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Foto: © Fotolia.com / Urheber: SABRINA PALATZKE

Stadt Eisenach beginnt mit Hundezählung am 15. März

Der Hundebestand in der Stadt Eisenach wird ab Mittwoch, 15. März, erfasst. Im Auftrag der Stadt sind geschulte Mitarbeiter der Firma „Jürgen Engel Dienstleistungen für Kommunen“ im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

Sie werden bis zum 30. Juni 2017 an den rund 27.980 Wohnungstüren der Eisenacher Haushalte die Bürgerinnen und Bürger befragen. Abgefragt werden folgende Daten: Name und Anschrift des Hundehalters, Anzahl der Hunde, Hunderasse sowie ab wann der jeweilige Hund gehalten wird.

Um sich auszuweisen, haben die Mitarbeiter der Firma dieses offizielle Papier der Stadt Eisenach dabei:

Foto: © Stadt Eisenach

Darauf eingetragen sind Name und Vorname des Mitarbeiters, Angaben zum Thema der Befragung und die Unterschrift eines städtischen Vertreters. Die Interviewer werden ausschließlich Fragen zur Hundehaltung stellen. Haben die Befragten darüber hinaus noch Fragen, wird der Interviewer auf Wunsch ein Informationsblatt mit der Telefonnummer einer Ansprechpartnerin in der Abteilung Steuern aushändigen. Dieses Informationsblatt wird auch dann hinterlassen, wenn ein Wohnungsinhaber nicht angetroffen wird.

Die Bestandsaufnahme der Hunde erfolgt aus Gründen der Steuergerechtigkeit. Gemäß Hundesteuersatzung der Stadt Eisenach sind Hundehalter verpflichtet, ihre Hunde bei der Stadt anzumelden und die entsprechende Hundesteuer zu zahlen. Nicht alle Hundehalter melden ihr Tier jedoch an. Deshalb ist eine Bestandsaufnahme und ein verwaltungsinterner Abgleich in der Steuerabteilung notwendig.

Andrea T. | | Quelle:

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  • JoDo

    Ich schlage vor, dass die beauftragten Schnüffler ihre gesammelten Erkenntnisse anschließend im Musikschulgebäude zusammentragen und der Obrigkeit vorlegen. Das ehemalige STASI-Gebäude eignet sich sicherlich noch immer bestens für derart fragwürdige Praktiken. Was kommt als nächstes? Wollen die Schnüffler sich auch noch danach erkundigen, ob wir brav Lohnsteuern bezahlen, die Putzfrau anmelden, Westfernsehen gucken, illegale Konten in der Schweiz haben? Ich kann nur den Kopf schütteln über so eine Schnapsidee. Warum nicht einfach im Stadtpark Streife gehen und nachsehen, ob Waldi eine Steuermarke um den Hals hat? Kann nur das SED-Erbe sein, das da weiterspukt. Warum schikaniert Ihr Eure Bürger?

  • JoDo

    Wer sind überhaupt diese Hundeschnüffelbeauftragten? Beamte? Im öffentlichen Ausgebildete, die sehr genau um ihre Pflichten und deren Grenzen wissen? Langzeitarbeitslose?

    Ich werde übrigens keine Auskunft erteilen. Denn ich habe keinen Hund. Damit gibt es keinerlei Rechtsgrundlage für eine derartige Befragung.

  • Marko Stein

    Die „Bürger“ sollten weniger jammern und ihrer Pflicht nachkommen und entsprechend ihre Hunde anmelden. Die Entsorgung des braunen, übelriechenden Schlamassels auf den Straßen & Plätzen muss finanziert werden. Und wer dafür verantwortlich ist, zahlt!

    • JoDo

      Dass der Hundehalter Hundesteuern zahlen soll, daran zweifelt ja niemand. Es ist nur völlig überzogen, Herrchensuchschwadronen auszusenden, um vielleicht ein paar Säumige ausfindig zu machen. Was kommt als nächstes? Durchsuchungen von Wohnungen, vielleicht findet sich irgendwo ein bislang unbekannter Millionär, der keine Steuern zahlt? Befragungen von Hotelgästen, ob der Wirt die Beherbungsabgabe kassiert hat? Kommunale Sondersteuerprüfer (ach, die wurden schon beschlossen, ok). Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen und das ist lächerlich. Es genügt, im öffentlichen Raum gassigehende Hunde stichprobenartig nach der Hundemarke zu kontrollieren, um steuerscheue Herrchen ausfindig zu machen. Dazu muss man nicht (allen!) Bürgern zu Hause auf die Pelle rücken. So was ist einmalig, Deutschland lacht über Eisenach.

  • JoDo

    Es gäbe da noch ein paar nette Ideen, um das klamme Stadtsäckel zu füllen. Wie wäre es mit einer Pferdesteuer? Blaulicht-Steuer (wenn der Bürger die Polizei ruft klingelt die Kasse). Sexsteuer? Nein, da warnte doch etwa gleich die SPD vor den sozialen Folgen, geht gar nicht. „Parkticket“ für Prostituierte (einfach ausgediente Parkscheinautomaten umbauen). Die Damen ziehen einmal täglich (nächtlich?) ein Ticket und schon muss die Stadt nicht jeden Freier nach der Verkehrsintensität befragen. Verwarnungen werden auch ausgesprochen, bringt nochmals ein paar Tausender, die übrigens auch zur Beseitigung von Hundehäufchen verwendet werden dürften und nicht zwingend zur Verbesserung der Bordellinfrastruktur (kann mal jemand das hässliche Rotlichtviertel vor die Tore der Stadt verbannen?!). Ach so: Zweitwohnungssteuer – sehr einträglich. Und bitte alles schön kompliziert machen. Alle Formulare bei verschiedensten Ämtern persönlich abholen, bevorzugt in Bad Salzungen und so kompliziert formulieren, dass nur noch der studierte, regelmäßig weitergebildete Berater durchblickt (a pro pos: Frage an die Steuerberaterzunft: Wie umgeht man die Hundesteuer? Auslandswohnsitz für Bello?). Es lebe die Bürokratie und ihre Auswüchse.

  • JoDo

    Oder um mal Adam Smith zu zitieren: „Praktikabilität, Gerechtigkeit, Ergiebigkeit und Unmerklichkeit“ – das sind zentrale Grundsätze für die Besteuerung. Die Hundesteuer ist weder praktikabel (wie man an dieser unangenehm merklichen Monstererhebung sieht), noch gerecht (was ist mit den Katzenmuttis?!) und nicht wirklich ergiebig. Im Gegensatz zu Blitzern übrigens. Eine Art Gelddruckmaschine. Könnte man ausbauen. Marburg verdient damit 3 Mio. im Jahr. Ich wette, dass in Eisenach mehr Temposünder rumfahren, als steuerunehrliche Hundebesitzer. – Und die Erhöhung der Parkhausgebühren wäre ebenfalls ohne Stasi-Armada möglich. Den Job übernehmen Schranke und Automat. Autobesitzer stecken so viel Kohle in ihre Karren, Parken kostet eben auch und ist keine Gratisleistung, die die Allgemeinheit finanzieren müsste. – So. Genug geschimpft.

  • JoDo

    Das Hundesteueraufkommen wird übrigens nicht zum Aufsammeln von Hundehäufchen verwendet, sondern stopft andere städtische Finanzlöcher. Eine wirklich aubere Stadt bräuchte ganz andere Konzepte und viel mehr Geld für die Organistaion der Sauberkeit (Beispiel Wien, Mistkübelinitiative).

    Selbst wenn es in Eisenach deutlich weniger angemeldete Hunde geben sollte, als man es nach der Statistik erwarten würde – wie viele es genau sind und ob sich der ganze Zählungsaufwand überhaupt jemals lohnt, weiß niemand – selbst dann löst man mit einer einmaligen Zählung nicht das Grundproblem. Selbst wenn Sie einmalig jetzt ein paar zusätzliche Anmeldungen durch die Schnüffler erzielen (und sich nicht einige ganz Schlaue herausreden, „ist mir gestern zugelaufen, wollte ihn gerade anmelden, habe mir extra heute frei genommen dafür“), dann werden sehr bald einige Hunde ganz plötzlich „verenden“, also gleich wieder abgemeldet werden. Soll das dann auch in jedem Einzelfall nachgeprüft werden oder fällt Steuerbetrug auch künftig weiterhin nicht auf? Wird man dann die Schnüfflerarmada dauerhaft beschäftigen? Und damit sind wir beim wirklichen Problem: Tatsächlich wäre eine zu große Differenz zwischen IST- und SOLL-Hundebestand lediglich ein Ausdruck der Schwierigkeit, den Hundebestand dauerhaft zuverlässig zu erfassen. Die in der Stadt für die Erfassung und Überprüfung des Hundebestandes Zuständigen werden auch künftig nicht effektiver arbeiten. Nachdem die Zählung also ein einmaliges Strohfeuer entfacht haben wird, wird bald wieder alles beim alten sein. Besser wäre es, den Hundebestand kontinuierlich und stichprobenartig zu überprüfen. Da muss das Ordnungsamt hin und wieder die Hundemarken kontrollieren. Das erzeugt dauerhaften Druck auf die Hundehalter. Und wenn jemand erwischt wird, dann müssen die Strafzahlung und rückwirkenden Steuernacherhebungen deutlich höher sein

    Wie hoch ist denn nun die Nichtanmelderquote? Fünf Prozent? Beim 1.700 Hunden in der Stadt sind also 85 nicht gemeldet. Das macht gerade mal 7.000 € Mehreinnahmen. Was kostet die Schnüfflerarmada? Tolle Idee.

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