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Denkmaltag – Macht und Pracht in Eisenach

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals welcher deutschlandweit unter dem Motto „Macht und Pracht“ steht und der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days ist, wurde auch an zahlreichen Stationen Eisenachs begangen. Der sonnenverwöhnte Sonntag ließ zahllose Menschen zwischen Mariental, Bahnhof, Emilienstraße und Posthalterei flanieren. Das Tagesprogramm, welches auf die Bemühungen des Denkmalschutzes hinweisen soll und sich jährlich einer ungebrochen hohen Anziehungskraft erfreut hält in Eisenach jedes Jahr ein gutes Grundgerüst bekannter Gebäude bereit, so die Ostkantine des ehemaligen Automobilwerkes, den Fürstenbahnhof östlich des Hauptbahnhofs gelegen, dass Stadtschloss oder die Posthalterei. Besondere Chancen bieten sich an diesem besonderen Tag aber auch für all jene, die gerne hinter sonst verschlossene Türen schauen. Die Gebäude einmal von innen sehen möchten, die man sonst nur von außen bewundern kann. Wer hat sich beim Anblick der wunderschönen Häuser im Eisenacher Südviertel nicht auch schon gefragt, wie es in der ein oder anderen Villa wohl heute aussehen möge. Ob dort noch die Pracht längst vergangener Tage zu spüren ist? In der Emilienstraße 3 und dem Mariental 15 wurde die Frage in diesem Jahr beantwortet.

Beide Häuser wurden dieses Jahr vom Förderkreis zur Erhaltung Eisenach (FZEE e.V.) für vorbildliche Sanierung geehrt. In der Emilienstraße konnte man den neugestalteten Außenbereich, der im Südviertel leider viel zu oft durch betonierte Parkplätze dominiert wird, bewundern. Hier wurde in diesem Jahr eine aufwändige schmiedeeiserne Balkonkonstruktion verwirklicht, die sich hervorragend in die sie umgebenden Gebäudestile einfügt. Das Gebäude im Mariental 15, vielen besser bekannt als die „kleine Wartburg“, konnte nach Jahren des Leerstands aufwändig saniert und mit viel Liebe zum Detail wieder zum Leben erweckt werden. 1906 durch den Architekten Robert Krämer, als Wohnhaus errichtet, musste diese einmalige Bausubstanz zu DDR-Zeiten viel ihres Charmes aufgeben. Die herausragende Besonderheit einer Mitteldiele mit Oberlicht war vollständig verbaut. Die aufwändigen Bemalungen sowie die Holzvertäfelung, die nicht nur entfernt an den Palas der Wartburg erinnert, mehr oder weniger zerstört. Details konnten gesichert und mit viel baulichem Aufwand ergänzt werden. Heute atmet die kleine Wartburg wieder die Pracht ihrer einstigen Besitzer. Wer diesen Duft auch einmal atmen möchte, der hat bereits in diesem Jahr alle Chancen dazu, so eröffnet im Herbst eine Pension, deren zentraler Treffpunkt die wertvolle Diele im ersten Obergeschoss sein wird. Darüber thront Wolfram von Eschenbach und beschaut sich wie einst, das Leben in diesem Kleinod.

Vernimm von mir gar wicht`ge Kunde,

Willst liebe Seele Fried und Ruh,

sei offen zu der Rechtenstunde,

und schließ zur rechten fest dich zu.

Foto: © Michael Schenk

Foto: © Michael Schenk

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Michael Schenk 

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