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 | Bildquelle: Stadt Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: Stadt Eisenach

Mühlhäuser Straße: Acht Altbäume müssen gefällt werden

In der Mühlhäuser Straße, zwischen Kreuzung Grüner Baum und Amrastraße, werden Anfang der kommenden Woche auf der Mittelinsel die acht verbliebenen, alten Lindenbäume gefällt. Die Stadt beauftragte eine Fachfirma, die Arbeiten am Montag und Dienstag (14. und 15. April) auszuführen.

Die Fällung der Bäume ist erforderlich, da die Verkehrssicherheit an dieser viel befahrenen Straße auf andere Weise nicht gewährleistet werden kann. Dies ergaben eigene Kontrollen und auch eine anschließende intensive Begutachtung eines Sachverständigenbüros. Die Bäume haben im Stamm tiefe morsche Stellen. An den Kronenansätzen drohen kranke Äste abzubrechen. Zudem vermuten die Fachleute im Wurzelbereich weitere Schäden, die die Standsicherheit beeinträchtigen. Anfang Februar 2014 war bereits eine der Linden an diesem Straßenabschnitt plötzlich umgestürzt.

Die Fällungen sind gemäß der Baumschutzsatzung der Stadt Eisenach und des Naturschutzgesetzes mit der städtischen Umweltabteilung und der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt

Obwohl die Bäume auf der Grünfläche der Mittelinsel gefällt werden, ist die angrenzende Fahrspur in diesem Bereich zu sperren. Die Stadtverwaltung bittet die Autofahrer um Verständnis für die Behinderungen.

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Regelmäßige Kontrolle der 12.000 Bäume im Eisenacher Stadtgebiet – Elektronisches Baumkataster im Aufbau

Rund 12.000 einzelne Bäume und weitere Baumgruppen stehen auf öffentlichen Flächen im Eisenacher Stadtgebiet und sind in einem Baumkataster erfasst. Bernd Weißenborn und Burkhard Schmiedel von der städtischen Grünflächenabteilung haben täglich einige der Bäume im Blick. Die beiden Männer sind in Eisenach unter anderem für die Baumkontrollen und das Baumkataster verantwortlich. Außerdem bauen sie das neue elektronische Baumkataster auf.

Von den 12.000 Bäumen im Stadtgebiet zählen etwa 25 Prozent zu den Jungbäumen – sie sind noch nicht älter als zehn Jahre. Drei Viertel des Baumbestandes gelten als alt (über 50 Jahre) oder sind zumindest in der Reifephase dazwischen. Berücksichtigt sind dabei noch nicht die Baumbestände des Stadtparks oder des Parks Dürrerhof.

Regelmäßig prüfen die beiden Männer an jedem Baum verschiedene Details. Neben der allgemeinen Vitalität des Baumes kontrollieren sie beispielsweise Krone und Stamm, Astgabeln, Verwachsungen und die Wurzelansätze. Dabei achten sie auf abgestorbene Äste, Risse im Stamm oder holzzerstörende Pilze und Flechten an Stamm und Ästen sowie im Umfeld des Baumes. »Es ist stets nur eine Sichtkontrolle”, sagt Sachgebietsleiter Bernd Weißenborn und ergänzt: »Wenn jedoch um den Baumstamm viele Pilze wachsen, kann dies auf beschädigte Wurzeln hinweisen.” Vermuten die beiden Männer gravierende Schäden, stoßen sie zur Probe mit einem Metallstab in den Boden oder klopfen den Stamm mit einem Gummihammer nach faulen Stellen ab. Auch Stellen, an denen Äste abgebrochen sind, werden genauer begutachtet. Für spezielle Untersuchungen müssen jedoch Fachleute hinzu gezogen werden.

Kontrollen zur Verkehrssicherheit haben Vorrang

Jede Baumkontrolle ist immer nur eine Momentaufnahme. In der Regel steht jeder Baum alle zwei Jahre auf der Kontrolliste. »Wir kontrollieren auch zu verschiedenen Jahreszeiten, denn totes Holz ist ohne Laub in den Kronen besser erkennbar”, erklärt Burkhard Schmiedel. Vorrang haben aus Sicherheitsgründen stets die Bäume an Straßenrändern und Wegen sowie bei öffentlichen Einrichtungen (Spielplätzen, Kindertagesstätten und Schulen). Außerdem werden auch Bäume mit bekannten Schäden öfter kontrolliert. Ebenso ist das Alter des Baumes für den Kontrollrhythmus ausschlaggebend. Grundlage für die Baumpflege und -kontrollen ist eine Allgemeine Richtlinie der Forschungsgesellschaft für Landschaftsentwickung und Landschaftsbau e.V. (FLL). Die Richtlinie gibt Kontroll-Intervalle von ein bis drei Jahren vor.

Anhand der Ergebnisse werden die konkreten Pflegearbeiten für die Bäume festgelegt. So sind beispielsweise abgestorbene Äste (Totholz) zu entfernen oder Kronen zurück zu schneiden. Manchmal lassen sich Fällungen nicht vermeiden. »An erster Stelle steht immer die Sicherheit auf den öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen”, betont Bernd Weißenborn. Andererseits sind auch wirtschaftliche Überlegungen nicht außer Acht zu lassen. Die Kosten für aufwändige Pflegearbeiten fallen meist für mehrere Jahre an. Sie sollten dem Wert des Baumes entsprechen. Neben dem Erhalt der Bäume ist auch an die schrittweise Erneuerung des Baumbestandes zu denken.

Elektronisches Baumkataster im Aufbau

In Eisenach wird seit dem Herbst 2013 jede Baumkontrolle mit einem mobilen Handgerät erfasst. Die Ergebnisse werden anschließend pro Baum in das neue elektronische Baumkataster übertragen. Der Aufbau dieser elektronischen Erfassung läuft im Amt für Tiefbau und Grünflächen seit dem Jahr 2012 nebenher. Nach der Installation der erforderlichen Programme und verschiedenen Schulungen können Bernd Weißenborn und Burkhard Schmiedel das System nun seit vorigem Herbst in der Praxis anwenden. »Etwa 25 Prozent des Baumbestandes sind bisher im elektronischen Baumkataster eingepflegt. Es geht Schritt für Schritt voran”, so Weißenborn.

Ein Baumkataster auf Papier gibt es für die Eisenacher Stadtbäume seit 1993. Burkhard Schmiedel hat es damals mit aufgebaut. »Wir sind Straße für Straße abgelaufen. Jeder Baum musste neu erfasst werden”, erinnert er sich. 2005 hatte dann jeder Baum seine Nummer und ein eigenes Kontrollblatt. Festgehalten sind darauf neben Art und Alter des Baumes auch der genaue Standort (mit Planzeichnung), die regelmäßigen Kontrollergebnisse sowie eventuelle Besonderheiten wie Pflegeschnitte. Alle diese Angaben tragen die beiden Männer nun nach und nach per Hand in das elektronische Kataster ein.

Foto: ©Stadt Eisenach

Karl-Heinz Brack | | Quelle:

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