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Hilfe von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz für Wandelhalle

Die Stadt Eisenach erhält erneut Unterstützung bei den Arbeiten an der Eisenacher Wandelhalle. Ein weiterer Fördervertrag der Wandelhalle Eisenach-Stiftung in der Treuhandschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) bringt Hilfe für den 3. Bauabschnitt. Am Dienstag überreichte Erwin Meusel, Ortskurator Eisenach der DSD, den Fördervertrag an Oberbürgermeister Matthias Doht. Die nun zur Verfügung stehenden 15000 Euro erhöhen den Eigenanteil der Stadt bei den anstehenden Arbeiten an den Fassaden. Insgesamt wird der Bauabschnitt, der die Außenfassade zum Kartausgarten und der Innenputz der Wandelhalle betreffen, rund 354000 Euro kosten. 312000 Euro sind davon Fördermittel des Landes, 27000 Euro kommen von der Stadt Eisenach. Gestaltet werden auch die Nischen an den Fenstern, die zu Funktionsräumen umgestaltet werden.

Am Standort eines ehemaligen Kartäuserklosters entstand nach einer Nutzung als herzoglicher Küchengarten in der Zeit von 1694-1748 um 1790 unter der Leitung von Johann Georg Sckell ein Park. Ab 1802 erfolgte der Ausbau zum botanischen Garten unter Leitung des Botanikers Friedrich Gottlieb Dietrich. Hermann Jägers gestaltete nach 1844 die „Karthausgarten“ genannte Anlage als englischen Garten um.

Ende des 19. Jahrhunderts war die Stadt bestrebt, durch einen Kurbetrieb den Fremdenverkehr zu fördern. Dazu wurden am Rande des Karthausgartens die erforderlichen Kureinrichtungen erbaut. Mittelpunkt des Kurgeschehens sollte die Wandelhalle werden, eine offene Halle mit angegliedertem Musikpavillon.

Im Juli 1906 wurde die Wandelhalle als Bestandteil des Kur- und Mineralbades nach Plänen des Dresdner Architekten Bollert eröffnet. Der langgestreckte Bau wird durch einen Mittel- und je einen Seitenpavillon akzentuiert. Zur Gartenseite hin öffnet sich die Halle mit Pfeilerarkaden und der Mittelpavillon mit einem halbrunden Portikus. Die Seitenpavillons werden zur Gartenseite hin durch Vorbauten ergänzt. Zur Anlage gehören neben der Wandelhalle auch noch ein 1825 erbautes Gärtnerhaus mit einem Teezimmer, das französische Landschaftstapeten um 1830 birgt.

Nachdem 1938 der Kurbetrieb eingestellt wurde, blieb das Gebäude in seiner exponierten Lage zwar weiterhin Konzert-, Versammlungs- und Veranstaltungsort der Eisenacher, aber die notwendige Bauunterhaltung unterblieb. Ende der 60er Jahre war der Bauzustand so schlecht, dass fast ein Abriss erfolgte.

1974 wurde der Parkbereich östlich der Wandelhalle verändert. Die Wandelhalle im Park bildet noch heute einen besonderen Blickpunkt. 2001 wurde in der Treuhandschaft der DSD die Wandelhalle Eisenach-Stiftung gegründet, die nach der Instandsetzung durch die Stadt die dauerhafte Pflege und den Unterhalt des Baudenkmals übernehmen soll.

Am 20. September 2008 ist die Wandelhalle Veranstaltungsort für ein Konzert der Benefizreihe Grundton D, die der Deutschlandfunk in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zugunsten bedrohter Baudenkmale durchführt. Es spielt das Bundesjazzorchester unter der Leitung von Jigg Wigham.

OB Doht freute sich über die Unterstützung seitens der Stiftung. Das Geld komme von vielen Eisenachern, die für ihre Wandelhalle etwas tun wollten. Durch die Bauarbeiten werden die vielfältigen Veranstaltungen nicht beeinträchtigt. Gerade diese zeigen, wie die Wandelhalle als Veranstaltungszentrum angenommen werde. Besonders der Kindertag macht dies erneut deutlich.

Rainer Beichler |

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