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Sanierung der Wandelhalle hat begonnen

Die grundlegende Sanierung der Eisenacher Wandelhalle hat am Donnerstag, 24. Juni, begonnen. Der erste Bauabschnitt umfaßt den Neubau der Toiletten einschließlich eines behindertengerechten WC, die Verbesserung des Baugrunds, die Abdichtung des Südflügels, Naturstein- und Putzarbeiten sowie Arbeiten an den Außenanlagen. Die Arbeiten sollen im Oktober 2004 abgeschlossen werden. Weitere Bauabschnitte werden folgen.

Die Sanierung kostet insgesamt rund 1,3 Millionen Euro. Etwa eine Million Euro kommt aus Städtebaufördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Der Freistaat Thüringen hat für den ersten Abschnitt Fördermittel in Höhe von 348000 Euro übergeben. Zur Begründung hieß es: „Bei der Wiederherstellung dieses Kleinods der Thüringer Baukultur handelt es sich um ein beispielhaftes Leitprojekt der Innenstadtinitiative des Freistaats. Mit der sanierten Wandelhalle erhalten Thüringen und die Stadt Eisenach darüber hinaus einen weiteren Touristenmagneten.“

Die Wandelhalle an der Eisenacher Wartburgallee (B19) ist fast 100 Jahre alt und erinnert an die Zeiten, als Eisenach Kurstadt werden wollte. 1906 wurde das Bauwerk am Rande des Karthausgartens – ein landschaftsarchitektonisch gestalteter, äußerst reizvoller Park – errichtet, um die Stadt für den Fremdenverkehr und den Kurbetrieb attraktiver zu gestalten.

Entworfen wurde die Halle vom Dresdner Architekten Johannes Bollert. Sein barockisierender Bau folgte mit kräftig modelliertem Schmuck aus Elbsandstein bis zum stilisierten Putz-Ornament zeitgemäßen Gestaltungsintentionen. Bemerkenswert ist das von Pöppelmanns Terrassenentwurf im Dresdner Zwinger übernommene „Gefrorene Wasser“-Motiv an Säulen, Pfeilern und Gesimsen.

Zentrum der langgestreckten Straßenfront bildet der große Pavillon, dessen Vorbau als Brunnenstube genutzt wurde. Flachere Hallen mit vorgelagerten Läden führen zu Eckpavillons. Zwei kurze, den Hauptflügel zur U-Form vollendende Seitenflügel schaffen einen Innenraum, in dem der eingebaute Musikpavillon wiederum das Zentrum bildet.

Konzerte im Musikpavillon, Pflanzenpracht und mineralhaltiges Quellwasser boten sowohl den Eisenachern als auch Gästen der Stadt ab 1906 Erholung und Abwechslung. Doch bereits 1938 endete die Kur-Epoche Eisenachs.
Nach dem 2. Weltkrieg bemühte man sich nur mäßig um den Erhalt der Wandelhalle. Bauliche Mängel wurden zum Teil beseitigt, wobei das Gebäude an einigen Stellen deutlich verändert wurde. Dennoch wurde die Wandelhalle weiter für Veranstaltungen wie z.B. Promenadenkonzerte genutzt.
Anfang der 90er Jahre gab es eine rege Diskussionen um die Nutzung der Wandelhalle. Schließlich einigten sich die Stadt, Bürger und Vereine darauf, die Tradition der Halle als Ort der Erholung und der Muse wieder aufleben zu lassen.
Seit 2001 wird dieses Ansinnen von besonderem privaten Engagement – der „Stiftung Wandelhalle Eisenach“ – getragen. Zu dieser Stiftung gehören neben der Stadt Firmen und Privatleute, die das Grundkapital aufbrachten und weiter um Spenden und um Zustiftungen werben.
Nach der Sanierung wird die Wandelhalle von der Stadt an diese Stiftung übergeben, die dann die Nutzung und Erhaltung des Gebäudes organisieren und absichern wird.

OB Schneider (l.) und Peter Bock , Vorsitzender des Stiftungsrates

Rainer Beichler | | Quelle:

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