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 | Bildquelle: Forstamt Bad Salzungen

Beschreibung:
Bildquelle: Forstamt Bad Salzungen

Landrat Krebs besuchte Forst

Wartburgkreis. Bei einer Begehung des Forstamtsbereiches Bad Salzungen, welche stellvertretend für alle Forstamtsbereiche des Landkreises erfolgte, informierte sich Landrat Reinhard Krebs von Jörn Uth, Leiter des Forstamtes Bad Salzungen, über die aktuelle Lage im Forstamtsbereich.

Besichtigt wurde bei der Begehung unter anderem eine große, bereits geräumte Sturmwurffläche am Glöckner direkt unterhalb des Rennsteigs. Hier hatte der Sturm «Kyrill» im Januar dieses Jahres rund 7 ha Fichtenwald geworfen und gebrochen. Für die Aufbereitung des bis zu 5 m übereinanderliegenden Bruchholzes kam sogar ein Baggerharvester eines baden-württembergischen Forstunternehmens zum Einsatz. Derzeit laufen die Planungen für die Wiederbewaldung der Fläche für die kommenden Jahre in Form von natürlicher Verjüngung und einer Wiederaufforstung mit Fichte, Bergahorn und zum Teil Douglasie. Dabei muss sich der Forst dem Problem des Schutzes der jungen Bäumchen gegen Wildverbiss stellen.

Interessiert beschaute Landrat Krebs einen großen Platz mit Rundholz. Uth erläutert, dass das Forstamt Bad Salzungen aufgrund der wachsenden Bedeutung von Holzkonservierungen einen Test zur Nasslagerung auf großen Beregnungsstätten über einen Zeitraum von 12 bis 15 Monaten durchführt. Die Holzfläche wird auf Beregnungsstätten ständig nahe am Fasersättigungspunkt gehalten, damit Pilze keine Chance haben, in das tropfnasse Holz einzudringen. Die Lagerung in Folien ermöglicht dabei eine stabile «Innenatmosphäre». Im Frühjahr des nächsten Jahres will sich Krebs über den Erfolg der Lagerung informieren.

Thomas Reichhardt, lehrender Forstwirtschaftsmeister an der Lehrlingsausbildungsstätte auf dem Kissel stellte Reinhard Krebs das ihm eigene Objekt und die derzeit in der Ausbildung befindlichen Lehrlinge des 2. und 3. Lehrjahres vor. Die Information zu den Leistungen des im 3. Lehrjahr befindlichen Lukas Krey, welcher zweitbester Lehrling Thüringens ist und beim Bundeswettbewerb den 6. Platz von 25 Teilnehmern erreichte, nahm der Landrat begeistert entgegen: «Es freut mich sehr, wenn unsere jungen Menschen solche außerordentlichen Ergebnisse erzielen.»

In Bad Salzungen und Merkers schauten sich Uth und Krebs die momentanen Holzverladegleise mit jährlich deutlich über 100000 Fm Rundholz an. Die größten Holzverladestationen Mitteldeutschlands befinden sich damit in der Region. Sie garantieren eine erhebliche Reduktion des Straßengüterverkehrs zu den weit entfernten Holzverarbeitungsbetrieben durch Transportverlagerung auf die Schiene.

Beeindruckt zeigte sich Krebs von einer Versuchsfläche auf dem Bornkopf in der Gemarkung Stadtlengsfeld, wo die Wuchsleistungen verschiedener Kiefernrassen vorgestellt wurde, die unmittelbar benachbart wachsen. Sie demonstrierte eindrucksvoll, welche Sorgfalt die Förster bei Wiederaufforstung im Hinblick auf standortangepasste Pflanzenherkünfte walten lassen müssen. Diese besondere Verantwortung ist nur wenigen Menschen bewusst.

In der Gemarkung Weilar arbeiten engagierte Bürger der Gemeinde unter der Führung von Revierleiter Frank Hammerstein und des Weilarer Bürgermeisters Harald Fey eng zusammen und organisieren eine flächenübergreifende Waldbewirtschaftung der Kleinparzellen. Infolge des Sturmes «Kyrill» sind hier mehrere 100 Fm Sturmholz gefallen. Künftig soll die entstehende Gemeinschaft die Pflege und den Schutz der Weilarer Kleinprivatwälder organisieren. «Diese Gemeinschaftsarbeit begrüße ich sehr,» so der Landrat «die Arbeit im Team ist nach den Sturmschäden von großer Bedeutung.»

Eine äußerst aktiv arbeitende Forstbetriebsgemeinschaft konnte sich Reinhard Krebs auf dem Hundskopf ansehen. Zurzeit umfasst die im Juli 1997 mit 56 ha gegründete Fläche rund 156 ha und enthält Kleinprivatwald von 148 Mitgliedern mit 450 Parzellen in den Gemarkungen Langenfeld, Hohleborn und Leimbach. Eine einzelflächenweise Bewirtschaftung wäre hier aufgrund einer durchschnittlichen Größe der Waldflurstücke von 0,35 ha praktisch unmöglich. Auf den Gemeinschaftsflächen können im Zuge von planungsmäßigen Pflege- und Durchforstungsarbeiten momentan über 700 Fm Rundholz jährlich bereitgestellt werden.

Mit moderner Technik (Radharvester, Kettenbagger mit Seilwindenausrüstung) arbeiten im Staatswald Hundskopf Frank Mäder und Uwe Kröcher. Beide zählten in den letzten Monaten neben den 34 eigenen Waldarbeitern des Forstamtes zu den Aktivposten bei der Bruchaufbereitung.

Für die ausführlichen Erläuterungen zeigte sich Reinhard Krebs äußerst dankbar: «Ich war erschrocken, welche Bilder der Sturm Kyrill an manchen Stellen hinterlassen hat, und gleichzeitig bin ich sehr froh zu sehen, wie die Arbeit hier gemeinschaftlich vorangeht und welche neuen Ideen aufgegriffen wurden», sagte Krebs nach dem ca. 4-stündigen Rundgang.

Rainer Beichler | | Quelle:

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