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Saatguternte in den Thüringer Wäldern angelaufen

Allmählich kehrt in den Thüringer Wäldern Herbststimmung ein. Nicht nur das bunte Laub sondern auch die zahlreichen Früchte und Samen deuten an, dass sich die Natur auf den nahenden Winter vorbereitet.

Im Forstamt Marksuhl läuft in diesen Tagen die Saatguternte bei der Baumart Buche an. In ausgewiesenen Waldbeständen wurden Netze ausgelegt, auf denen sich in den kommenden Wochen die fallenden Bucheckern sammeln. Dabei ist Buche nicht gleich Buche. Je nach Standort gibt es für die einzelnen Baumarten unterschiedliche Herkunftsgebiete. Eine Buche, die im Wald bei Marksuhl wächst und den dortigen Klimabedingungen genügt, würde am Rennsteig sicherlich schlechtere Wuchsleistungen zeigen.

Nur besonders gut gewachsene Waldbestände erlangen das Prädikat «Anerkannter Saatgutbestand». Merkmale wie Astfreiheit, gerade Baumschäfte, Gesundheit und gutes Wuchsverhalten sind die Voraussetzung. Ausschließlich in diesen anerkannten Wäldern darf Saatgut geerntet werden. Aktuell sind im Forstamt Marksuhl circa 173 Hektar Wald als Saatgutbestand ausgewiesen. 75 % davon sind Buchenwälder, aber auch Eichen, Fichten, Lärchen und sogar die seltene Douglasie können im Forstamt beerntet werden.

Obwohl heute durch die naturnahe Waldwirtschaft weniger junge Bäume gepflanzt werden müssen, weil die Natur dies bei richtiger Lichtsteuerung alleine übernimmt, muss man für «schlechte Zeiten» vorbereitet sein. Im Jahre 2007 vernichtete der Sturm «Kyrill» quasi über Nacht große Waldgebiete, die anschließend wiederaufgeforstet werden mussten. Um für solche Extremfälle gewappnet zu sein, halten die Baumschulen stets ein gewisses Maß an Jungpflanzen jeder Herkunft vorrätig. Hinzu kommt, dass die Waldbäume nur alle paar Jahre ausreichend fruktifizieren. In diesem Jahr sind fünf bundesdeutsche Baumschulen im Marksuhler Forstamtsbereich zur Ernte eingewiesen. « Sogar die Bayrischen Staatsforsten beziehen das Saatgut für Hochlagenherkünfte der Rotbuche aus unserem Forstamt», teilte Forstamtsmitarbeiterin Antje Jarski mit.

Frank Bode | | Quelle:

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