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 | Bildquelle: Stadt Eisenach

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Bildquelle: Stadt Eisenach

Goldschmiedenstraße im Eisenacher Stadtzentrum mit Lichterglanz wieder eröffnet

Die Eisenacher Goldschmiedenstraße wurde heute (18. Dezember) nach rund neunmonatiger Bauzeit wieder für den Verkehr frei gegeben. Oberbürgermeisterin Katja Wolf zerschnitt am Nachmittag das symbolische Band und begrüßte gemeinsam mit dem Gewerbeverein alle Gewerbetreibenden, Anwohner, Bauleute und Gäste zum Eröffnungsfest. Viele Lichter sorgten dafür, dass die Goldschmiedenstraße in neuem Glanz wieder erstrahlte. In den vergangenen neun Monaten wurde die Straße grundhaft neu ausgebaut und saniert. An den Bauarbeiten waren neben der Stadt Eisenach auch der Trink- und Abwasserverband Eisenach-Erbstromtal (TAV), die Eisenacher Versorgungsbetriebe (EVB) und anderen Versorgungsträger beteiligt. Die Baukosten für den städtischen Anteil betragen ca. 590.000 Euro, zuzüglich der Nebenkosten.

Anlieger unterstützten Finanzierung
Die Mittel für die Sanierung der Goldschmiedenstraße wurden im städtischen Haushalt 2014 eingeplant. Dass der Ausbau der Straße im Zentrum realisiert werden konnte, dazu haben die anliegenden Eigentümer der Goldschmiedenstraße sowie auch der bereits sanierten Bereiche der Johannisstraße, des Johannisplatzes und auch benachbarter Straßen selbst beigetragen. Sie haben freiwillig ihre Ausgleichbeträge für das Sanierungsgebiet abgelöst und so die Straßensanierung möglich gemacht

Ihre Bereitschaft kommt nicht nur der Goldschmiedenstraße zu Gute, sondern der ganzen Stadt. Sie haben geholfen, unsere gute Stube in Ordnung zu bringen, sagte Oberbürgermeisterin Katja Wolf zur Eröffnung.

Über die Ablösebeträge kamen 355.000 Euro zusammen. Die Stadt Eisenach hat mit 40.000 Euro Eigenmitteln eine Förderung von 266.000 Euro aus dem Bund- und Landesprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ sowie der Innenstadtinitiative des Landes Thüringen erhalten und somit die Gesamtfinanzierung sichern können.

Wenn dieses Beispiel Schule macht, wenn sich andere Eigentümer der Innenstadt ebenso zu einer vorzeitigen Zahlung der sonst zum Abschluss des Sanierungsgebietes fälligen Ausgleichsbeiträge entschließen, könnten in den kommenden Jahren noch manche zu sanierende öffentliche Straße, Plätze oder Gebäude attraktiv neu gestaltet werden, warb Katja Wolf für Nachahmer.

Was wurde neu gebaut?
Als im März die Arbeiten begannen, stand zuerst das Verlegen der neuen Leitungen für Abwasser, Trinkwasser, Elektroenergie und Gas auf dem Bauplan. Auch die Hausanschlüsse zu den Gebäuden wurden, wo von den privaten Eigentümern gewünscht, bei dieser Gelegenheit mit erneuert. Nach diesen, teils sehr aufwändigen, Arbeiten konnte dann die Firma Universalbau Mühlhausen im September mit dem eigentlichen Straßenbau beginnen. In den Gehwegbereichen galt es, noch die Leitungen für die Straßenbeleuchtung sowie der Telekom neu zu verlegen, bevor eine Frostschutzschicht für den Unterbau der Straße eingebaut werden konnte. Erst danach konnten die Bordsteine gesetzt und dann die Gehwege und schließlich die Fahrbahn neu gepflastert werden. Während der Bauarbeiten wurde deutlich, dass auch im Kreuzungsbereich in Richtung Georgenkirche die Pflasterfläche erneuert werden muss. Durch den schwerlastigen Baustellenverkehr musste das Areal mit neuen und größeren Steinen neu gepflastert werden.

Die Bauleute haben in der Goldschmiedenstraße mit großem Einsatz gearbeitet, haben Zeitverzüge aufgeholt und auch die Kreuzung noch fertig gestellt, lobte die Oberbürgermeisterin die gute Zusammenarbeit von Bauherr und Baufirmen.

Mit der Planung sowie der Bauausführung waren das Planungsbüro (Poch und Zänker GmbH, Erfurt) sowie die Baufirma (Universal Bau, Mühlhausen) beauftragt.

Verkehrsregelungen
Die Bauarbeiten brachten für die Anlieger der Goldschmiedenstraße und die Autofahrer große Einschränkungen mit sich. Die Straße war über Monate komplett für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Zufahrt zur Parkgarage der Sparkasse war stark eingeschränkt und ist teilweise gar nicht erreichbar. Zugleich gab es Umleitungen für den Auto- und Busverkehr.

Sie haben die lange Sperrzeit, die damit verbundenen Umwege und Beeinträchtigung mit viel Geduld und Toleranz ertragen. Dafür möchte ich allen an dieser Stelle ein großes Dankeschön sagen. Aber das Ergebnis – unsere neue Goldschmiedenstraße – kann sich wirklich sehen lassen, so die Oberbürgermeisterin.

Mit der Eröffnung kann die Goldschmiedenstraße nun wieder von der Johannisstraße in Richtung Markt befahren werden. Der Verkehr wird – wie vor der Straßensanierung – wieder in Richtung Schmelzerstraße und Lutherplatz weiter geleitet. Auch die Zufahrt zur Parkgarage ist frei. Allerdings muss der Busverkehr noch weiter die Umleitungsstrecke über die Sophienstraße nutzen, da die angerenzende zweite Baumaßnahme, die Straße hinter der Kirche, noch nicht abgeschlossen ist.

Zur Geschichte der Goldschmiedenstraße
Die heutige Goldschmiedenstraße hat ihren Namen vermutlich nach den ehemals dort wohnenden Goldschmieden. Sie wurde schon 1370 erwähnt als „in der goltsmide gassen“. Auf herzogliche Weisung wurde die Gasse 1783 erstmals grundhaft ausgebaut, hieß aber bis 1865 weiter Goldschmiedengasse, danach dann stets Goldschmiedenstraße. Sie war vom Stadtbrand 1617 besonders betroffen. Zu den bekannten Häusern der Goldschmiedenstraße gehören die Häuser Nr. 1/1a, 8/10 und 24. Das Fachwerkhaus Goldschmiedenstraße 1/1a wurde um 1760 errichtet. Es folgten Besitzerwechsel und Umbauten. In den 1930er Jahren wurde das Gebäude städtisches Eigentum und beherbergt nun einen Teil der Stadtverwaltung. Das Haus Goldschmiedenstraße 8/10 wurde 1930 vom Konsumverein als Kaufhaus errichtet. Während der NS-Zeit gehörte, da die Konsumgenossenschaften aufgelöst worden waren, das Haus dem Gemeinschaftswerk der Deutschen Arbeitsfront, 1948 erhielt es die wieder gegründete Konsumgenossenschaft zurück. 1967 wurde dort das Kinderkaufhauses „Steppke“ eröffnet. Seit vielen Jahren hat das Gebäude allerdings keine Nutzung mehr. In der Goldschmiedenstraße 24 hatte ab 1850 (Gründung) das Realgymnasium seinen Sitz – bis zur Errichtung des Neubaus 1862 in der Schmelzerstraße 19. Es beherbergte noch lange die Direktorenwohnung der Gymnasialdirektoren. Später war in den Räumen bis zur Nutzungsaufgabe ein Kindergarten.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Wolfgang

    Wie? Die Anlieger/ Bewohner und Hausbesitzer haben FREIWILLIG 350.000. EUR gezahlt?
    Das kann ich nicht glauben. Was sagt den die Straßenausbausatzung?

    • Stadtbewohner

      Kommunistische Wahrnehmung, dass alle freiwillig mitmachen. Haben die damals bei der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft auch schon behauptet.

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