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 | Bildquelle: NABU/M. Delpho

Beschreibung:
Bildquelle: NABU/M. Delpho

Vogel des Jahres im Nationalpark Hainich

Jeder Waldbesucher dürfte ihn kennen, den Kleiber, der zum Vogel des Jahres 2006 gewählt worden ist. In den ansonsten zurzeit eher ruhigen Laubwäldern des Hainich ist er schon jetzt sehr rege und mit seiner lauten Stimme gut zu entdecken.

Wer einen kohlmeisengroßen Vogel kopfüber den Stamm hinunterlaufen sieht, kann nur einen Kleiber im Blick haben. Er ist der einzige heimische Vogel, dem dieses akrobatische Kunststück gelingt. Der Kleiber ist in nahezu allen Wäldern anzutreffen, aber auch in Parks und Gärten. Am liebsten sind ihm alte Laubwälder, wo er reichlich Nahrung an dicken Stämmen mit rissiger Borke findet. Die Bedrohung alter Laubwälder durch erhöhten Einschlag oder Umwandlung in Nadelwälder war für den Naturschutzbund Deutschland der Grund für die Wahl des Kleibers zum Vogel des Jahres. Mit mind. 10% des europäischen Bestandes hat Deutschland für den Erhalt dieser Art immerhin eine besondere Verantwortung. Im Nationalpark Hainich, einem Eldorado für Kleiber und viele andere Laubwaldbewohner, brüten mehrere hundert Paare des Kleibers.

Sein anderer Name „Spechtmeise“ weist zum einen auf seine Größe hin, zum andern, dass er wie die Spechte den Stammraum im Wald zu seinem bevorzugten Lebensraum gemacht hat. Allerdings kann er keine Höhlen bauen, sondern nutzt die verlassenen Höhlen von Spechten. Ist ihm der Eingang zu groß, verkleinert er die Öffnung wie ein Maurer mit einem Lehmgemisch. Diese Fertigkeit des „Klebens“ hat ihm auch seinen Namen Kleiber eingebracht.

Übrigens ziert die markante Gestalt des Kleibers mit seiner blauen Oberseite und dem rötlichen Bauch auch ein Faltblatt über die Vogelwelt des Nationalparks Hainich (für 50 Cent bei allen Nationalparkinformationen erhältlich). Wer also bei seinem nächsten Sonntagsspaziergang im dann vielleicht winterlichen Hainichwald einen Kleiber entdeckt, weiß, dass diesem Artisten und Maurer des Waldes im nächsten Jahr besondere Aufmerksamkeit gilt.

Rainer Beichler | | Quelle:

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