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 | Bildquelle: ThüringenForst

Beschreibung:
Bildquelle: ThüringenForst

Mäuseschäden auch im Wald gravierend

Nach den Sturmereignissen wie z. B. Kyrill lag der Schwerpunkt der Wiederaufforstung im Forstamt Marksuhl vor allem bei der Eiche, die tief wurzelt und langfristig an eine mögliche Klimaerwärmung angepasst ist. Bis die kleinen Eichen in 180 Jahren geerntet werden können, müssen sie nicht nur Wetterunbilden widerstehen, Wildverbiss trotzen, schneller als die Begleitflora wachsen, den Eichenmehltaupilz besiegen sondern aktuell auch den Appetit von Mäuseheeren überstehen. Sven Thiene, Revierförster in Wilhelmsthal, traute seinen Augen nicht. Stattliche Bäume in den Forstkulturen trieben nicht aus oder fielen einfach um. Ursache ist der Wurzelfraß der Schermaus, der auch vor armstarken Bäumen keinen Halt macht. „Es ist schon frustrierend, wenn man denkt, die Kultur ist gesichert und man dann praktisch wieder bei „Null“ anfangen muss,“ so Sven Thiene. Eine punktuelle chemische Bekämpfung der Schädlinge ist bei einer Massenvermehrung wenig sinnvoll. Die Förster hoffen auf einen baldigen natürlichen Zusammenbruch der Population und die Unterstützung von Füchsen, Wildschweinen und Greifvögeln beim Eindämmen der Nager.

Steffen E. | | Quelle:

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  • Christian

    Fragt sich doch immer wie so eine Massenvermehrung entstehen kann. Schuld ist immer die Natur, Fehler in der von Monokulturen und aufgeräumten Wäldern geprägten Forstwirtschaft sind undenkbar. Auch werden Fuchspopulationen gerne sinnloser Weise von Jägern klein gehalten, wobei gerade Füchse und Greifvögel die Hauptfraßfeinde von Mäusen sind. Greifvögel die im Wald jagen sind bei uns jedoch sehr rar geworden, was wiederum mit der Bewirtschaftung durch den Menschen zu tun hat. Alte Bäume, stehendes Totholz und von Menschen ungestörte Flächen sind so gut wie nicht mehr zu finden.
    Es gibt jedoch Lösungsansätze. Schon kleine Teile naturbelassenen Waldes können sich enorm positiv auf die Artenvielfalt auswirken und bieten den Fraßfeinden der Mäuse unterschlupf. Auch eine Vermischung der Bestände und stehen/liegen lassen von Totholz sind positiv. Selbes gilt überdies auch für die normale Feldwirtschaft: die Zusammenhänge verstehen und danach handeln, da braucht es dann auch keine Chemie-Keulen die Mensch und Tier gefährden.

    • Andrea Altmann

      Danke für diesen Kommentar ! Sie sprechen mir aus der Seele !!!!

    • Felix Berg

      Der Wald ist schon solange es den Menschen gibt in Nutzung. Er wurde gehegt, gepflegt und war sauber von Unrat und Altholz, 1000 sende von Jahren hat das funktioniert, bis der moderne Mensch kam und es im Wald Industriell zur Sache ging. Im Wald geht es zu wie auf einer Autobahn, Fahrräder, Motorräder, Quads, Jäger die 10 mal am Tag mit dem PKW den Wald durchpflügen und zuletzt der Forst, welcher alles liegen lässt was sich nicht rechnet. Unter Bergen von Unrat kann auch er nichts fangen, Astkronen kann er nicht zur Seite schaffen, wenn es denn einen Fuchs vor lauter Lärm noch im Wald aushält. Heute klagen alle das der Wald kaputt geht, weil wir glauben es besser zu wissen als unsere Ahnen und so schaut der Wald dann auch aus.
      Der kleinste Hauch von Wind bringt schon blankes Chaos mit umgestürzten Bäumen, der kleinste Regen führt zu Überschwemmungen weil das Wasser nicht mehr genügend in Bäumen gespeichert wird. Die ÖKOS pochen solange darauf das sie dennoch Recht haben bis der letzte Baum Geschichte ist.

      • Christian

        Obwohl ich Ihnen prinzipiell ja recht gebe, so muss ich Ihnen doch in gewissen Punkten widersprechen. Das ein Wald „gepflegt“ werden muss, ist ein Grundgedanke der schon falsch ist! Ein „sauberer“ Wald – dass wird uns als korrekt suggeriert und stand schon in unseren Kinderbücher. Gut und natürlich ist das aber absolut nicht. Wer von uns kennt denn noch einen richtigen Wald? Selbst der Hainich wird ja „aufgeräumt“.
        Altholz, Totholz wie auch immer kann im Wald gar nicht genug liegen. Da unsere Forst und Jagdwirtschaft aber nicht damit klar kommt, wird im Unterholz „sauber“ gemacht. Tiere können sich ja fern halten, wenn es Ihnen nicht passt.

        Dass das mit dem Wald und dem Menschen tausende von Jahren geklappt haben soll, kann ich so auch nicht stehen lassen. Die Nutzung des Waldes seit dem Neolithikum ist steht exzessiv gewesen. Brandrodungen für Felder, Abholzung ganzer Landstriche für die Bronzeverhüttung und später für die Eisenverhüttung – es war stets nur ein nehmen, auch wenn dieses damals noch regionale Grenzen kannte. Spätestens seit dem Beginn der Forstwirtschaft im ausgehenden Mittelalter (man brauchte vor allem wieder gutes Bauholz) entwickelte sich der Wald zu einer landwirtschaftlichen Fläche.
        Man kann das akzeptieren, sollte aber nicht so tun, als wäre diese landwirtschaftliche Fläche die pure, reinste Natur.

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