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Clemenskapelle wird umfassend saniert

Eines der ältesten Gebäude in Eisenach wird saniert: Die Clemenskapelle an der Ecke Clemensstraße/Langensalzaer Straße ist vermutlich die älteste Kirche in der Stadt. Die Kapelle gehört der Eisenacher Stiftung «St. Annen Stift», die satzungsgemäß durch die städtische Dezernentin Ute Lieske vertreten wird.
Genutzt wurde die Kapelle bisher von der Evangelisch-Lutherischen Kirche (Petersbezirk). Aufgrund baulicher Schäden waren in dem Gebäude Gottesdienste aber seit längerem nicht mehr möglich.
Bereits 1999 wurde festgestellt, dass Teile des Gebälks in der Kapelle vom Schwamm befallen waren. Stiftung, Kirchgemeinde, Untere Denkmalschutzbehörde sowie das Architekturbüro Deutsch – das unter anderem auch die Sanierung des Hellgrevenhofs geplant hat – waren sich darüber einig, dass die Ausbreitung des Schwamms gestoppt werden müsse.
Eine Erfurter Firma wurde deshalb beauftragt, eine Notsanierung vorzunehmen. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde festgestellt, dass für die grundlegende Beseitigung der Ursachen des Schwamms ein Holzgutachten nötig war; überdies musste die Statik des Gebäudes geprüft werden. Dieses Gutachten wurde vom Architekturbüro Deutsch 2001 erstellt.
Die nun auf der Grundlage dieser Gutachten geplante grundlegende Sanierung der Clemenskapelle wird laut einer Schätzung rund 95000 Euro kosten. Mit diesem Geld wird der Feuchtigkeit im Gemäuer dauerhaft entgegengewirkt. Die Sanierung des Dachstuhls, die teilweise Neueindeckung des Dachs und die Erneuerung der Decke ist ebenfalls geplant. Darüber hinaus wird die Kapelle außen neu verputzt. Der Eigenanteil der Stiftung beträgt rund 26000 Euro. 51000 Euro kommen als Zuschüsse vom Bund und vom Land. Das Landesamt für Denkmalpflege hat diese Summe bereits bewilligt. Der Rest wird über Spenden und Eigenleistungen abgedeckt.
Zur Geschichte: St. Clemens ist eine der ältesten geistlichen Stiftungen der Stadt. Landgraf Hermann I soll bei der Gründung des Katharinenklosters 1214 in der Weststadt die Aussätzigen aus dem dort gelegenen Hospital vor das Nikolaitor verbannt haben. Hier wurde das Gebäude, zu dem die Clemenskapelle gehörte, 1295 als Aussätzigenhaus erstmals urkundlich erwähnt.
Bis zum 17. Jahrhundert wurde die Kapelle für Gottesdienste genutzt. 1813 erlitt sie beim Durchzug französischer Truppen schwere Beschädigungen. Danach wurde das Gebäude als Ziegenstall und Holzlager genutzt.
Erst 1866 – das Haus gehörte jetzt zum St. Annen-Hospital bzw. dessen Stiftung – wurde die Kapelle mit Unterstützung des Großherzogs Carl-Alexander wieder hergerichtet.
Vom Ursprungsbau sind die Mauern und einige Einzelheiten erhalten – so beispielsweise Fenster an der Nord- und der Ostseite.
Das Gebäude ist mit 5,92 Metern Länge und 4,47 Metern Breite relativ klein.
Große Beliebtheit genoss die Kapelle bis zu ihrer vorläufigen Schließung als Ort für Taufen, Trauungen und Jubiläen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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