg (ein Wallfahrtsort im Eichsfeld) stellte der Diskussion einen Überblick über die sieben Werke der Barmherzigkeit voran und verdeutlichte, dass wahre Barmherzigkeit keine schiefe Ebene zwischen Sender und Empfänger zulasse, da sonst die Persönlichkeit des Letzeren verletzt werde. Dass der Begriff Barmherzigkeit erneut das Bewusstsein der Menschen erreicht, sei auch dem Elisabeth-Jahr 2007 zu verdanken. Dass Barmherzigkeit in unserer Gesellschaft mehr denn je benötigt wird, zeigen die verschiedenen Lebensläufe.

Für Marcel Dittmar (25), Bestatter in Eisenach, zum Beispiel bedeutet sein Beruf gleichsam eine Berufung. Ihm erscheint wichtig, Menschen in den schwersten Stunden des Lebens beizustehen – oft ohne Worte. Er nimmt ihnen unnötige Lasten ab und stellte fest, dass dieser Beruf ihn selbst veränderte. Sein Leben habe an Wert gewonnen, denn erst im Moment der endgültigen Gewissheit verstehe man den Wert eines Menschenlebens.

Umrahmt wurde die Gesprächsrunde von einem Experiment besonderer Art: Der Musiktherapeut Andreas Bärwolf und die Musikerin Diotima Grüneberg füllten die Unterkirche der Predigerkirche mit warmen, lebhaften Klängen. Die Tonfolgen vermittelten dem Publikum das stetige Auf und Ab des Lebens. Die Veranstaltung endete mit einem musikalischen Dialog, an dem die Museumsbesucher aktiv mitwirkten. Damit wurde auch auf die heutige, schnelllebige Zeit angespielt, die nach wie vor der Barmherzigkeit und Nächstenliebe bedarf.

Die Veranstaltung aus der Reihe „Themen und Töne“ wurde für das Rahmenprogramm zur Sonderausstellung „Elisabeths Armenwelt“ in der Predigerkirche angeboten.

Rainer Beichler | | Quelle:

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