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Bevölkerung Deutschlands wird immer älter

Zum Neujahrsempfang in Creuzburg referierte jüngst Prof. Peter Sedlacek von der Friedrich-Schiller-Universität Jena zur Bevölkerungsentwicklung in Thüringen und die Folgen.
Fazit ist, das der Altersdurchschnitt in Deutschland und auch in Thüringen bis 2050 erheblich steigen wird und die Bevölkerungsentwicklung stark rückläufig sei. Deutschland hat gegenwärtig 82 Millionen Einwohner, 2050 würden es rund 12 Millionen weniger sein. «Wenn Wissenschaftler über Zeiträume sprechen, so meinen sie die Entwicklung von Generation zu Generation. Nicht wie die Politiker, die nur von Wahl zu Wahl denken», so der Professor. Bis 2050 gebe es einen «Sterbeüberschuss», das heißt es gebe weniger Geburten als Sterbefälle. Die «Vergreisung» sehe so aus: Anteil der Menschen über 60 Jahre heute 27 %, 2010 46 % und 2015 49 %.
Eine Zuwanderung sei auch keine Lösung, da zum Ausgleich des Defizits bei der Bevölkerung jährlich 100000 – 200000 Menschen benötigt würden.
Für 2050 prognostizierte Sedlacek: Auf einen Erwerbfähigen komme ein nicht Erwerbsfähiger.
Thüringen hat 2,4 Millionen Einwohner. 2020 werden es 2,1 Millionen und 2040 unter zwei Millionen sein. 1968 gab es noch einen Geburtenüberschuss von 18100 Personen. 1997 waren es minus 11300, dieser Trend stoppte 2000 (-8500).
Die «Wanderungen» spielten gerade in Thüringen eine wichtige Rolle. Hessen und Bayern sind nah. Obwohl es viele Pendler gebe, trete ein Einwohnerverlust ein. Ziele sind neben Bayern, Hessen auch Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Jugendliche, Frauen und besser Qualifizierte gehören zu den Abwanderern.
Schwerpunkte im Freistaat sind Altenburg, Gera, Greiz, die Region im Thüringer Wald und Nord-Thüringen Artern. Bis 2010 werde es zu Problemen kommen. Stichworte sind Innovationsfähigkeit und Investitionsrückgang. Kindergärten, Schulen werden teilweise überflüssig, Altenheime und -pflege fehlten. Die Entwicklung habe einen Einfluss auf das Sozialsystem, die Staatsverschuldung und Pro-Kopfverschuldung steige. 100000 Wohnungen stünden leer.
Auch die Nachfrage nach Autos werde sinken. Jeder 7. Mitarbeiter ist im Automobilbau tätig.
Prof. Sedlacek forderte den Staat auf sich den Problemen zu stellen. Gefragt sei die Renten- und Familienpolitik. Neue Wege in der Bildung sind gefragt. Deutschland müsse kinderfreundlicher werden.

Rainer Beichler |

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