Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: ThüringenForst

Beschreibung:
Bildquelle: ThüringenForst

Eschentriebsterben: Förster und Waldbesitzer bangen um die Esche

Für jeden, der derzeit mit aufmerksamen Blick durch den Wald geht, sind die schwerwiegenden Schäden an der Esche zu erkennen: schüttere Belaubung, abgestorbene Äste und ein frühzeitiger Laubfall. Das sind die charakteristischen Krankheitssymptome des Eschentriebsterbens, einer neuartigen Pilzerkrankung. Der Erreger trägt den ungewöhnlichen und unscheinbaren Namen «Falsches Weißes Stengelbecherchen» und hat seinen Ursprung in Japan.

Die Erkrankung wurde Mitte der 1990er Jahre in den baltischen Staaten und in Polen an der Esche beobachtet, verbreitete sich seit dem in ganz Europa und hat inzwischen auch Thüringen vollständig erreicht.

Da alle Altersphasen der Baumart befallen werden, befürchten Förster und Waldbesitzer sowohl ökonomische als auch ökologische Folgen. Während Jungpflanzen bereits innerhalb weniger Jahre nach Befall absterben, werden ältere Bäume zunächst durch die Infektion in ihren Abwehrkräften geschwächt und anschließend durch Holzfäuleerreger und Schadinsekten weiter geschädigt. «Auf diese Weise würde nicht nur die Baumartenvielfalt eingeschränkt, sondern es entstehen auch finanzielle Verluste», teilt Forstreferendar Frank Nüßer aus dem Forstamt Marksuhl mit. Da die Verbreitung des Schadpilzes über einen weiträumigen Sporenflug erfolgt, ist in den nächsten Jahren mit einer erhöhten Befalls- und Ausfallrate zu rechnen.

Da wirksame Vorbeugungs- und /oder Bekämpfungsmaßnahmen derzeit nicht bekannt sind, wird die Esche in Thüringen für die Anpflanzung als risikoreiche Baumart eingeschätzt. Aufgrund der Ausfallrisiken der Esche besteht für den Staatswald ein Anbauverzicht bis 2016. Außerdem wurde die finanzielle Förderung von Eschenpflanzungen im Privat- oder Körperschaftswald ausgesetzt, so dass hier auf Alternativen, wie beispielsweise Ahorn oder Linde, zurückgegriffen werden sollte. «Da die Esche im Forstamtsbereich Marksuhl nur einen Anteil von weniger als 2 % hat, wiegt der Verlust jeden Baumes dieser Art umso schwerer», so Frank Nüßer abschließend.

Frank Bode | | Quelle:

Werbung
Top