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 | Bildquelle: Stadtarchiv

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Bildquelle: Stadtarchiv

Stadtarchiv Eisenach im Internet (4)
Die historischen Bauakten

Wohl besonders für die Besitzer von Häusern in Eisenach dürfte interessant sein, dass zu den allermeisten Gebäuden in der Stadt eine Akte vorhanden ist. Sie enthält im Normalfall auch Grund- und Aufrisse. Nicht selten gibt es darüber hinaus Akten mit Informationen darüber, in welcher Weise der Anschluss an des städtische Wasser- und Abwassernetz erfolgte. Plant man also eine bauliche Veränderung an seinem Haus, so lohnt es sich, auf www.eisenach.de zu gehen und dort im Bereich „Stadtporträt“ und unter dem Menüpunkt „Geschichte“ (oder direkt unter www.stadtarchiv-eisenach.findbuch.net) auf die Findbücher des Stadtarchivs zurückzugreifen. Dort kann man zunächst in Erfahrung bringen, ob eine historische Bauakte vorhanden ist. Ist dies der Fall, kann man sich manche kostenintensive Neuvermessung ersparen. Der Bestand umfasst mehr als 10000 Akten. Wie ist er entstanden?

Unsere Vorväter haben noch weitgehend „planlos“ gebaut. Wer einen Platz besaß, beschaffte sich Material und einen dazu befähigten Baumeister und legte los. So wurde über Jahrhunderte hinweg gebaut. Erst im 19. Jahrhundert nahm sich die Verwaltung dieses Prozesses an. Wer nun im Stadtbild bauen wollte, musste dies bei der Behörde beantragen und gleichzeitig entsprechende Planungszeichnungen vorlegen. Diese Unterlagen wurden von der Stadtverwaltung nach Maßgabe des jeweils gültigen Baurechts beurteilt und im günstigsten Fall für den Antragsteller genehmigt.
Was neben dem Haus selbst blieb, das war die Akte, die das Gebäude behördlicherseits legitimiert hatte. Und da Papier bekanntlich geduldig ist, mitunter sogar geduldiger als die Steine, aus denen das Gebäude errichtet worden war, verfügt das Stadtarchiv noch heute über Bauakten von Häusern, die es längst nicht mehr gibt – abgerissen für einen Neubau oder verfallen.

Doch aufgrund der Tatsache, dass das Behördenverfahren für Bauten erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt worden war, gibt es für die wirklich alte Bausubstanz keinen schriftlichen Entstehungsbeleg. Man darf sich also deshalb nicht wundern, wenn man auf die Frage: „Wann wurde mein Haus in der Karlstraße erbaut, das noch einen schönen Gewölbekeller hat?“ keine präzise Antwort erhält. Oft dokumentieren die für solche Gebäude vorhandenen Akten erst Umbauten, nicht aber die ursprünglichen Baupläne.
Dennoch wird es sich lohnen, auch diesen umfangreichen Bestand, der leicht im Internet recherchiert werden kann, in Augenschein zu nehmen, ehe man an geplante Umbauten im Inneren oder Äußeren herantritt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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