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SPD unterstützt Erzieherinnen gegen die geplante Tarifflucht

Der Bürgermeister der Stadt Vacha, Martin Müller (CDU), plant in Zukunft Entgeltkürzungen bei den Kindergärtnerinnen. Eigens hierfür soll eine stadteigene GmbH gegründet und der bisher gültige Tarifvertrag nicht mehr angewandt werden. Seit bekannt werden dieses unredlichen Planes macht sich Angst und Enttäuschung unter den Kindergärtnerinnen breit. Sie sorgen sich um die Zukunft der Kindertageseinrichtung.

Der SPD Kreisverband Wartburgkreis traf sich mit Vertretern der SPD Stadtratsfraktion und dem Landesgeschäftsführer der SPD Thüringen, Michael Klostermann, um gemeinsam mit den Erzieherinnen über die Situation in Vacha zu sprechen. Die Kindergärtner/innen bekunden einstimmig:

Wir leisten eine hervorragende Bildungs- und Erziehungsarbeit. Das wird von der Elternvertretung ausdrücklich bestätigt. Qualitativ hochwertige frühkindliche Bildungsarbeit ist entscheidend für den weiteren Lebensweg der Kinder und muss unterstützt und erhalten werden. Gute Arbeit muss vergütet und wertgeschätzt werden. Wir haben bereits einen Brief an den Bürgermeister und die Stadträte geschrieben. Es ist geplant einen offenen Brief an Bildungsministerin Birgit Klaubert zu übergeben. Auch die Presse hat bereits berichtet. Ebenso ist ein Einwohnerantrag in Arbeit.

Die SPD Stadtratsfraktion stellt sich gemeinsam mit den Abgeordneten der Linken vehement gegen die geplante Tarifflucht und hat dies auch bereits öffentlichkeitswirksam gemeinsam mit dem SPD Kreisverband kundgetan. Martin Geißler (SPD Vacha) erklärt,

Den Erzieherinnen muss eine Stimme gegeben werden, um die von Bürgermeister Martin Müller (CDU) und der CDU Stadtratsfraktion geplante Tarifflucht zu verhindern.

Bernd Messerschmidt (SPD Vacha) dazu:

Ich habe mit den Erzieherinnen schon viele Stunden an diesem Thema gearbeitet und bin nicht bereit, die Wahlversprechen der CDU durch Entgeltkürzungen bei den Erzieherinnen zu finanzieren. Außerdem will ich, dass sie auch in Zukunft eine Wertschätzung erfahren, die ihrer Leistung bei der frühkindlichen Erziehung der Kinder angemessen ist.

Michael Klostermann (Landesgeschäftsführer der SPD Thüringen):

Die Erzieherinnen in Vacha brauchen langfristige Planungssicherheit, Vertrauen und eine faire Bezahlung, um gute fachliche Arbeit mit und für die Kinder leisten zu können. Das erhalten sie bisher als Angestellte des öffentlichen Dienstes. Die Koalitionspartner in Erfurt setzen sich für die Gewährleistung gutbezahlter und sicherer Arbeitsplätze in Thüringen ein. Deshalb werden sich die zuständigen Fachpolitikerinnen und Fachpolitiker der SPD in der Landtagsfraktion und in der Arbeitsgemeinschaft für Bildung mit diesem schwerwiegenden Vorgang in Vacha befassen. Sofern Bürgermeister Müller nicht von seinem Vorhaben Abstand nehmen sollte, muss der öffentliche Druck auf ihn bspw. durch ein Bürgerbegehren erhöht werden. Die Koalition in Erfurt sorgt gerade dafür, die bestehenden Hürden für solche Bürgerbegehren zu senken, um eine bessere Beteiligung und Mitsprache von Bürgerinnen und Bürger zu erleichtern.

Maik Klotzbach und Jürgen Holland-Nell (beide SPD Wartburgkreis) sprechen den Erzieherinnen die Unterstützung im Namen des gesamten SPD Kreisverbandes aus.

Wir dürfen nicht zulassen, dass die Ausgliederung von Kindergärten in eigenständige GmbH’s bei uns im Wartburgkreis Schule macht. Einsparungen zu Lasten der Angestellten darf nicht das Ziel sein. Das widerspricht unseren sozialdemokratischen Werten.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Christian

    Dass Vacha mit aller Macht versucht sich herunterzuwirtschaften ist ja bekannt. Hat ja bisher auch prima funktioniert. Vor dem aufbauen der Wegweiser „Historischer Stadtkern“ hätten die Verantwortlichen vielleicht auch mal einen Blick auf selbigen werfen sollen. Da wird man als Tourist ganz schön veräppelt. Gut, es gibt tolle alte, sogar mittelalterliche Häuser in Vacha, diese sind aber zumeist in keinem sehenswerten Zustand. Dazu kommt, abgesehen von ein paar verstreuten Läden, eine fast ausgestorbene Innenstadt.
    Neben allerlei zerstörerischer Einsparpolitik wird ja jetzt ein Auge auf die Gebietsreform und eine reiche, angrenzende Gemeinde gelegt. Bleibt zu hoffen, dass das Leichengift von den Salzbergen absorbiert wird.

  • Fritz

    Bei all dem, was an der Darstellung berechtigt ist darf man aber auch nicht übersehen, dass es sich hier tatsächlich um zwei verschiedene Probleme handelt.

    Das eine ist die tarifliche Bezahlung von Erziehern. Wenn man den einzelnen Erzieher besser bezahlt, ist das nichts schlechtes. Man erhöht damit aber nicht zwingend die Qualität der Kinderbetreuung. Das nämlich ist Problem Nr. zwei. Und das besteht daraus, dass man grundsätzlich viel zu wenige Erzieher pro Kind hat. Schafft man mehr Stellen, dann erhöht man die Betreuungsqualität. – Würde also die Stadt durch die Einsparungen bei den Personalkosten gleichzeitig mehr Stellen schaffen, dann wäre das nicht grundsätzlich schlecht.

    Zudem sollte jede Seite ihre eigenen Hausaufgaben machen. Die Stadt sollte einen anständigen Betreuungsschlüssel auf die Beine stellen (und sich darüber im Klaren sein, dass bei schlechter Bezahlung das qualifizierte Personal auch mal abwandert). Und die SPD – respektive die Gewerkschaften, das lässt sich ja meistens gar nicht trennen – könnte ja auch ihre eigenen Hausaufgaben machen. Statt legales Handeln anzuprangern, könnte man die Tariflandschaft so mitgestalten, dass es keinen Unterschied macht, ob man öffentlich oder privat angestellt ist. Das erreicht man durch Tarifverhandlungen.

    • vigilando ascendimus

      Herr Fritz,

      sie scheinen mir entweder neu in diesen Diskussionsforum. o

      Festzustellen ist, das sie über die von Ihnen kommentierten Sachverhalte regegelmäßig nur sehr geringe Kenntnisse besitzen.

      1. Der von Ihnen angesprochene Betreuungschlüssel ist in Thüringen von den Kommunen kaum noch optimierungsfähig. Der Mindesbetreungsschlüssel nach Thüringer Kindertagesstättengesetz sieht wohl bundesweit die höchste Erzieheranzahl je betreute Kinder vor! Wie soll ein noch besserer Schlüssel Ihrer Meinung noch finanziert werden, wenn man bedenkt, dass die Elternbeiträge in unserer Region i. d. R. nur 10 – 20 % der entehenden Kosten deckt. (Hinweis: die sozialdemokratisch regierten Städte Erfurt und Jena nehmen von den Eltern den zwei- bis dreifachen Elternbeitrag des in der Wartburgregion üblichen Beitrages).

      2. i.d.R. entfällt der größte Anteil der laufenden ungedecktern Kosten der Thüringer Gemeinden auf die Kindergartenkosten und dort natürlich auf die Personalkosten.

      3. Da „rot-rot-grün“ in Thüringen (Regierung und Parlamentsmehrheit) entgegen ihrer Wahlversprechen die Finanzspielräume der Gemeinden im ländlichen Raum weiter eingeengt haben, treffen immer mehr Thüringer Kommunen Finanzengpässe. Daran wird auch die geplante Gebietsreform nichts ändern, im Gegenteil.

      4. Aufgrund der Ergebnisse der letzten Lohn- und Gehaltsverhandlungen zwischen Gewerkschaften und Kommunalen Arbeitgeberverbänden sind für die Erzieherinnen im Verhältnis zu den anderen Beschäftigten im öffentlichen Dienst von der Gewerkschaft besonders gute Ergebnisse durchgesetzt worden.

      5. Das Ansinnen der Stadtoberen von Vacha seine Beschäftigen nach Möglichkeit unter Tarif bezahlen zu wollen, ist m. A. tatsächlich durchaus kritikwürdig. Dem Stadtrat von Vacha stünde ja als Alternative auch die Möglichkeit zur ensprechenden Anhebung der Kindergartengebühren für die Eltern zur Verfügung!

      6. Es gibt eben keine eierlegenden Wollmilchsäue! Jede öffentliche Leistung muss der Bürger eben in irgendeiner Form auch bezahlen, sei es durch Steuern, Gebühren oder andere besonderer Entgelte. Die Geschichte von den sozialistischen Wohltaten ist eine Mär! Das müssen irgendwann auch die Thüringer Kommunisten begreifen!

      • Fritz

        ##“1. Der von Ihnen angesprochene Betreuungschlüssel ist in Thüringen von
        den Kommunen kaum noch optimierungsfähig. Der Mindesbetreuungsschlüssel
        nach Thüringer Kindertagesstättengesetz sieht wohl bundesweit die
        höchste Erzieheranzahl je betreute Kinder vor!“##

        Sie schreiben selbst, dass es sich um einen MINDEST-Betreuungsschlüssel handelt. Dieser Schlüssel steht in einem krassen Gegensatz zu den Empfehlungen, die nach einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu weitaus weniger Kindern pro Erzieher raten, will man die Kinder in ihrer Entwicklung optimal fördern. Dagegen kann man bei der Thüringer Betreuungsrealität eher von einem Aufbewahren sprechen, gesetzlicher Schlüssel hin oder her.

        Letztlich müsste hier tatsächlich die Gesellschaft den wichtigen Schritt nach vorn machen und die Förderung der eigenen Kinder als wichtig einschätzen. Und dazu müsste sie selbstverständlich auch mehr Geld ausgeben, sei es aus Steuermitteln oder aus Elternbeiträgen.

        „Festzustellen ist, das sie über die von Ihnen kommentierten Sachverhalte regegelmäßig nur sehr geringe Kenntnisse besitzen“ – das geht so ein ganz klein wenig unter die Gürtellinie, oder nicht?

        • vigilando ascendimus

          Werter Herr Fritz,

          Mit Verlaub, mit Ihrer Erwiderung konnten Sie mich bislang nicht vom Gegenteil meiner These überzeugen, nehmen sie es mit bitte nicht übel. Aber für der Versuch des Gegeteilsbeweis gibt es sicher noch genügend Gelegenheit.

          Unter „einschlägigen wissenschaftlichen Erkenntnissen“ kann man bekanntlich heutzutage alles verkaufen: Schulreformen, Gebietsreformen, Kindergartenreformen usw.

          So vieles, was in letzter Zeit als „wissenschaftlich erwiesen“ erschien oder von irgendwem behauptet wurde, war in der Praxis dann ein Flopp!

          Dass die „wissenschaftliche“ These, je weniger Kinder pro Erzieherin je besser die Betreuungsqualität, im Grundsatz nicht zu widerlegen ist, dürfte eine Binsenwahrheit sein.

          Wenn man dass allerdings konsequent zu Ende denkt, müsste man zu dem Schluss kommen, die beste Betreuunfgsqualitat ist wohl mit der Ganztagsbetreuung durch die eigene Mutter zu erzielen.

          • Christian

            Thüringen ist laut dieser Mitteilung der Bertelsmann Stiftung aus dem August letzten Jahres jedoch keineswegs in einem guten Bereich, was den Betreuungsschlüssel angeht: http://www.laendermonitor.de/typo3conf/ext/jp_downloadslm/pi1/download.php?datei=fileadmin/contents/downloads/start_aktuelles/PM_08_15_lm-fruehkind_th.pdf&ftype=pdf
            Hier ist lediglich die Rede von „besten im Osten“.

            Was in die Rechnung jedoch einfließen muss, ist die Anzahl der Kinder, die in KiTas gehen und natürlich einfach die Anzahl der KiTas. Diese ist im Osten und besonders in Thüringen sehr hoch (ein gutes Relikt der DDR), was den schlechteren Schlüssel in ein ganz anderes Licht stellt.

            Dabei streifen wir gleich noch ein weiteres Thema, nämlich dass die Ganztages-Betreuung der Mutter das beste für das Kind sei. Derartige Aussagen sind genauso unstimmig wie die alleinige Betrachtungsweise des Betreuungschlüssels. Die Situationen sind immer individuell zu bewerten.

            Zum einen tut es Kindern gut, unter gleichaltrigen zu sein und ein soziales Verhalten zu erlernen. Gerade in sozial schwächeren Familien kann sich eine häusliche „Aufbewahrung“ negativ auf ein Kind auswirken. Die „Alleinhaltung“ von Kindern im häuslichen Bereich ist sowieso mehr eine Erfindung der modernen Industriegesellschaft. Gut, früher gab es auch mehr Kinder…
            Die meisten Kinder fühlen sich in Gruppen wohl und lernen unschätzbar viel in diesen sozialen Gemeinschaften. Leider ist der Besuch einer KiTa mittlerweile auch zu einer finanziellen Farce geworden. Während Harz-4 Familien die Betreuung bezahlt bekommen, werden gerade mittel- und gering-verdienende Familien mitunter stark belastet. Daraus folgen Familien mit häuslicher Betreuung und nur einem arbeitenden Elternteil und Familien die Ihre Kinder Morgens abgeben um beim Fernsehschauen nicht gestört zu werden.

            Zum anderen ist die Qualität der (auch frühkindlichen) Erziehung von weit höherem Interesse, als dass jedes Kind seine eigene Erzieherin hat. Gerade unter diesem Gesichtspunkt ist eine Lohneinsparung extrem kritisch zu bewerten. Sie wird die Motivation der Betreuerinnen und Betreuer nicht gerade fördern und höher qualifizierte Fachkräfte fern halten. Das ist im ländlichen Raum sowieso schon ein Problem.

          • vigilando ascendimus

            Guter Vortrag, Herr Christian,

            ihm ist nichts hinzuzufügen, er entspricht im Wesentlichen auch meinen Auffassungen. Er beleuchtet die Vorzüge der kollektiven frühkindlichen Bildung umfassend. Wir sind uns, glaube ich, inzwischen alle einig (zumindest in „Neufünfland“), dass unsere Kindergärten auch für die Kinder eine gute Einrichtung sind, deren Eltern in der Lage wären, eine Ganztagsbetreuung ihrer Kinder selbst zu gewährleisten!

            Der Thüringer Mindestschlüssel kommt dem von den Bertelsmann-Expertinnen Anette Stein und Kathrin Bock-Famulla schon sehr nahe. Insoweit wird man wohl eine weitere Verbesserung des Schlüssels mit den finanziellen Möglichkeiten des Staates (Steuerzahler), der Kommunen (Steuerzahler) und der Eltern (Beitragszahler) abwägen müssen.

          • Gast

            Sehr geehrter vigilando ascendimus – selektive Wahrnehmung ist schon ein spannendes Phänomen! In der Studie ist eindeutig nachzulesen, dass Thüringen den Empfehlungen nicht annähernd entspricht und eben gerade dadurch keine „vernünftige“ Ganztagesbetreuung“ gewährleistet werden kann

            (Zitat: „Derart ungünstige Betreuungsverhältnisse wirken sich nicht nur für die Kinder negativ aus, sondern erhöhen auch die Belastung der Kita-Fachkräfte.“)

            Es bleibt den Kinder und den Erzieherinnen nur zu wünschen, dass ein gesellschaftliches Umdenken erfolgt, das die Bedeutung der frühkindlichen Betreuung für die Gesamtgesellschaft wertschätzen lernt. Ein Schönreden der Zustände hilft bestimmt nicht weiter.

          • Christian

            Sie scheinen das Schriftstück aber auch ab diesem Satz abgebrochen zu haben, sonst hätten Sie z.B. gelesen „Die Betreuungsverhältnisse für die Kindergartengruppen sind in den alten Ländern im Durchschnitt ebenfalls besser (West 1 zu 8,9; Ost 1 zu 12,4 Dafür ist im Osten das quantitative Angebot an Kita-Plätzen deutlich höher: Während dort fast jedes zweite Kind unter drei Jahren eine Kita besucht (46,6 Prozent), sind es im Westen nur 22,7 Prozent. Thüringen liegt mit 50,3 Prozent noch über dem ostdeutschen Durchschnitt.“

            Der Betreuungsschlüssel bedeutet in den meisten Fällen erst mal eine höhere Belastung des Personales – wie dieses damit umgeht ist wohl sehr individuell, genauso individuell wie die Qualifizierung des Personales.

            Es sagt ja auch niemand, dass momentan alles in Ordnung ist. Mit pauschalen, undurchdachten Lösungen wie „besserer Betreuungsschlüssel“ sollte man dieses schwierige Thema aber nicht abhandeln, gerade da in den neuen Bundesländern ganz andere Voraussetzungen herrschen als in den alten.
            Man muss sehr vorsichtig sein, dass man die gute Versorgung mit KITAs in den neuen Bundesländern nicht zerstört und mit höheren Beiträgen für einen Kindergartenplatz die Anzahl der Kinder in den KITAs und damit die auch die Quantität der Kitas herabsetzt. Probleme in den Familien, gerad in Konkurrenz zu Harz-4 Familien, hatte ich ja bereits angesprochen. Wirtschaftliche Faktoren lasse ich mal außen vor.

            Ich persönlich weiss z.B: nicht, wie viele Kinder eine Erzieherin in Vacha betreut. Wenn es ein sehr gutes Verhältnis ist, kann ich verstehen, dass es nach den neuen Tarifverhandlungen zu einer höheren Belastung der Stadt kommt, wofür eine Lösung gesucht wird. Lohnkürzungen halte ich jedoch für, mit Verlaub, das Dümmste, was man sich hätte einfallen lassen können.

          • Gast

            Na prima, die Qualität ist schlecht, aber davon haben wir ganz viel. Herzlichen Glückwunsch, das beruhigt mich wirklich!

            Nochmal was zum Nachlesen – aber die „sogenannten wissenschaftlichen Erkenntnisse“ sind ja sowieso alle Blödsinn, von daher freuen wir uns weiter an dem Ist-Zustand!
            http://www.khbrisch.de/494-0-Kinder+unter+drei+Jahren+nicht+nur+verwahren.html?showId=494

          • Christian

            Sie verdrehen meine Aussagen aber ganz schön.
            Ich habe nicht geschrieben, dass für Kinder andere Voraussetzungen herrschen, sondern dass „[..]gerade da in den neuen Bundesländern ganz andere Voraussetzungen herrschen als in den alten“, bezugnehmend auf die Anzahl der Kinder die eine Kindertagesstätte besuchen. Diesen Umstand kann man nicht einfach ausblenden.

            Dass die Qualität schlecht ist, sagen Sie und denunzieren damit auch die aktiven Kindergärtnerinnen. Die Qualität hängt mit der Qualifizierung des Personales zusammen, nicht primär mit der Quantität der Personen pro Kind, das hatte ich bereits versucht zu erklären. Dass bei zu hoher Belastung der Betreuerinnen auch die Qualität leiden kann habe ich bereits erwähnt. Aber, um noch einen Bezug zum eigentlichen Artikel zu bewahren, ist denn das in Vacha so? Ist eine schlechtere Bezahlung nicht evtl. negativer als ein etwas schlechterer Betreuungsschlüssel?
            Haben Sie denn Kinder? Waren Sie schon mal in einem Kindergarten?

          • Gast

            Können Sie Belege für Ihre Behauptung „die Qualität hängt mit der Qualifizierung des Personals, nicht primär mit der Quanität der Personen pro Kind zusammen“ anführen? Haben Sie sich schon einmal mit einer qualifizierten und motivierten Erzieherin unterhalten, die einen Tag lang versucht hat, 9 Kinder unter drei Jahren angemessen zu fördern?

          • Christian

            http://www.khbrisch.de/494-0-Kinder+unter+drei+Jahren+nicht+nur+verwahren.html?showId=494

            Zu Ihrer anderen Frage: Nein, habe ich nicht, sowas kommt in den KiTas die ich kenne nur sehr selten vor. Haben Sie?

            Ach und bevor Sie mir neue Fragen stellen, könnten Sie meine ja erst mal beantworten.

          • Gast

            Vielen Dank für den Verweis auf den hervorragenden Artikel von Herrn Prof. Brisch – den ich gelesen habe und der mir aus dem Herzen spricht. Ich darf zitieren:

            „Das Wohl von Kindern, die unter drei Jahre alt sind und in Krippen betreut
            werden, ist massiv gefährdet. So sieht es Karl Heinz Brisch, Facharzt
            für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Forscher im Bereich der
            frühkindlichen Entwicklung.“

            „Brisch übt deutliche Kritik an der derzeitigen Politik des
            Ausbaus an Betreuungsplätzen für unter Dreijährige. Der seiner Meinung
            nach ausschließlich auf Quantität, aber nicht auf Qualität setze. (…)
            Eine Betreuerin dürfte sich in einer Kita oder Tagespflegegruppe
            maximal um zwei, drei Kinder kümmern – es sind aber meistens
            deutlich mehr. Und dann würden Kinder nur noch verwahrt. Auch
            Erzieherinnen sind unglücklich mit der Situation.“

          • Christian

            Ich habe schon mit einer gewissen Absicht auf Ihren Link verwiesen. Herr Brisch kritisiert zwar auch, dass es zu wenig Betreuerinnen gibt, zielt aber mit seiner Botschaft auf die Qualität der Betreuung im allgemeinen.
            Der letzte Satz ist besonder interessant „[…] bei der Betreuung von unter Dreijährigen auf Qualität zu achten, sprich mehr Geld in die Hand zu nehmen für gutes Personal.“

          • Gast

            Wunderbar, dann sind wir uns doch völlig einig – Die Qualität der Betreuung von Kindern wird durch gut qualifiziertes Personal, das in einem Betreuungsschlüssel 1:3 arbeiten kann gewährleistet.

          • Christian

            Ach Sie und Ihr Betreuungsschlüssel… Wie schon richtig gesagt wurde, muss auch alles bezahlt werden und es gibt viele andere Kriterien die hier eine Rolle spielen. Da Sie das nicht anerkennen wollen, lohnt es nicht weiter darüber zu diskutieren.
            Wenn Sie den B-Schlüssel als so wichtig einstufen, sollten Sie wenigstens noch eine Unterscheidung machen, zwischen unter Dreijährigen und älteren Kindern. Wobei der Betreuungschlüssel bei unter Dreijährigen wohl hauptsächlich so gewählt wurde, aufgrund der höheren „Wartungsintensität“ von Wickelkindern.

          • Gast

            Ach so, jetzt hab ich kapiert:
            – Investitionen in unsere Kinder bedeutet das Verspielen von Wohlstand
            – Hauptförderbedarf von Kleinkinder ist das Wickeln
            – bei der Quali… Quanti…dingsdstät ist Thüringen einsame Spitze
            Und Schuld sind die Alkoholiker oder die Kapitalisten oder die rot-rot-grüne Regierung – das darf ich mir wohl aussuchen.

            Mit so viel Erkenntnisgewinn verabschiede ich mich ins Wolkenkukucksheim.

          • Christian

            Sie scheinen weder kompromissbereit, noch bereit sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Das nennen Sie dann wohl Ihren Standpunkt. Der werte Herr Einstein hatte mal ein schönes Zitat dazu…

          • vigilando ascendimus

            … also auf die eierlegende Wollmilchsau geeinigt.

            Das schlimme ist, dass heutzutage solche Leute mit solchen Wolkenkuckkucksheimvorstellungen auch noch die sind, die in die Politik gehen, und dann auch noch gewählt werden. Der gegenwärtige Thüringer Landtag bietet da die besten Beispiele!!!

            Wir verspielen unseren in den letzten 25 Jahren aufgebauten Wohlstand!

          • vigilando ascendimus

            Ich will mich ja nicht zu sehr in diesen Erziehungsexpertenstreit einmischen, gebe aber nochmals zu bedenken, dass alle Wunschvorstellungen auch finanziert werden müssen. Die Diskutanten vermitteln hier den Eindruck, dass wir in Thüringen verheerende Bedingungen in der Kindergartenbetreueung hätten; das ist aber weiß Gott mitnichten so.

            Bleibt also für den dortigen Stadtrat von Vach‘ nur die Fragestellung, Einsparungen im Kindergartenbereich oder eben anderswo oder Kindergartengebührenerhöhungen. Alle anderen diesbezüglichen Debatten scheinen zwar recht interessant, helfen in der Abwägung dem Stadtrat relativ wenig.

          • Gast

            Was könnte für eine Gesellschaft wichtiger sein als das Wohl der Kinder?

          • Felix Berg

            Die Qualität der pädagogischen Leistung in Kindergärten hängt zu 80% davon ab aus welchem Stall die Gören stammen. Gesellschaftlich negative Entwicklungen nehmen Kinder deren Erzeuger gerne unlautere Mittel benutzen um Erfolgreich zu sein als auch Gören aus Familien mit erhöhtem Alkoholkonsum.

          • Christian

            Tut mir leid, aber das kann ich so auch nicht befürworten. Die Qualität der pädagogischen Leistung eines Kindergartens muss unabhängig von den Kindern und deren Verhältnisse sein. Natürlich ist der Erfolg der Bemühungen aber stark vom Elternhaus beeinflusst.
            Leider ist es auch so, dass wenige -ich nenn es jetzt mal ‚verzogene‘- Kinder die Betreuerinnen stark einnehmen können. Einfachere Kinder erhalten dadurch womöglich weniger Bezug zum Personal. Das ist wohl immer sehr individuell.

          • Gast

            Welche anderen Voraussetzungen haben denn Kinder in den alten und neuen Bundesländern? Meiner unfachmännischen, pauschalen und undurchdachten Meinung nach brauchen Kinder Liebe, Zuwendung und angemessene Förderung, aber belehren Sie mich gerne eines Besseren!

      • Christian

        Am besten, man lässt das mit dem Kinderkriegen, schafft ja scheinbar nur gesellschaftliche Probleme. Die Kommunen könnten sich für die gesparten Gelder so tolle Dinge leisten, neue Straßenschilder, dickere Dienstwagen, Briefkastenfirmen in Panama… Laut sind Kinder auch noch und nicht gerade umweltfreundlich. Dann kann man sich auch endlich wieder aufs Arbeiten konzentrieren!
        Achso, wofür lebt und arbeitet man eigentlich? Ach richtig für Geld … glaub ich … hmm …

  • Nochngast

    Noch mal zu einem anderen Kritikpunkt an der Pressemitteilung – Kritik daran, dass die SPD aus ihrem Winterschlaf hervorgeschreckt wird, wenn jemand umstrukturiert und angeblich Tarifverträge „umgehen“ möchte. Gleich wird „Böse, böse!“ gekrischen. Könnte man sich nicht auch in die Perspektive einer finanziell klammen Stadt hineinversetzen, in der es eine gewisse Notwendigkeit zu geben scheint zum Einsparen? Und eine solche Umstrukturierung in eine GmbH ist immerhin eine legale Gestaltungsmöglichkeit. Und daher noch einmal meine Frage an die SPD, resp. die gewerkschafltichen Kreise: Ein erheblicher Anteil des Problems liegt doch in den ungleichen Tarifverträgen. Warum verdient eine private Erzieherin weniger als die öffentliche? Tun Sie was dagegen! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Gleichen Sie in der nächsten Tarifrunde die privaten Erziehergehälter an die öffentlichen an. Dann können die Städte so viel umstrukturieren wie es ihnen gefällt. – Gut, aber die SPD ist ja mittlerweile durchschaut. Erst Hartz-IV einführen und kurz drauf wieder „böse“ rufen, das hat die Glaubwürdigkeit doch sehr sehr zerstört. Daher würde ich mir, wenn man schon Kritik übt, doch auch gleichzeitig einen konstruktiven Lösungsvoschlag wünschen. Wollen „die“ also statt der „Tarifflucht“ die Gebühren erhöhen? Oder sehen sie in den Stadtfinanzen Ressourcen? Schön, wenn sich die „Koalitionspartner in Erfurt für die Gewährleistung gutbezahlter Arbeitsplätze in Thüringen“ einsetzen. Aber bezahlen muss es letztlich die Stadt. Also setzt sich die Thüringer SPD dafür ein, dass die finanzielle Situation der Kommunen verbessert wird? – Also hier meine ganz dringende Frage an die SPD: Welchen Vorschlag zur Gegenfinanzierung haben Sie?

    Und trotz alle dem ebenso Kritik an Vacha: Ich halte es fast für politischen Selbstmord, wenn ein Bürgermeister so etwas angeht. Weniges kommt noch schlechter an bei den Bürgern. Steilvorlage für ein „Bürgerbegehren“, Steilvorlage für die aus den Büschen preschende SPD. Zudem bringt das gleich noch ganz viel dicke Luft in die KiTas und am Ende verstärkt der Bürgermeister auf lange Sicht in seiner Stadt auch noch den Fachkräftemangel und das Abwandern von Fachkräften – im angrenzenden Bayern und Hessen werden deutlich höhere Löhne gezahlt, in der sich aktuell noch zuspitzenden Mangelsituation erst recht. Dann bleiben nur die Kräfte da, die nicht weg können, aber nicht unbedingt die qualifiziertesten und gleichzeitig kommen keine neuen dazu. Keine gute Situation.

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