Eisenach Online

Werbung
 | Bildquelle: © Stadt Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: © Stadt Eisenach

Neugestalteter Lutherplatz ist eingeweiht

Mit Blick auf das Lutherjahr 2017 wurde in den vergangenen fünf Monaten der Lutherplatz vor dem Lutherhaus in Eisenach neu gestaltet. Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Bürgermeister Dr. Uwe Möller übergaben heute (24. Oktober) den neuen Lutherplatz offiziell der Öffentlichkeit.

Ich freue mich, dass der Lutherplatz rechtzeitig vor der Eröffnung des Jubiläumsjahres ,500 Jahre Reformation‘ fertig ist. Der Platz hier vor dem Lutherhaus präsentiert sich in einem neuen und modernen Outfit und bereichert unsere Innenstadt, betonte die Oberbürgermeisterin zur Einweihung.

Sie dankte nochmals ausdrücklich dem Freistaat Thüringen, der das Projekt Lutherplatz mit in den „Masterplan Eisenach 2017“ aufgenommen und damit die Finanzierung gesichert hatte.

Der Lutherplatz teilt sich in zwei Bereiche, zwischen denen ein gepflasterter ca. 2,15 bis 2,80 Meter breiter Weg in Richtung Schlosshotel und Residenzkeller führt. Der Fahrweg direkt vor dem Lutherhaus wurde erhalten. Im hinteren Bereich zwischen dem Eingang zum Schlosshotel und der Esplanade erhielt die Pflasterung einen besseren Unterbau. Zwischen diesen beiden Wegen konnten die vorhandenen Bäume erhalten werden. Das Gefälle zum niedriger liegenden Areal fangen Travertinstufen ab, die zu den Seiten hin auslaufen. Die Platzfläche in Richtung Creutznacher Haus behielt die ungebundene Deckschicht. An der Süd- und Ostseite wurde eine Pergola in L-Form errichtet. Diese erinnert an den Grundriss des ehemaligen Marstall- und Gewölbekellergebäudes. Die Pergola besteht aus 14 rechteckigen Stahlbetonpfeilern in Architekturbetonqualität. Bereits gesetzte Rankpflanzen begrünen künftig die Pergola.

Während der Arbeiten waren auf dem Lutherplatz im Bereich der Pergolen die Reste der Grundmauern älterer Gebäude gefunden worden, die im Wesentlichen erhalten werden sollten. Im Bereich der Mauerreste wurden weitere Teile freigelegt. Nach Gesprächen mit dem Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wurde bei der weiteren Bauausführung darauf gestalterisch reagiert. Der Verlauf der alten Grundmauern ist nun als Pflasterband exakt nachgezeichnet. Dafür wurden gesicherte Materialien der Funde verwendet. Zudem erfolgte eine genaue Dokumentation der Funde.

Am Boden ist der Platzteil mit Natursteinpflaster eingefasst. Darin erinnern beschriftete Stahltafeln mit dem Schriftzug: “Grundriss des ehemaligen Marstalls, erbaut im Goldenen Zeitalter Eisenachs, 1698 – 1729“ an die Stadtgeschichte. Die Stahltafeln bestehen aus Corten-Stahl, einem wetterfesten Baustahl. Entstanden ist auf dem Lutherplatz ein neu gestalteter innerstädtischer Freiraum, auf dem auch eine Wasserstele sowie Sitzgelegenheiten und neue Lampen zum Verweilen einladen. Dafür wurde ein neuer Frischwasseranschluss verlegt – ebenso wie weitere Versorgungsleitungen. Nachträglich werden noch Metall-Geländer montiert, die als Begrenzung zum Creutznacher Haus und bei den Bäumen zur Fahrgasse hin vorgesehen sind. Spätestens in der ersten Novemberwoche sollen dann auch die letzten Bauzäune verschwunden sein.

Die planerische Umsetzung und Bauüberwachung erfolgte durch das Eisenacher Büro für Freiraumgestaltung Planteam A1. Die Bauarbeiten erledigte das Bauunternehmen GBN Granitbau Nordhausen GmbH. Die Gesamtkosten von 400.000 Euro werden über das Bund-Länder-Städtebauförderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ und mit einer Zuwendung des Landes Thüringen gefördert – als ein wichtiges Investitionsvorhaben im Rahmen des „Masterplanes Eisenach 2017“ zur Vorbereitung des Reformationsjahres.

Zur Geschichte des Platzes: Der heutige Lutherplatz war früher vollständig bebaut. Dort gab es eine Brauerei, den Marstall des einstigen Residenzschlosses sowie Archivgebäude. Ein Großteil wurde bei einem Bombenangriff 1945 zerstört und später abgerissen, so dass ein freier Platz entstand.

Andrea T. | | Quelle:

Werbung

Die Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft und sofern sie unseren Richtlinien entsprechen, freigegeben.

  • Grummel

    Endlich etwas Stein und Beton. Eisenach im Allgemeinen und der Marktbereich im Besonderen verfügen, im Gegensatz zu anderen Städten, über eine solch reichhaltige Innenstadtbegrünung, da wurde offensichtlich eine wartungsarme Variante bevorzugt. Fegen ist halt billiger als pflegen und pflanzen.
    Da sich Architektenhonorare i.d.R. nach der Projektsumme richten, war das sicherlich ein Schnäppchen. Obwohl, wenn dort künftig so gut gepflegt wird wie am Johannis-, Schiffs- Theater- und Roeseplatz, gibt es wenigstens irgendwann einmal etwas Moos.
    Preisfrage: Welches ist der einzige noch nicht sanierte Platz in der Innenstad? (Tipp: Blumen und Wiese)

    • „Car“-Platz

      Schwierige Frage, aber es gibt da eine Hundewiese vor dem Hotel Steigenberger. Weiterhin die nahe Co2 resistente Blumen-Anbaufläche, die kunstvoll von unzähligen wirr geparkten Fahrzeugen auf Sperrflächen umrahmt wird. Ist es zufällig der „Car“-Platz?

      • Mormon

        Hundewiese? Diese Hundewiese ist immerhin der „grüne“ (ok, braune) Teppich den man beschreitet, wenn man das Baugerüstkunstwerk „Mit Luther bei Ikea“ besucht (falls das mal geöffnet hat, versteht sich.)

  • Lutherplatz

    Sollte eine Platzeröffnung nicht gemeinsam mit den Bürgern der Stadt an einem Wochenende erfolgen? Die Bürger arbeiten an einem Montag-Vormittag! Schade, da fühlen sich die Steuerzahler doch irgendwie übergangen und mißachtet. Was sagt die Verwaltung zu diesem außerst unglücklichen Termin?

    • Gisela Rexrodt

      Warum sollte die Eröffnung mit den Bürgern erfolgen, wenn doch auch Planung, Bauausführung und freihändige Vergabe der Leistung ohne die Bürger und Stadtrat erfolgte?
      Ich darf aus der Idee (Betonung liegt auf Idee) von 1996 zitieren: 4 Bäume, einige Bänke, eine Trinkschale. „Mehr Zierrat verträgt dieser Platz nicht.“ Aber wenn man schon mal das Steuergeld aus Erfurt bekommt, heißt es zuschlagen.

Top