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 | Bildquelle: IHK Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: IHK Eisenach

IHK startet in Eisenach neue Innenstadtinitiative

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, neuer Tendenzen im Verbraucherverhalten sowie des Wettbewerbes zwischen Stadt und Land geraten die Thüringer Mittelzentren immer mehr unter Druck. Innovative Ansätze sind gefragt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt startet daher in Eisenach eine neue Innenstadtinitiative.

„Insbesondere die Entwicklung des Einzelhandels ist seit vielen Jahren von einem tief greifenden Strukturwandel geprägt“, beschreibt IHK-Haupt-geschäftsführer Gerald Grusser die aktuelle Situation in den Städten. „Das Online-Geschäft gewinnt gegenüber dem stationären Handel an Gewicht. Shopping-Center, Discounter und der zunehmende Filialisierungsgrad setzen insbesondere den inhabergeführten Einzelhandel unter Druck.“

Damit gehe die Gefahr einher, dass Innenstädte veröden. Pulsierende Zentren seien aber nicht nur die Visitenkarten einer Stadt, sondern auch als Dienstleistungs- und Tourismusstandort sowie für die Gewinnung von Fachkräften und potenziellen Investoren von großer Bedeutung.

„Gemeinsam mit erfahrenen Experten für Stadtentwicklung und dem Gewerbeverein Eisenach wollen wir beispielhafte Impulse für die Stärkung des Stadtzentrums geben“, umreißt Grusser die Ziele der Initiative. Dabei soll die Innenstadt nicht nur städtebaulich-funktional sondern auch wirtschaftlich gestärkt werden.

„Dies ist eine Herausforderung, die die Einzelhändler nicht allein bewältigen können. Auch die Gastronomen, Gewerbetreibenden, Dienstleister, die Grundstücks- und Hauseigentümer bis hin zur Stadtverwaltung müssen ins Boot geholt werden“, so der IHK-Chef. Städtische Zentren sollten künftig so gemanagt werden, dass sie ihre Rolle als Motor der regionalen Wirtschaftsentwicklung erfüllen können. Der Netzwerkgedanke stehe bei dieser Initiative im Vordergrund. Tote Schaufenster oder lebendiges Treiben im Zentrum? Internet total oder Gewerbesteuereinnahmen für Kindergärten, Straßen und Schulen? Die Rechnung sei einfach: Nur ein Euro, der vor Ort ausgegeben wird, könne in Jobs, Infrastruktur und ein lebenswertes Umfeld fließen.

Die Netzwerkinitiative „Innenstädte erfolgreich machen“ der IHK Erfurt startet neben Eisenach zeitgleich in den Städten Apolda, Sömmerda und Sondershausen. Ergänzend zu den Aktivitäten in den jeweiligen Städten ist auch ein Erfahrungsaustauch untereinander geplant.

Steffen E. | | Quelle:

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  • Innenstadtbewohner

    Wichtig ist es aus meiner Sicht, die Goldschmiedenstraße besser in die Einzelhandelslandschaft der Innenstadt einzubinden. Diese hat mit vielen größeren und kleineren Geschäftshäusern und dem architektonisch bemerkenswerten, leider seit Jahren leerstehenden Kaufhaus Steppke viel verschenktes Potential, gerade nach der jetzt laufenden Sanierung der Straße. HIer ist Fungerspitzengefühl bei der weiteren Stadtentwicklung gefragt – warum nicht z.B. eine zweite Fußgängerzone parallel zur Karlsstraße etablieren?. Parken am Tor zur Stadt, dann vom Karlsplatz über Markt, Goldschmiedenstraße und Johannisplatz (Schwager) bummeln und zurück zum Parkhaus. Das wäre doch was, oder?

    • vigilando ascendimus

      Sie haben gute Ideen für die Innenstadtenwicklung. Auch die Alexanderstraße sollte man in solche Überlegungen einbeziehen. Schade das solche Überlegunge in den letzen 25 Jahren von keiner Stadtregierung aufgegriffen wurde! Ein Blick nach Gotha zeigt, wie es gehen könnte!

  • Felix Berg

    Hier schließt sich der Kreis von Thüringen 25 Jahre lang auf Lohndumping zu setzen. Die Spareinlagen aus DDR Zeiten halfen einige Jahre über diese Politik hinweg zu täuschen. Selbst der neue Mindestlohn hat derart viele Unternehmer freundliche Schlupflöcher das die Geldmangelsituation noch Jahrzehnte fortbestehen wird. Menschen kaufen da wo sich es sich leisten können. Natürlich ist eine belebte Innenstadt schön mit vielen Geschäften und Gastro.-Einrichtungen. Man hat voll ignoriert das Produkte auch Kunden brauchen und das gerade in einer Überflussgesellschaft, der Nenner lag auf Export. Auch hier hat man vergessen das nicht nur Produkte exportiert worden sind sondern auch in großem Maß die gesamten Produktionsanlagen. Die Globalisierung heizt das alles noch an. Die Produktionskosten dürfen nicht höher liegen als in Bangladesch. So muss es bei niedrigen Löhnen bleiben und der Einzelhandel wird zerstört. Einst gab es noch einen Lichtblick – Made in Germany- aber auch das ist verworfen, zu 99% steckt heute China drin. Jeder einzelne dieser schritte bescherte wenigen Milliarden an Gewinnen, auf der Strecke bleibt die Bevölkerung. Da es keine Möglichkeit gibt diese Geistesblitze zu stoppen bleibt nur abzuwarten bis das gesamte Kartenhaus zusammenbricht. Ein Weg das sterben etwas hinauszuzögern währe wenn die Einzelhändler eine Einkaufgemeinschaft bilden, aber einig werden die sich nie, jeder will rascher ein größeres Konto aufweisen.

    • vigilando ascendimus

      Werter Herr Berg,
      ich verstehe bei manchen Ihrer Beiträge nicht,
      worauf sie überhaupt hinaus wollen. Geht es Ihnen um allgemeine
      Kapitalismuskritik oder um Versuche, anderen Lesern die Welt zu
      erklären. Irgendwie ist das alles etwas diffus.

      • Felix Berg

        Das ist nicht wirklich tragisch wenn sie das nicht verstehen. Der Personenkreis den es betrifft kann etwas damit anfangen und dann ist das ok so. Ob Politik im großen oder im kleinen- sie ist immer abhängig von der Entwicklung in der Gesellschaft in allen Bereichen, zudem kann man nur einen Fortschritt erzielen wenn man auf Vergangenes schaut, gutes oder Fehlentwicklungen einbezieht. Zu dem sollte ein Besuch der Hannovermesse für jeden Politiker Pflicht sein um einen Blick auf die Zukunft zu erhaschen. 25 Jahre hat man die Entwicklung verpennt oder außer acht gelassen. Die Eisenacher Innenstadt obliegt einem stetigen Wandel, Geschäfte die gestern noch da waren gibt es morgen teils nicht mehr ( in der Regel immer dann wenn die Förderungen auslaufen). Das liegt aber nicht an den Geschäften sondern an den Grundvoraussetzungen. Sie würden auch nicht vom Turm in ein Schwimmbecken springen in dem kein Wasser ist, da ist auch die Idee wir stellen ein Planschbecken rein nicht wirklich hilfreich.

        • Ortsteilbewohner

          Die eigentlichen Versäumnisse gab es aber in den 1950er bis 80er Jahren, in denen die Innenstadt dem Verfall preisgegeben war und nicht unerhebliche Teile der historischen Bebauung der Abrissbirne zum Opfer fielen. Das man 40 Jahre Versäumnisse nicht von 1990 bis 2012 lückenlos und fehlerfrei aufholen konnte liegt schon aus monetären Gründen auf der Hand. Hinzu kommt der Niedergang des klassischen Einzelhandels, der ein deutschlandweises, wenn nicht globales Problem darstellt.

          • Felix Berg

            Bedenken Sie die unterschiedlichen Begleichungen an Reparationskosten in Ost und West. Darin liegt aber nicht das Problem, andere Städte haben es auch geschafft, heute mit wunderschönen Altstadtkernen. Es liegt daran was man will. Ich erinnere nur mal an den Horror das Jugendstilbad zu vernichten. Heute kommt das Problem hinzu das die jungen Leute in die alten Länder quasi evakuiert wurden um dort das Generationenproblem zu bereinigen ( mit Erfolg). So stehen Häuser leer und ganze Straßenzüge oberhalb des Parterre. Resultat- kaum nennenswerte Steuereinnahmen und die Fördermittel werden der am Tropf hängenden Industrie zugebilligt. Es sind einfach zu viele Firmen in und um Eisenach die nicht des Aufbaus Ost wegen her kamen, sondern einfach weil es horrende Fördermittel gab und die Produktivkräfte billig und vor allem einschüchterbar waren. In den alten Ländern wäre das so nie möglich gewesen. Noch heute setzt man auf Existenz Gründungen obwohl man weis das die Kaufkraft nicht vorhanden ist und wiederum einzig Fördermittel helfen. Was Geld in die Kassen spülen konnte ist der Tourismus, für jenen stimmt aber das Umfeld nicht, ungepflegt und verwahrlost wird man beim befahren aus allen Richtungen von der Natur begrüßt und auf der suche nach einem Parkplatz warteten Jahre lang die Knöllchenjäger, nicht um Hinweise aus Gastfreundschaft zu geben, nein, nur um zu kassieren. Chance vertan, unter diesem Ruf hat die Region noch Jahrzehnte zu leiden, ich vermute viel viel länger als es die DDR gab.

          • vigilando ascendimus

            Also der Verfall der Mitteldeutschen Städte zu Zonenzeiten hat nun weißgott nichts mit Reparationen an die Siegemächt zu tun, wenngleich die „heldenhafte Sowjetunion“ ihre Zone tatsächlich stärker ausplünderte, als die Westmächte ihre Zonen (letzere hörten wenigsten so um 1950 mit der Plünderung auf!).

            Der entscheidende Fakt für den Niedergang der Städte in Mitteldeutschland waren doch die staatlich verordneten Billigmieten und die damit einhergehende Zwangsenteignung der städtischen Hausbesitzer durch die deutschen (!) Kommunisten.

            Es ist übrigens nicht die Wiedervereinigung Ursache dafür, dass der „Osten“ in manchen Dingen noch in Rückstand ist, sondern die Kommunistenwirtschaft in den 45 Jahren davor.

            Die Einheit hätte viel früher kommen müssen. Ohne die russischen Panzer hätten wir Deutschen den Kommunistenspuk schon 1953 beenden können.

            Gab es denn Ihrer Meinung nach denn nach der Wende wirkliche vernünftige Alternativen zur eingeschlagenen Entwicklung? Dass Fehler gemacht wurden, wissen inzwischen alle! Hinterher ist man bekanntlich schlauer.

            Aber im Vergleich zum Rest Ostmitteleuropas haben wir es doch in Mitteldeutschland gut getroffen, mal von dem in Eisenach oft selbstgemachten Elend abgesehen. Wem es in Mitteldeutschland zum Jammern zumute ist, dem empfehle ich, einmal einen Blick in die heutige Tschechei zu werfen! Das macht wieder etwas zufriedener.

  • Nachdenker

    Wenn man überlegt, dass Gebäudeeigentümer nach 1989 in der Goldschmiedenstraße Objekte 25 Jahre dem Verfall preisgegeben haben und diese dann ohne jegliche Planungen für eine Neubebauung abgerissen wurden. Ich frage mich, was solche Menschen für ein Verantwortungsbewusstsein haben? In dieser Straße klaffen ja nun mehrere Baulücken und es gibt mehrere Objekte die noch auf die Sanierung warten. Andere Städte sind da bedeutend weiter, warum nur?

    • vigilando ascendimus

      Lassen sie sich doch mal vom Eigentümer über die jaherlangen Schwierigkeiten berichten, die er mit der Stadtverwaltung Eisenach hatte, ehe Sie hier über andere Leute urteilen.

      Dass nun auch noch die Kommunisten in Thüringen regieren, traägt mit Sicherheit nicht dazu bei, dass HAUSEIGENTÜMER, DIE WOHN- ODER GESCHÄFTSRÄUME ODER -HÄUSER VERMIETEN wollen, Vertrauen schöpfen. Diue Eigentümer müssen nämlich vorfinanzieren:

      Also, ihre Sozialismusparolen sind hier fehl am Platz, lieber sogenannter Nachdenker. Aber vielleicht sind Sie selber geschäftstüchtig und vertrauensseelig genug, um ein solches Grundstück zu erwerben und zu bebauen. Viel Spaß mit der sozialistischen Regierung in Thüringen!

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