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Neues Zuhause für seltene Mehlschwalben und für Fledermäuse

Das erste Schwalbenhaus auf dem Gebiet der Stadt Eisenach ist bezugsfertig und erwartet jetzt zum Frühlingsbeginn seine ersten Bewohner. Es steht in Hötzelsroda und dient als Zuhause vor allem für geschützte Tiere wie Mehlschwalben und Fledermäuse. Die Dezernentin für Bau, Umwelt und Verkehr, Gisela Rexrodt, weihte das Schwalbenhaus offiziell ein. Zu diesem Anlass übergab sie auch eine Patenschaftsurkunde an die Kinder der evangelischen Grundschule Eisenach. Im Rahmen des Unterrichts und in Projekten werden die Kinder das Geschehen am Schwalbenhaus protokollieren sowie die Vogelarten und deren Schutz kennenlernen.

Dr. Rudolf Sienhold (Vogelschutzwarte Seebach) informierte zur Einweihung des Hauses über die Mehlschwalbe, ihre Gefährdung und mögliche Schutzmaßnahmen. Schwalben sind nach dem Gesetz besonders geschützt. Ihr Bestand geht seit einigen Jahren immer weiter zurück. In Thüringen gilt die Spezies als gefährdet und steht auf der Roten Liste.

Alexander Claußen (IG Vogel- und Fledermausschutz und Forschung Eisenach e.V.), der den Bau des Schwalben- und Fledermaushauses mitinitiierte, gab Auskunft über Fledermäuse.

Im Neubaugebiet »In der Schultelle” und »Am Weihersbach” im Eisenacher Ortsteil Hötzelsroda lassen sich jedes Jahr viele Schwalben beobachten. Doch die Nistmöglichkeiten für diese Vögel werden immer knapper. Mit Vorliebe bauen sie ihre Nester an steilen Wänden. Damit die Schwalben nicht nur an den neuen Hausfassaden in dem Wohngebiet nisten, entschloss sich die Stadtverwaltung, ein eigenes Quartier für die Mehlschwalben zu errichten. Nicht zuletzt soll so auch die Bevölkerung für die gefährdete Spezies sensibilisiert werden.

In Zusammenarbeit mit der »IG Vogel- und Fledermausschutz und Forschung Eisenach e.V.” konzipierte das Umweltamt der Stadtverwaltung dieses Vorhaben. Spenden und Fördergelder wurden eingeworben und der Standort ausgesucht. Hilfreich waren dabei auch Hinweise der Staatlichen Vogelschutzwarte in Seebach. Gebaut wurde das Schwalbenhaus vom städtischen Bauhof und der Zimmerei Jürgen Bieniek aus Großenlupnitz. Eine Infotafel in Hötzelsroda informiert über das gesamte Projekt und die Tiere.

Ganz besonders bedankt sich die Stadt bei den Geldgebern, ohne die das Projekt nicht möglich geworden wäre. Unterstützung kam vom Thüringer Umweltministerium, der Naturstiftung David, dem BUND Eisenach, der Firma Südhausbau, dem Einkaufszentrum PEP, dem Autohaus Schorr, von Hans-Uwe Köhler und der Agrargenossenschaft Hötzelsroda. Rund 5500 Euro kamen dabei zusammen. Weitere Mittel stammen aus Ausgleichszahlungen.

Rainer Beichler | | Quelle:

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