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Geschichtliches über die Eisenacher Kirchen (4)
Annenkirche

In der Wartburgstadt werden zum «Tag des offenen Denkmals» am 9. September die Kirchen in der Stadt im Mittelpunkt stehen. Das bundesweite Motto «Orte der Einkehr und des Gebets – Historische Sakralbauten» ermöglicht eine enge Verbindung zu dem in diesem Jahr gefeierten Elisabethjahr.
Neben den bekannten Kirchen der Stadt – Georgenkirche, Nikolaikirche, Annenkirche und Pfarrkirche St. Elisabeth werden auch die ehemalige Predigerkirche und die älteste Kapelle in Eisenach, die Clemenskapelle sowie mehrere Dorfkirchen der Ortsteile an diesem Tag geöffnet sein. Bei den vielfältigen Veranstaltungen wird stets die Geschichte der Kirchen einen zentralen Stellenwert einnehmen:

Annenkirche
Die Annenkirche wurde wahrscheinlich 1226 als Bethaus und Kapelle zusammen mit dem Hospital St. Annen gegründet. Über dem Torbogen verkündet eine Inschrift: «… im Jahre 1226 von der Hl. Elisabeth gestiftet».
Die alten Spitalbauten, die erstmals 1402 urkundlich erwähnt wurden und sich hinter der Kirche befanden, wurden mit dem Neubau des Hospitals St. Annen 1907 abgerissen.
Das ehemalige Bethaus fiel 1342 einem Stadtbrand zum Opfer und wurde beim Wiederaufbau zur Kapelle erweitert. In den Jahren 1634 bis 1639 wurde die Kapelle vergrößert und zur Kirche erweitert. Die erste Empore und zwei Renaissance-Portale an der Straßenseite wurden laut Inschrift »Anno Domini 1634» in dieser Zeit eingebaut, ebenso wie der Turm. Um 1742 wurde eine zweite Empore errichtet und die Kirche zur Garnisonskirche erweitert. 1883 wurde die Umfassungsmauer erhöht und der Chorraum im Inneren geändert.
Von 1874 bis 1954 ist die Annenkirche die Kirche der Stiftsgemeinde (Diakonissenmutterhaus). Das im Krieg zerstörte Chorfenster konnte 1948 durch ein Neues ersetzt werden. In den folgenden Jahren wurden immer wieder bauliche Veränderungen, Umgestaltungen und Erneuerungen im Inneren der Kirche vorgenommen. So in den Jahren 1957 und auch 1965 bis 1967, als aus statischen Gründen eine gerade Holz-Kassettendecke eingebaut werden musste. Nach und nach erhielt so der Innenraum der Annenkirche eine moderne Gestaltung, die nur noch wenig an ihr ursprüngliches Aussehen erinnert.

In den Jahren 2002 bis 2004 erfolgten umfangreiche Sanierungsarbeiten an der Kirche und es wurde ein neues, auf restauratorischen Untersuchungen basierendes, Gestaltungskonzept für den gesamten Innenraum umgesetzt.
Der Taufstein stammt aus romanischer Zeit, das Kruzifix ist spätgotisch.
Vom Turm ertönt das Geläut von zwei Glocken, einer kleineren, der «Annenglocke» (1638) und der größeren «Lutherglocke», die 1947 für die Georgenkirche gegossen wurde und seit 1960 in der Annenkirche läutet.

Rainer Beichler | | Quelle:

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