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Rokokosaal im Stadtschloss kann wieder genutzt werden

Der Rokokosaal im Nordflügel des Eisenacher Stadtschlosses wird nach langer Zeit erstmals wieder genutzt. Zu den 13. Telemann-Tagen steht der Saal wieder für zwei Konzerte zur Verfügung: Am Sonntag, 22. Juni (19.30 Uhr Kammerkonzert mit der Mitteldeutschen Barock-Compagney Eisenach) und am Sonntag, 29. Juni (16 Uhr, Festkonzert mit den Mitteldeutschen Barocksolisten). Der Zugang zu Saal erfolgt über die eiserne Treppe im Schlosshof, die auch zum Kulturamt führt.

Der Saal, der bis Anfang der 90er Jahre für Veranstaltungen genutzt wurde, war aus Sicherheitsgründen und wegen der Sanierung des Schlosses viele Jahr lang nicht öffentlich zugänglich.
Das opulente Deckengemälde von dem österreichischen Maler Josef Michael Daysinger mit dem Titel „Triumph der Galatea“ wurde vorsorglich samt Rahmen abgenommen, weil die Deckenkonstruktion des Saals Schäden aufwies. Der Stuck in dem Raum wurde von Johann Michael Brühl (gest. 1806) in den Jahren 1745 – 1747 geschaffen.
Galatea ist eine Nymphe des Mittelmeeres aus der griechischen Mythologie. Sie gehört zu den Nereiden – das sind Begleiterinnen des Meeresgottes Poseidon, die Schiffbrüchige beschützen und Seeleute mit Spielen unterhalten.

Im vergangenen Jahr wurde die Decke des Rokokosaals gesichert und gedämmt. Eine erneute Untersuchung der Decke hatte ergeben, dass die Schäden an den Deckenbalken nicht so gravierend waren wie befürchtet. Die ständigen Klimaschwankungen im unsanierten Saal wirkten sich in der Vergangenheit jedoch negativ auf die Gemälde aus. So wurde über der Decke des Rokokosaals zusätzlich eine Dämmschicht aus Lehm eingebaut, damit das Raumklima für die Gemälde und die Stuckverzierungen im Rokokosaal wieder optimaler wird.
Das Deckengemälde erhielt einen neuen, hölzernen Spannrahmen und wurde wieder an seinem Platz angebracht. Danach wurden noch restauratorische Reinigungsarbeiten an der Decke und an den Wänden ausgeführt. Zuletzt wurden noch die Wandgemälde wieder aufgehängt, die zur Sicherheit abgenommen worden waren, als im Saal das Gerüst für die Deckensanierung aufgestellt wurde.

Im Zusammenhang mit der Deckensicherung des Saales musste auch an der Schlossfassade des Nordflügels in der Alexanderstraße gearbeitet werden. Im Obergeschoss – in Höhe des Rokokosaals – war der Putz zu erneuern. Außerdem wurden die Fenster mit den zugehörigen Bekleidungen überarbeitet und auch das Dach oberhalb des Saales und über den angrenzenden Bereichen neu gedeckt.
Alle Arbeiten wurden mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt.

Der Nordflügel des Schlosses ist aber noch lange nicht fertig saniert. So ist beispielsweise der Vorraum des Rokokosaals nur provisorisch hergerichtet, um den Saal zeigen zu können.
Der Saal ist deshalb auch nur eingeschränkt nutzbar: In Abstimmung mit der Denkmalbehörde und dem Brandschutzamt können dort jährlich fünf Veranstaltungen mit maximal 99 Personen stattfinden.
Da der Rokokosaal keine Heizung hat (schon seit der Erbauung des Schlosses in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts), können die Veranstaltungen nur während der wärmeren Monate stattfinden.

Das Schloss, in dem unter anderem das Thüringer Museum und das Stadtarchiv ihren Sitz haben, wird auch in diesem Jahr weiter saniert. So soll das Erdgeschoß des Südflügels fertig gestellt werden, so dass hier wieder Ausstellungsräume zur Verfügung stehen. Dann folgt die Fertigstellung des Mansardgeschosses im Südflügel.

Rainer Beichler | | Quelle:

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