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 | Bildquelle: Archiv Büttner

Beschreibung:
Bildquelle: Archiv Büttner

Tag des offenen Denkmals: Teil 1 – Aktienbrauerei Eisenach

Der diesjährige „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 13. September steht unter dem Motto „Historische Stätten des Genusses“. Zur Vorbereitung dieses Ereignisses wurde vom Eisenacher Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stadtverwaltung eine Liste von „Genussorten“ in Eisenach erarbeitet. Ein Teil der Örtlichkeiten, die in der Serie beschreiben werden, wird am Tag des offenen Denkmals zu besichtigen sein.

Da die Stadt Eisenach häufig gekrönte Häupter und andere berühmte Persönlichkeiten unter ihren Gästen sah, gibt es viele Orte, an denen prunkvoller Genuss zu Hause war und ist. Doch auch für die einfachen Menschen gab es in der Stadt „Genussorte“, die heute noch existieren.
Die Serie, die der Eisenacher Karlheinz Büttner verfasst hat, spiegelt dabei lediglich die Geschichte dieser Stätten des Genusses wider und beinhaltet keinerlei Wertung. Es musste zudem auf solche Orte verzichtet werden, die zwar in der Vergangenheit einen guten Namen besaßen, aber nicht mehr existent sind, wie zum Beispiel das Hotel „Zum halben Mond“.

Teil 1 – Aktienbrauerei Eisenach
Im Jahr 1828 gab es in Eisenach 244 Brauberechtigte, die gemeinsam einen Felsenkeller zur Bierlagerung errichteten und damit faktisch die Eisenacher Brauerei begründeten.
Im Jahre 1862 begann die Braugenossenschaft mit der Errichtung der zentralen Brauereigebäude neben dem alten Felsenkeller. Die Genossenschaft hatte sich gegründet, nachdem die Privilegien der Brauhöfer weggefallen waren.
Im März 1874 fand eine Generalversammlung der Brauerschaft im „Hotel zum Mohren“ statt, um die Brauerschaft in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Hier wurde der Antrag gestellt, das Vermögen der Brauerschaft meistbietend zu verkaufen, was erst am 15. Juli 1874 gelang. Nun hieß das Konstrukt „Vereinsbrauerei“, die 1886 in die „Aktienbrauerei Eisenach“ umgewandelt wurde. Diese erwarb 1923 die „Vereinigten Eisenacher Brauereien, Petersberger und Schlossbrauerei“ (Ludwigstraße 1 und Markt 10). So blieb es bis zum Jahr 1945. Nach dem Krieg wurde auch dieses Unternehmen ein volkseigener Betrieb, der schließlich 1990 nach der Wende reprivatisiert wurde. Das Eisenacher Bier ist in der Region bekannt, wird allerdings heute nicht mehr direkt in Eisenach gebraut.
Das sanierte und restaurierte historische Sudhaus aus dem Jahr 1911 an der Wartburgallee mit seinen typischen Kupferkesseln ist noch heute das Wahrzeichen der Brauerei.

Die abgebildete Kupfertiefdruck-Werbekarte aus dem Verlag H. Osterwald in Hannover erschien um 1936 als Teil einer Thüringer-Bier-Serie, bei der die Beschriftung je nach Unternehmen wechselte, während die Bilder gleich blieben.

Im Sudhaus der Eisenacher Brauerei wird am 13. September, 11 Uhr der „Tag des offenen Denkmals“ in Eisenach von Oberbürgermeister Matthias Doht eröffnet. Zudem kann das Sudhaus an diesem Tag von 11 Uhr bis 17 Uhr besichtigt werden.

Rainer Beichler |

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