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Frühwarnsystem in Tiefenort in Betrieb genommen

Vor wenigen Tagen wurde in Tiefenort das neu konzipierte Frühwarnsystem in Betrieb genommen. Es besteht aus sieben Erdfallpegeln vor den Gebäuden in direkter Erdfallnähe, die mit jeweils einer Warneinrichtung (Hupe, Rundumleuchte) in der Frankenstein- und Kantstraße verbunden sind. Erdfallpegel bestehen aus Gewichten, die in Bohrungen in ca. 50 Meter Tiefe eingebaut werden. Bewegen sich die Gesteine im Untergrund, rutschen auch die Gewichte nach und lösen die Warneinrichtung aus. Durch die frühzeitige Warnung soll den Anwohnern ermöglicht werden, das Gefährdungsgebiet rechtzeitig zu verlassen.

Ergänzend zu den Erdfallpegeln haben Erschütterungssensoren in vier weiteren Bohrungen und eine seismologische Messstation den Testbetrieb aufgenommen. Diese Systeme dienen mit der Registrierung von Erschütterungen/Bewegungen im Untergrund vor allem der Überwachung des weiteren Umfeldes des Erdfalls (z.B. in Richtung Schule).

Als letzter Schritt der Untersuchungsarbeiten soll eine tiefe Bohrung den Untergrund von Tiefenort genauer erkunden. Alle Ergebnisse werden dann in einer Komplexauswertung zusammengeführt. Erst danach kann ein von der zuständigen Baubehörde zu beauftragender Bausachverständiger Aussagen zur weiteren Nutzbarkeit der im Moment leer stehenden Gebäude treffen.

Im Januar 2010 kam es zum wiederholten Mal zu einem Nachbruch des Erdfalls in Tiefenort. Das 2005 installierte Frühwarnsystem konnte die betroffenen Einwohner rechtzeitig vor der herannahenden Gefahr warnen. Infolge dieses bisher größten Nachbruchs mussten 5 Häuser in der direkten Umgebung des Erdfalls geräumt werden und sind seit nunmehr einem Jahr nicht bewohnbar. Die Thüringer Landesregierung hatte den vom Erdfall betroffenen Bürgern im Frühjahr 2010 eine Soforthilfe von jeweils bis zu 10000 Euro gezahlt.

Die zur Koordinierung aller Vorhaben gebildete Regierungskommission beauftragte den Geologischen Landesdienst der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie mit umfangreichen geowissenschaftlichen Untersuchungen zur Ortslage Tiefenort und mit der Erweiterung des Frühwarnsystems.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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