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Bildquelle: © S. Blume

Jugendamt bildete Kindergärtner zu Kinderschutzfachkräften aus

Familiäre Problemlagen möglichst frühzeitig zu erkennen und geeignete Präventionsmöglichkeiten auszubauen – ist ein zentrales Ziel der Mitarbeiter des Jugendamtes im Bereich Frühe Hilfen. Nachdem im Jahr 2013 und 2014 jeweils 20 Kinderschutzfachkräfte aus verschiedenen Bereichen der Jugendhilfe ausgebildet wurden, startete im April 2016 eine 3. Qualifizierungsmaßnahme in der dreizehn Erzieherinnen und ein Erzieher aus Kindertageseinrichtungen darin geschult wurden, Belastungssituationen sowie drohende oder bereits eingetretene Gefährdungssituationen für Kinder zu erkennen. Die Teilnehmer lernten, eine Abschätzung bezüglich der Gewichtung vorzunehmen und ihre Kollegen im Umgang mit diesen Situationen beratend zu unterstützen. Dabei ging es ebenso um Gefährdungen im häuslichen Umfeld aber auch in der Kindertageseinrichtung selbst.

Im Rahmen der Qualifizierung wurde der Kinderschutz als ein wichtiges Thema behandelt, ohne dabei jedoch Hysterie zu betreiben. Schließlich gilt im deutschen Rechtsstaat das Prinzip der Unschuldsvermutung. Das heißt, Eltern dürfen nicht vorverurteilt oder stigmatisiert werden. Die ErzieherInnen wurden dahingehend sensibilisiert, ihr eigenes Handeln in Verdachtsfällen zu reflektieren, um nicht mit „Scheuklappen“ oder einem „Tunnelblick“ die Situation der Kinder und deren Eltern zu beurteilen.

Überforderung und Hilflosigkeit der Eltern mit der eigenen Lebenssituation sind häufig Ursache für eine mangelhafte Pflege oder Erziehung der Kinder. Mit dem Angebot von Hilfen können ErzieherInnen im Rahmen der Möglichkeiten einer Kindertageseinrichtung oder der Weiterleitung an spezielle Beratungsstellen Eltern beim Bewältigen ihrer Aufgaben unterstützen.

Die Qualifizierung zur Kinderschutzfachkraft schlossen die Teilnehmer mit einem bundesweit anerkannten Zertifikat ab. Die Ausbildung wurde fachlich von Bernd Reith, Leiter des Instituts für systemische Fortbildung und Beratung und Bernd Scheumann, Leiter des Jugendamtes Wartburgkreis, begleitet.

Neben der Vermittlung von Rechtssicherheit bzw. den rechtlichen Rahmenbedingungen des Kinderschutzes vermittelten die beiden Dozenten unter anderem die Aufgaben und Funktionen des Jugendamtes sowie die Vorgehensweisen bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung in Kindertageseinrichtungen. Die TeilnehmerInnen lernten, welche Aufgaben eine Kinderschutzfachkraft hat, welcher Ablauf im Verdachtsfall einer Kinderwohlgefährdung zu beachten ist, was in welchen Unterlagen zu dokumentieren ist und wie Gespräche mit Eltern und nahen Angehörigen in schwierigen Situationen zu führen sind.

Finanziert wurde die Qualifizierungsmaßnahme unter anderem aus Fördermitteln des Thüringer Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport im Rahmen des Landesprogramms Kinderschutz.

Foto: Die neuen Kinderschutzfachkräfte mit Dozent Bernd Reith, der Kreisbeigeordneten Nicole Gehret und Bernd Scheumann, Leiter des Jugendamtes.

Andrea T. | | Quelle:

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