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Wieder ein Schnellschuss –
oder doch lieber einen Schritt nach dem anderen?

Der Vorstand des Gewerbeverein (GVE) Eisenach warnt bezgl. des Bauvorhabens MediaMarkt in Stregda vor einem erneuten Schnellschuss – ähnlich wie vor 3 Jahren mit dem Parkhaus am Markt. Es müssen erst alle Fakten auf den Tisch und dann muss wohlüberlegt entschieden werden. Die von Herrn OB Doht zur Chefsache erklärte Thematik «Tor zur Stadt», ruht seit vielen Monaten. Eine Einigung mit der Becker GmbH zwecks Erschließung und Bebauung liegt in weiter Ferne. Vielmehr wird das Grundstück deutschlandweit vermarktet. Die an diesem Standort dringend benötigten Parkplätze scheinen keinen mehr zu interessieren. Statt das Thema «Tor zur Stadt» konsequent weiterzuverfolgen, widmet man sich schon der nächsten Handelsfläche. Der Vorstand des GVE ist grundsätzlich nicht gegen die weitere Ansiedlung eines namhaften Elektronikers – wenngleich dies auch einzelne Gewerbetreibende schwer treffen wird (Bedarf ist jedoch nochmal zu prüfen). Aber in Summe steigert es die Einkaufsqualität der Stadt und bekanntlich belebt ja Konkurrenz auch das Geschäft. Auch im Handel sieht man die Ansiedlung von H & M in der Eisenacher Innenstadt eher positiv, da sie die Attraktivität weiter erhöht. Und genau dies ist der Punkt. Eine Freigabe für den Bau eines Elektrofachmarktes in Stregda steht diesem positiven Trend zur Stärkung der Innenstadt entgegen, zumindest solange, wie keine abschließende Faktenlage zum Tor zur Stadt herrscht.

Sich in der Argumentation auf die Einschätzung des Projektentwicklers zu stützen, ist mehr als Wage. Vielmehr ist mit ganzer Kraft ein geeigneter Investor für den Standort Tor zur Stadt zu suchen und auch die Nutzung noch einmal komplett zu überdenken!
Der Vorstand des GVE bleibt bei seiner Auffassung von vor 4 Jahren, dass ein Veranstaltungszentrum in Verbindung mit einem Hotel ergänzt um etwas Handels- und Gastronomiefläche sowie mindestens 500 Parkplätze eine sinnvolle Alternative darstellen. Sollte auch eine solche Variante nicht realisierbar sein, muss man konsequenterweise die dringend benötigten Parkflächen evtl. in Verbindung mit einem parkähnlichen Areal anlegen.

Erst wenn man hierzu Klarheit hat, kann man einen Beschluss zum Media-Markt in Stregda treffen. Also bitte liebe Stadträte – einen Schritt nach dem anderen!

Bemerkenswert ist schon die Eile die hier geboten ist. Am kommenden Donnerstag findet erst die Stadtratssitzung zu o.g. Thematik statt. Erst dort wird über das weitere Vorgehen entschieden. Auf den Tagesordnungen des Stadtentwicklungsausschusses (Montag) und des Bauausschusses (Dienstag) ist das Thema MediaMarkt jedoch schon vorab gesetzt.

Eine letzte Frage die wir aufwerfen wollen, ist – ob und inwiefern ein Wechsel der Beratertätigkeit eines Stadtratsmitgliedes hierbei eine Rolle spielt? Die Entscheidungen die zu treffen sind, haben für alle Bürger, Gewerbetreibende und Gäste der Stadt Eisenach weitreichende Folgen. Wir bitten dies zu beachten und appellieren daher nochmal «Bitte kein Schnellschuss, sondern einen Schritt nach dem anderen!»

Rainer Beichler |

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