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 | Bildquelle: Torsten Jung

Beschreibung:
Bildquelle: Torsten Jung

Öffentlichkeitsarbeit gegen das Vergessen

Seit rund zehn Jahren steht es nun schon leer und ist damit Denkmal und Mahnmal zugleich: das Rote Schloss in Mihla. Um 1581 entstanden, zählt das Fachwerkhaus aus der Renaissance zu den am umfangreichsten erhaltenen Denkmälern aus dieser Zeit, die in Westthüringen zu finden sind.

Doch inzwischen nagt der Zerfall sichtlich an dem höfischen Gemäuer, welches schon als SS-Führerschule, Grenzpolizeiquartier und auch als Pflegeheim genutzt wurde. Dabei ist die ursprüngliche Bausubstanz zu großen Teilen noch erhalten und auch der Innenhof des Schlosses wird stetig gepflegt. Dafür einsetzen tut sich eine kleine Gruppe um Oliver Rindschwentner. Der 36-Jährige sitzt nämlich dem Förderverein Rotes Schloss Mihla e. V. vor und kümmert sich in dieser Eigenschaft zusammen mit 46 Weiteren um die Zukunft des geschichtsträchtigen Hauses. Dabei ist es nicht immer ganz einfach, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wirklich zu erhalten, weiß der junge Mann:

Unser Rotes Schloss hat einen Sanierungsbedarf von circa 4,8 Millionen Euro. Das ist nicht gerade wenig und schreckt manchen Investor ab.

Nichtsdestotrotz können sich die Mitglieder des Fördervereins einiges vorstellen, was mit dem wirklichen schönen Gemäuer in Mihlas Ortskern in naher Zukunft geschehen könnte. So ist für sie beispielsweise das Konzept einer gemeinsamen Nutzung von Naturparkverwaltung und Forst ein gefälliger Ansatz. Doch auch andere Konzepte stehen zur Debatte in dem Förderverein und sollen dabei helfen, das Rote Schloss wieder herzurichten und in einen ansehnlichen Zustand zu verwandeln.

Doch bis es soweit ist, dass sich etwas maßgebliches tut, leisten die Mitglieder  des Vereins erst einmal Öffentlichkeitsarbeit gegen das Vergessen, wie sie es nennen. Auch am vergangenen Sonnabend war es soweit und die engagierten Ehrenamtlichen zauberten mit der zweiten Mihlaer Schlossnacht ein gelungenes Ambiente vor das marode Haus. Mit handverlesener Musik, unter anderem aus den Instrumenten der Werrataler Musikanten und von der Band Three Play, verzauberten sie einen ganzen Abend lang zahlreiche Gäste und sorgten mit bunten Lichteffekten für eine einzigartige Stimmung auf dem Schlosshof. Und nutzten überdies auch die Gelegenheit, um Spenden für die Erneuerung ihres Schlosses zu sammeln.

Torsten Jung

Foto: Torsten Jung

Torsten Jung

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Paul-Philipp Braun

Foto: Paul-Philipp Braun

Paul-Philipp Braun

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Paul-Philipp Braun |

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