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Eltern haften für ihre Kinder!

Bundesgrenzschutz, Landespolizei, Schulamt, Deutsche Bahn AG luden jüngst zu einer Gesprächsrunde zum großen Thema «Gefahren auf dem Bahngelände» in Eisenachs Fürstenbahnhof ein. Trauriger Anlass waren die tödlichen Unfälle in Eisenach und Gotha in den vergangenen Monaten.
Gesucht wurde nach den Ursachen des falschen Verhaltens der jungen Leute auf dem Gelände der Bahn und nach Maßnahmen die Gefahren besser darzustellen und zu unterbinden.
Im letzten Jahr gab es 45 Vorkommnisse an Bahngleisen in Thüringen, davon waren 13 Straftatbestände. 33 Mal waren Kinder beteiligt. 2004 waren es schon 12 Fälle mit acht Kindern und drei Straftaten. 24 Tote waren 2003, verbunden mit der Eisenbahn, zu beklagen, dabei waren vier Unfälle (Eisenach/West; Erfurt Hauptbahnhof, Apolda). In diesem Jahr sind es schon fünf getötete Menschen, dabei zwei durch einen Unfall in Gotha.

Durch die Beamten des BGS und Mitarbeiter der Bahn AG wurden viele Maßnahmen zur Prävention in den Schulen unternommen. So wurde 2003 3300 Schüler in 196 Klassen erreicht, 2004 sind es bisher 1120 Schüler in 40 Klassen und 20 Schulen.
Trotzdem kommt es immer wieder zu Problemen an den Gleisanlagen. Bahnhöfe, wie Eisenach-West, werden zu Spielplätzen, Gleise werden überschritten, Rad gefahren und geskatet, Bahnschranken ignoriert. Eigentlich ein Wunder, dass nicht mehr Unfälle geschehen sind.
Lebhaft wurde das Zusammenwirken Polizei, Schule, Eltern diskutiert. Schwerpunkt – ein fehlender ständiger Informationsaustausch. Vom Schulamt kam der Vorschlag, die gewählten Eltern- und Schülervertreter mehr einzubeziehen.
Auf die guten Erfahrungen des Treffs Sicherheit verwies die Polizeiinspektion Eisenach. Hier könnte das Thema einmal eine größere Rolle spielen. Bei weiteren Diskussionen sollte auch die Stadt Eisenach einbezogen werden, gehe es doch auch um das Freizeitverhalten Jugendlicher und Kinder. Auch sollte die Jugendliche mehr in die Pflicht genommen werden.

Ein anderer, wichtiger Aspekt, wurde in der Diskussion deutlich. «Eltern haften für ihre Kinder», dies gelte auch an den Bahnanlagen und Bahnhöfen. Bisher würden die Erziehungsberechtigten kaum zur Verantwortung gezogen. Doch denkbar sei dies zu machen. Immerhin entstünden bei Bahnunfällen erhebliche Kosten für die Bahn. Dies gelte auch für Schmierereien und andere Sachbeschädigungen an Bahnhöfen und Gleisanlagen.

Einig war man sich, dass die Gleisanlagen nicht eingezäunt werden könnten. Eine Videoüberwachung von Eisenach-West werde vorbereitet.

Die Beratung habe gezeigt, so die Organisatoren, dass es noch viel Gesprächsbedarf gebe.

Rainer Beichler |

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