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Notinsel – Zeichen für schutzbedürftige Kinder

In Eisenach wurden jetzt die ersten Notinseln eingeweiht. Dabei handelt es sich um Geschäfte und Einrichtungen, die Kindern in Gefahrensituationen Schutz und Hilfe bieten.

Kinder erleben immer häufiger, dass der Weg zur Schule oder zum Sport zum Gefahrenweg wird und Angst und Gefahr zum Alltagsleben dazu gehören. Deshalb brauchen Kinder im Alltag unseren besonderen Schutz.

Die Karlsruher Stiftung Hänsel + Gretel hat 2002 die Initiative ergriffen und das Projekt «Notinsel» initiiert mit dem Ziel, Anlaufstellen für Kinder zu schaffen, die sich bedroht fühlen und Hilfe benötigen. Die BKK Aktiv bringt als Partner der Stiftung Hänsel + Gretel das Projekt «Notinsel» in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenach und der Polizei jetzt nach Westthüringen.

Das Bürgerbüro der Stadt am Markt, das Kundencenter der BKK Aktiv in der Kleinen Löbergasse und das Sportfachgeschäft «Intersport Schwager» wurden nun als erste Notinseln offiziell eingeweiht.

«Wo wir sind, bis Du sicher» heißt das Motto der Initiative und derselbe Slogan befindet sich auf dem Notinsel-Aufkleber, der die drei beteiligten Geschäfte und Einrichtungen als Zufluchtsorte für in Not geratene Kinder kennzeichnet.

Für Susanne Jaschinski, Geschäftsstellenleiterin der BKK Aktiv in Eisenach und selbst Mutter von zwei Kindern, ist die Teilnahme am Projekt selbstverständlich und die Einweihung der ersten drei Notinseln nur der Startschuss: «Die Umwelt für unsere Kinder sicherer zu machen, ist Teil unserer gesellschaftlichen Mitverantwortung. Das bedeutet für uns, auch andere Unternehmen und Institutionen zu motivieren, Engagement und Flagge zu zeigen. Unser Ziel ist es, bis zum Weltkindertag am 20. September 50 Notinseln im gesamten Stadtgebiet einzurichten, bevorzugt in der Umgebung von Schulen und Kindertagesstätten. Einige der Notinseln sollen auch nachts und am Wochenende erreichbar sein».
Hierzu seien bereits erste Gespräche mit verschiedenen Behörden, den Schulen und dem Eisenacher Gewerbeverein geführt worden, um eine strategisch sinnvolle Verteilung in der Stadt sicherzustellen.

Eisenachs Oberbürgermeister Matthias Doht, der die Schirmherrschaft für das Projekt in Eisenach übernommen hat, sieht in der Initiative «ein deutliches Signal für noch mehr Kinderfreundlichkeit unserer Stadt». Erfahrungen aus anderen Städten wie Erfurt hätten gezeigt, dass die Notinseln eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung finden und von den Kindern in Notsituationen tatsächlich aufgesucht werden. «Neben den Anlaufstellen hat die Notinsel vor allem auch eine wichtige Präventivfunktion», so Doht.

Das Projekt Notinsel wurde seit dem Start der Initiative 2002 bereits in vielen deutschen Städten etabliert. Eisenach ist der 63. Notinsel-Standort bundesweit und nach Erfurt der zweite in Thüringen.

Notinseln können generell alle Unternehmen, Geschäfte und Institutionen werden, die eine Selbstverpflichtung zum Handeln statt Wegsehen unterzeichnen – Einzelhandelsgeschäfte, Banken, Apotheken, Tankstellen, Friseurgeschäfte, Restaurants, Hotels, Bäckereien und Metzgereien ebenso wie städtische Einrichtungen und Betriebe, die für Kinder leicht zugänglich sind.

Interessierte Geschäfte können sich an die BKK Aktiv, Katrin Becker, Tel. 03691-721836, E-Mail: Katrin.Becker@bkk-aktiv.de wenden.

Die Entstehung der Notinsel
Im Jahr 2001 wurden in Deutschland innerhalb weniger Monate acht kleine Kinder verschleppt, missbraucht und getötet. Die Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung war groß.
Jerome Braun, Geschäftsführer der Stiftung Hänsel + Gretel, welche sich den Kinderschutz zur Aufgabe gemacht hat, musste in dieser schwierigen Zeit immer wieder die gleichen Fragen beantworten: Was kann man tun, um seine Kinder zu schützen und was können Kinder tun, wenn sie sich bedroht fühlen? Jerome Braun gab umfassend Rat, stellte aber auch fest, dass es Notpunkte geben müsse, die Kinder anstreben können, wenn sie Hilfe benötigen oder Schutz brauchen. Und diese Notpunkte müssten leicht erkennbar und leicht erreichbar sein. Aus dieser Überlegung heraus entstand das Projekt «Notinsel».

Rainer Beichler |

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