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Gedenken zum Volkstrauertag

Am Sonntag, dem 14. November 2010, gedachten man in Hötzelsroda am Soldatenfriedhof der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Gedenkende Worte zum Tag und der aktuellen Lage sprach Bürgermeisterin Ute Lieske. Durch Pfarrer Christian Müller wurde zur Gedenkfeier auf dem Soldatenfriedhof (358 Deutsche Soldaten des II. Weltkrieges sind hier begraben) eine Andacht gehalten. Müller erinnerte, dass der Jahrgang 1927, der Letzte war, der in den Krieg eingezogen wurde. Es gelte jedoch immer, die Geschichte der Kriege zu bewahren. Der Posaunenchor Neukirchen spielte auf.

Der Volkstrauertag hat eine lange und bewegte Vergangenheit. Seit 1924 veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. jährlich die zentrale Gedenkfeier. Ziel des Volkstrauertages war zunächst die Wahrung und Pflege des Gedenkens an die Millionen von Kriegstoten des Ersten Weltkrieges. Die vorübergehende Ablösung durch den „Heldengedenktag“ in den Jahren 1934 bis 1945, der jährlich im März stattfand, vermochte an der ursprünglichen Sinngebung des Volkstrauertages nur wenig zu ändern. Anfang der 50er Jahre wurde er in der damaligen Bundesrepublik erneut eingeführt.
Er wird seitdem als besonderer Gedenktag für die Opfer beider Weltkriege und der Gewaltherrschaft alljährlich wieder im November (2. Sonntag vor dem 1. Advent) begangen. Der VDK als Träger zahlreicher Veranstaltungen wird hierbei von Bund und Ländern unterstützt.

Vom Verband gab es für Ute Gerull eine Bitte. Für den Obergefreiten Karl Dirnede (geb. 24.08.1922/gefallen am 11.04.1945) sollte ein Gebinde niedergelegt und eine Kerze angezündet werden. Die Bitte kam von Heidi Krassenbaier. Der Bitte wurde am Volkstrauertag entsprochen. Hilfe dazu gab es auch vom Ortsteilbürgermeister.

Durch die Stadtverwaltung wurden zuvor in Eisenach Kränze zum Gedenken am Ärztedenkmal am Diakonissen-Mutterhaus, an der Georgenkirche, auf dem Hauptfriedhof sowie an der Gedenkstele für Zwangsarbeiter am Dürrerhof niedergelegt.

Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde macht von ihrem Hausrecht Gebrauch und untersagt die Anbringung eines Kranzes durch die NPD an der Eisenacher Georgenkirche
Vor Beginn des Gottesdienstes am Volkstrauertag brachten Vertreter der Stadt Eisenach gemeinsam mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde einen Kranz zum Gedenken an die Opfer der Kriege am Turm der Georgenkirche an. Um 10 Uhr begann der Kantatengottesdienst.
Überrascht wurde die Kirchgemeinde vom Ansinnen der NPD, im Rahmen einer Kundgebung auf dem Eisenacher Markt um 12 Uhr ebenfalls einen Kranz am Turm der Georgenkirche anbringen zu wollen.
Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Eisenach machte von ihrem Hausrecht Gebrauch und untersagte die Kranzanbringung durch die NPD. Gegen 12 Uhr waren Gemeindemitglieder, Mitglieder des Gemeindekirchenrates, Pfarrerinnen und Pfarrer an der Georgenkirche zusammengekommen, um dieser Haltung der Kirchgemeinde Nachdruck zu verleihen.

Rainer Beichler |

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