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Landesregierung prüft weiteres Vorgehen bei naphthalinbelasteten Gebäuden

In der heutigen Fragestunde im Thüringer Landtag wurde auch das für Eisenach aktuelle Thema der Naphthalinbelastung in Schulen und Kindergärten aufgegriffen. Hierzu berichtete die Landesregierung: Bei auffälligen Geruchsbelastungen melden die zuständigen Schulämter oder Kindertagesstätten die Fälle an das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Erste Maßnahmen sind dann Raumluftuntersuchungen und bei erhöhten Richtwerten das Lüften der betroffenen Räume. Bei stärkeren Belastungen erfolgen die Nichtnutzung und gegebenenfalls die Schließung dieser Gebäude. Dies sei in einem Fall, nämlich der Regelschule „Wartburgschule“ in Eisenach erforderlich gewesen. Insgesamt waren von 2011 bis 2014 acht öffentliche Gebäude, davon sieben Schulen und ein Kindergarten, von erhöhten Naphthalinwerten betroffen. Die Nachfrage der CDU-Fraktion, ob die Einrichtung einer Task Force notwendig sei, verneinte Gabi Ohler, Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport. Aufgrund der geringen Fallzahlen werde diese derzeit noch nicht für notwendig gehalten, werde aber weiter geprüft.

Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Einrichtung einer Task Force aufgrund „geringer Fallzahlen“ verzichtbar sein soll. Wir wissen, dass die bekannten Fälle lediglich die Spitze des Eisberges sind. Daher halte ich landesweit übergreifende, abgestimmte und koordinierte Maßnahmen für unabdingbar! Das geht mit der Beauftragung des Gutachters los, schließt Handlungsempfehlungen ein und beinhaltet auch eine Kommunikationsstrategie. Dieses sensible Thema muss professionell angegangen werden, da macht es sich die Landesregierung zu einfach!

so Raymond Walk.

Der Eisenacher Abgeordnete erkundigte sich darüber hinaus, inwiefern die Sanierung der Wartburgschule seitens der Landesregierung unterstützt wird. Hier wurde eine organisatorische Unterstützung zugesagt, für eine eventuelle finanzielle Unterstützung wäre dann das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft zuständig. „Die Zusage der Landesregierung im Fall „Wartburgschule“ die Stadt Eisenach organisatorisch zu unterstützen, begrüße ich. Die in Aussicht gestellte finanzielle Hilfe halte ich für dringend geboten. Hier darf das Land Eisenach nicht hängen lassen!“.

Steffen E. | | Quelle:

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  • Nachdenker

    Warum wurde eigentlich zu Zeiten der CDU Regierung in der Landeshauptstadt noch keine „Task Force “ für notwendig erachtet? Das Problem steht doch schon seit längerer Zeit an! Der Bürger mag diese leidigen Schuldzuweisungen nicht. Meine Sympathie verspielt man so definitiv. Aber ich wiederhole mich gerne, der Bürger erwartet positive Fortschritte in der Stadt, keine gegenseitigen Schuldzuweisungen.

  • Alteisenacher

    Ich glaube nicht, dass hier Herr Raymond Walk als Heilsbringer auftreten muss… zu Zeiten der CDU hats da auch schon gestunken…

    • Nachdenker

      Und genau aus diesem Grund würde ich gerne ein paar erläuternde Worte hierzu von Herrn Walk hören!

    • besorgter Vater

      Das ist, mit Verlaub, quatsch. Das Problem trat zunächst (zu Zeiten des SPD-Bürgermeisters) nur in derWartburgschule in Eisenach auf. Erst ab Herbst 2014 wurden auch weitere Fälle bekannt (u.a. Kita Hötzelsroda), nachdem man den Erreger des Gestanks in der Wartburgschule identifiziert hat (warum haben SPD und Linke dafür in Eisenach eigentlich so lange gebraucht?).

      Die Wartburgschule war da möglicherweise erst die Spitze des Eisberges; eine schnelle Lösung scheint dringend geboten, jedoch regiert die neue Landesregierung insgesamt etwas phlegmatisch, so dass hier entsprechender Druck der Opposition durchaus angemessen ist, schließlich geht es um die Gesundheit von Kindern.

      • Till Eulenspiegel

        Ich möchte mal einen besorgten Vater etwas entgegen bringen worüber er mal nachdenken sollte. Bevor ich zu den Naphthalin Vorfällen in den Schulen komme, möchte ich eins zwei Dinge zu Naphthalin loswerden die -mensch wissen sollte. Naphthalin ist nicht nur in Weichmachern von Kunststoffen, Kunstleder, Laminat, Spielzeug und anderen Kunststoffen enthalten sondern Naphthalin ist auch ein natürliches Insektizid was vor allen von Termiten, einzelnen Hirscharten und anderen Huftieren gebildet wird um sich vor Ameisen und anderen Kriechtieren zu schützen.
        Demnach ist bei jeden Insektizid (Ameisen,- Mückentötolin ) Naphthalin enthalten.
        Besorgte Eltern sollten sich dies auch zu Herzen nehmen, auch was es angeht welches Spielzeug kaufe ich meinen Kindern etc. und oder welchen Fußbodenbelag lege ich bei den Kids in das Kinderzimmer.
        Und genau das scheint falsch gelaufen zu sein auch bei den betroffenen KiDas, Schulen, Behördengebäuden etc.
        Die Sanierung der Wartburgschule begann 2011, damals gab es eine Baudezernentin Gisela Rexrodt, dennoch glaube ich nicht das man da so schnell den/die Schuldige gefunden hat.
        2011 war noch keine Linke an der Macht und das gegenseitige vorwerfen wer Schuld hat bringt nix, in vielen Gebäuden z.B. Arbeitsamt, stinkt es schon seit Jahren und da interessiert es niemand. CDU Politiker würden sagen, „so lange die Grenzwerte nicht überschritten sind, müssen wir nix tun“ und das tun sie schon seit Jahren und gerade deshalb sollte man froh sein, das sich jetzt was tut.

        • vigilando ascendimus

          Chemisch-biologisch ist Ihr Beitrag hervorragend. Hiweisen mochte ich sie aber auf den heir veröffentichten Bericht zur Naphtalinbelastung in Ruhla. Unsache: Kleber von 1913. Wenn man natürlich heute wegen der „grünen“ Wärmeschutzverordnung alles verdämmt (verweise auf den Spiegel-Leitartikel „Die verdämmte Republik“) kann kein Zimmer mehr atmen, und man bekommt mit Probleme mit dem Naphtalin. Also die Diskussion über die „guten Kommunisten“, die endlich etwas tun, und die „bösen Schwarzen“ die angeblich nichts tun, ist völlig fehl am Platz!

        • Gisela Rexrodt

          Nun denn, ich hatte mich zum Thema bereits schon geäußert. Ich darf davon ausgehen, dass keiner sagen möchte, egal wer zuständig war, dass hier absichtlich diese Dinge passierten. Oberbürgermeister/Baudezernenten, egal welcher Zugehörigkeit, beschließen mit dem Stadtrat Investitionen und alle waren froh, dass diese gelang (andernfalls hätte die Schule abgerissen werden müssen). Nach allen Formalien beginnt dann die Sanierung eines Gebäudes. Mit Verlaub, kein OB oder Baudezernent geht täglich schnuppernd auf die Baustelle, um zu erriechen, ob da was nicht in Ordnung ist – auch kamen die Gerüche erst zwei Jahre nach Fertigstellung, womit hätten Frau Wolf oder Herr Ludwig nach Amtsübernahme täglich schnuppern gehen müssen. Die Tatsache, dass etwas gefunden wurde und dass gehandelt werden muss, ist unbestritten und auch, dass zukünftig bei Sanierungen darauf geachtet werden muss- was keiner vorhersehen konnte. Das schließt aber weitere Vorkommnisse auch in aderer Richtung nicht aus – es sei denn, wir finden einen Weissager.

    • vigilando ascendimus

      … und sicher auch schon zu Zonenzeiten.

      Ich bin mal gespannt, was bei der Prüfung durch die sogenannte „Landesregierung“ herauskommt. Ist an sich auch egal.

      Die heutige Gesetzeslage in Thüringen ist doch klar: Für die Schulgebäude sind die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig. Für die Lehrinhalte Landesverwaltung und Landesregierung. Die Gefahr, dass man in Thüringen wieder versucht, unsere Kinder ideologisch zu vergiften, halte ich im Moment für größer als die Gefahr von Naphtalin.

      • Alteisenacher

        …aha, die vier Besatzungszonen, da hats überall gestunken…

    • vigilando ascendimus

      … und zu Zonenzeiten hat es auch schon gestunken, Genosse!

      Was ich in dem gesamten Zusammenhang nicht verstehe, ist welche Rolle dabei der neue Landtag und unsere sogenannte Landesregierung spielt. Aus dem Thüringer Schulgesetz geht doch klar hervor, dass für die materiellen Voraussetzungen der Schulen der Schulträger, also der Landkreis oder die kreisfreie Stadt zuständig ist und für die Lehrinhalte die Landesverwaltung (Schulamt, ThILM und Bildungsministerium) und die Landesregierung.

      Angesichts der Gefahr, dass die SED-geführte Landesregierung versucht sein könnte, unsere Kinder wie früher wieder ideologisch zu vergiften, sind die Gefahren überhöhter Naphtalinwerte überschaubarer.

      • Alteisenacher

        Genosse, die Zonenzeiten waren vom 8. Mai 1945 bis zum 7. Oktober 1949, dann hatten wir nur noch Sektoren in Berlin, im Geschichtsunterricht mal gefehlt?

        • vigilando ascendimus

          Eine Deutsche Demokratische Republik, die den Namen halbwegs verdient, hat es nur zwischen April 1990 und 3. Oktober 1990 gegeben!

          Zu Ihren Ansichten kommt man eben, wenn man immer noch alles glaubt, was man zu Zonenzeiten alles im Geschichtsunterricht gelernt hat.

          Heute ist selbständiges Denken gefordert!

          • Alteisenacher

            …dann denken Sie mal nach, ob das hilfreich ist, hier mit dem

            Begriff „Zone“ so rumzuschleudern…

          • vigilando ascendimus

            Habe nachgedacht! Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass die Verwendung des Begriffes „Zone“ gegenwärtig nicht nur hilfreich sondern auch notwendig ist, um der Verklärung der Zonenzeiten als Zeiten des „sozialistischen Paradieses“ durch Sie und andere entgegenzutreten.

          • Alteisenacher

            Habe erst mal für ein paar Tage Winterurlaub in der Ostzone gemacht, in den Westzonen wars mir zu teuer…

  • Felix Berg

    Das Problem ist nicht Parteipolitisch zu klären. Auffallend ist doch die Häufung in der Region. Hier hätte wohl vordringlich die Staatsanwaltschaft einiges zu klären.

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