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Fest zu Ehren Martin Luthers und des Heiligen Martins

Stadt und Kirchen verabschieden sich mit einem Fest zu Ehren Martin Luthers und des Heiligen Martins aus dem Reformationsjahr

Am 31. Oktober 2017 endet das große Reformationsjubiläum. Stadt und Kirchen erinnerten gemeinsam mit vielfältigen Veranstaltungen und in verschiedenen Formaten an ein weltgeschichtliches Ereignis.

Angebote für Jung und Alt, tiefgründig und unterhaltsam, geschichtsbezogen und zeitgemäß. Das war und ist genau die richtige Mischung, um das Publikum, um Besucher und Gäste mitzuziehen und einzubeziehen, fasste Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf bei der Vorstellung der Abschlussveranstaltungen zusammen.

Ralf-Peter Fuchs, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen ergänzte:

Viele Akteure aus Kirche und Gesellschaft haben mit ihrer Sicht auf die Reformation unsere emotionale und anregende Präsentation als Thüringer Reformationshauptstadt 2017 erst möglich gemacht. Wir freuen uns jetzt auf einen Schlusspunkt, der das gelungene Erinnerungsjahr abrundet.

Dass man das Reformationsjubiläum durchaus kontrovers diskutieren kann, wird am Dienstag, 24. Oktober, während einer Podiumsdiskussion deutlich werden. Prominente Gäste antworten auf die Frage War das Reformationsjahr nur ein „Heidenspaß mit Luther“? Podiumsdiskussion am 24. Oktober sucht Antworten.

„Luther ist die Pleite des Jahres“, titelte eine große deutsche Tageszeitung Mitte 2017. Für die Europäische Reformationsstadt Eisenach und die sie umgebende Lutherregion mag dieser Befund nicht zutreffen. Dennoch bleibt auch hier die Frage, ob das Reformationsjahr in einer Gesellschaft, in der, wie etwa in Thüringen, weniger als 25 Prozent der Menschen überhaupt noch den traditionellen Kirchen angehören, nicht eher ein „Heidenspaß mit Luther“ gewesen ist. Dass sich tausende Besucher für das Kunstprojekt „In bed with Luther“ interessierten, scheint dafür zu sprechen.

Der bekannte deutsche Journalist Hans Werner Kilz (Der Spiegel und Süddeutsche Zeitung) will die Frage nach dem „Heidenspaß mit Luther“ in einer Podiumsdiskussion erörtern. Erwartet werden unter anderem der EKD Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Philosoph Rainer Forst und Pfarrerin Martina Berlich. Die Podiumsdiskussion findet statt am Dienstag, 24. Oktober 2017, ab 18 Uhr im Erhardt-Saal des Museums „automobile welt eisenach“ (Friedrich-Naumann-Straße 10, Eisenach).
Es ist eine gemeinsame öffentliche Veranstaltung der Stadt Eisenach und des Evangelischen Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen. Gastgeber an diesem Abend sind Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Superintendent Ralf-Peter Fuchs.

Zum Finale der Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum erwartet Eisenach und seine Gäste ein fünftägiges musikalisches Feuerwerk aus symphonischer Musik, Jazz bis hin zu vielfältiger Chormusik. Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Eisenach und der Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen veranstalten erstmals ein Bachfest unter dem Titel „Reformation und Musik“ – vom 27. bis 31. Oktober.

In Eisenach kreuzen sich die Lebenswege von Johann Sebastian Bach und Martin Luther. Beide waren Schüler der Lateinschule, beide haben in der Eisenacher Kurrende gesungen. Martin Luther hat der Musik im Gottesdienst eine besondere Rolle zugeschrieben. Mit Johann Sebastian Bach wurde in Eisenach der wichtigste Vertreter der evangelischen Kirchenmusik geboren und in der Georgenkirche am 23. März 1685 getauft. Mit Eisenach und der Georgenkirche sind auch die Lebenswege vieler anderer Musiker verbunden: unter anderem Johann Ambrosius Bach, Georg Philipp Telemann, Johann Pachelbel …

Das Eisenacher Bachfest wird sich mit Bachs Musik und ihrer Rolle für den evangelischen Gottesdienst beschäftigen, aber auch mit den Auswirkungen der Reformation auf das Musikleben in den Jahrhunderten danach. So sind in Gottesdiensten und Konzerten sechs Kantaten Bachs zu hören, von denen drei auf Lieder Martin Luthers zurückgehen. Mit der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy sowie dem Oratorium „Luther in Worms“ von Ludwig Meinardus kommen Werke zur Aufführung, die zeigen, wie im 19. Jahrhundert an die Reformation erinnert wurde. Das Konzert „Bach Reflections“ und die Jazzmesse von David Timm lassen erleben, wie Bach bis in die heutige Zeit Musiker beeinflusst und inspiriert.

Das gesamte Programm des Eisenacher Bachfestes kann im Internet (bachfest-eisenach.de) nachgelesen werden.

Weiter geht es mit „Wie sie leuchtet! Die Wartburg im Lutherjahr 2017“ – Lichtkunstinstallation. Die Wartburg-Stiftung hat sich etwas Besonderes einfallen lassen: Am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November werden jeweils von 18 bis 22 Uhr die Lichtinstallationen und Videoprojektionen wiederholt, die schon einmal zu sehen waren, als die Landesregierung für geladene Gäste das 500-jährige Reformationsjubiläum in Thüringen eröffnet hat. Dieses Mal können Eisenacher und Eisenacherinnen, Touristen, Gäste und Besucher die stimmungsvoll in Szene gesetzte Wartburg bestaunen – kostenfrei. Die Weimarer Firma Nivre präsentiert Soundinstallation, Videomapping und Projektionen im Geiste der Reformation – „Wie sie leuchtet! Die Wartburg im Lutherjahr 2017“.

Gottesdienst in allen Kirchen des Kirchenkreises am 31. Oktober 2017
Am Vormittag des 31. Oktober laden alle der mehr als 60 Kirchen im Kirchenkreis Eisenach-Gerstungen zu einem gemeinsamen Gottesdienst zum 500. Gedenktag der Reformation ein. Geleitet werden die Gottesdienste überwiegend von Mitgliedern der Kirchengemeinden.

Damit bekommt eine der wichtigsten Überzeugungen und Forderungen der Reformation – die Lehre vom Priestertum aller Gläubigen – eine sichtbare Gestalt, so Superintendent Ralf-Peter Fuchs.

Aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums erhalten alle Kirchen zugleich einen neuen Altarschmuck (Parament), der in der Tradition liturgischer Farbensymbolik steht. Zahlreiche Schneiderinnen aus vielen Gemeinden haben die Paramente in den vergangenen Monaten hergestellt. Unterstützt wurden sie dabei von den Mitarbeiterinnen der Eisenacher Paramentenwerkstatt und vom Förderverein der Eisenacher Paramentenwerkstatt. Der Altarschmuck wurde in Anlehnung an das Wartburg-Parament der Künstlerin Christl Prange aus Halle gestaltet. Damit kommt das Motto der Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum in Eisenach „Von der Wartburg in die Welt“ noch einmal auf sichtbare und greifbare Weise zum Ausdruck. Mit dem Parament haben die Gemeinden auch noch in Jahrzehnten eine augenfällige Erinnerung an „500 Jahre Reformation“.

In einer gottesdienstlichen Feier am 30. Oktober 2017 um 14 Uhr werden die Paramente für den gottesdienstlichen Gebrauch in den einzelnen Gemeinden in der Eisenacher Georgenkirche übergeben. Bei diesem Gottesdienst werden auch zahlreiche Ehrengäste – unter anderem die Künstlerin Christl Prange aus Halle – anwesend sein.

Zu einem weiteren Höhepunkt am Reformationstag 2017 wird am 31. Oktober um 18 Uhr zum Festgottesdienst in den Palas der Wartburg eingeladen. Die Predigt hält der ehemalige Thüringer Landesbischof und vormalige stellvertretende EKD-Ratsvorsitzende Prof. Dr. Christoph Kähler. Prof. Dr. Kähler war maßgeblich beteiligt an der Herausgabe der Lutherbibel zum Reformationsjubiläum. Musikalisch wird der Gottesdienst gestaltet vom Eisenacher Posaunenchor.

Martinsmarkt vom 10. bis 12. November 2017: Wir feiern zu Ehren des Heiligen Martins und Martin Luthers
Menschen stehen an den Tavernen. Das Kinderkarussell dreht sich. Buntes Markttreiben den ganzen Tag. Herzlich Willkommen zum Martinsmarkt auf dem Eisenacher Lutherplatz. Wir feiern zu Ehren des Heiligen Martin und Martin Luthers – am 10., 11. und 12. November 2017. Im historischen Ambiente wie zu Luthers Zeiten erwarten die Besucher Allerlei für Kinder und Familien, ein buntes Kulturprogramm mit fröhlicher Musik, Gaukelei, Lesungen aus Luthers Texten und natürlich zahlreiche Leckereien. Mehrmals täglich unterhalten „Die Rapauken“ mit fröhlicher und mitreißender Musik auf mittelalterlichen Instrumenten. Eröffnet wird der Martinsmarkt am 10. November um 12 Uhr auf dem Lutherplatz. Die ökumenische Martinsfeier mit Laternenumzug ist einer der Höhepunkte des Festwochenendes. Um 16:45 Uhr startet der Martinsumzug in der Georgenkirche. Große und kleine Laternenläufer gehen mit dem Heiligen Martin zu Pferde von dort aus bis zum Lutherdenkmal. Nach einer Andacht um 17 Uhr auf dem Karlsplatz ziehen die Läufer weiter zum Lutherplatz. Dort findet um 17:45 Uhr der Abschlusssegen statt. Ab 18 Uhr werden große und kleine Besucher mit einem abwechslungsreichen Programm auf dem Lutherplatz unterhalten.

Öffnungszeiten des Martinsmarktes:
10. November: 12 bis 00:00 Uhr.
11. November: 10 bis 00:00 Uhr.
12. November: 10 bis 18 Uhr.

Ausstellung „95 Thesen – 95 Stimmen“ im Rathausfoyer
„Gesicht zu zeigen“, Zivilcourage zu beweisen und sich bürgerschaftlich zu engagieren sind Forderungen, die im Hinblick auf das Funktionieren unseres Gemeinwesens immer wieder, auch gegenwärtig, erhoben werden. Aber was heißt es, Gesicht zu zeigen, und was hat das alles mit dem Jubiläumsjahr der Reformation zu tun?

500 Jahre nach der Reformation haben sich 95 mutige Eisenacherinnen und Eisenacher entschlossen, Gesicht zu zeigen, je eine These formuliert und ein Porträtfoto erstellen lassen. Aus den 95 Eisenacher Thesen ist nun eine spannende Ausstellung entstanden. Die Ausstellung wird am 10. November, um 15 Uhr im Erdgeschoss des Eisenacher Rathauses eröffnet. Aus dem Projekt ist außerdem ein Buch entstanden, das pünktlich zur Ausstellungseröffnung kostenfrei zur Verfügung stehen wird. Die Ausstellung ist in Eisenach bis zum 15. Juni 2018 zu sehen und wird anschließend im Landratsamt des Wartburgkreises in Bad Salzungen gezeigt.

Andrea T. | | Quelle:

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