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 | Bildquelle: © Förderverein der Stadt- und Kurbibliothek Bad Liebenstein e.V.

Beschreibung:
Bildquelle: © Förderverein der Stadt- und Kurbibliothek Bad Liebenstein e.V.

200 Jahre Brunnentempel – Von einer Idee zum Buch

„Was aber meine … person anlangt, wolte ich den Brunn lieber Lateinisch denn Deutsch beschrieben haben. … Aber ich habs dem Deutschen Mann zum besten in dieser Sprache beschreiben sollen, unnd es gemacht, wie ich gewüst.“ So beendete 1610 Andreas Libavius die Vorrede zum „Tractatus Medicus unnd Historia“ über den Sauerbrunnen zu Liebenstein. Für ihn als Professor für Medizin, Magister der freien Künste und Direktor des Coburger Gymnasiums war Latein die Sprache eines Gelehrten. Aus heutiger Sicht verfasste Libavius, wenn auch etwas widerwillig, eine der ersten, wenn nicht sogar die erste Brunnenschrift in deutscher Sprache und stellte damit bedeutende geschichtliche Weichen.

Seit dem Erscheinen der Brunnenschrift sind nun mehr als 400 Jahre vergangen. Trotz der Wirren der Zeitläufe ist aus dem Weiler Suirborn der Kurort Bad Liebenstein entstanden. Libavius, einer der großen Gelehrten seiner Zeit, hat mit dieser Arbeit einen der wichtigsten Grundsteine dafür gelegt. Vieles, was Libavius damals niederschrieb, ist für den heutigen gesundheitsbewussten Leser erstaunlich aktuell, wenn auch weniger die umständlichen Prozeduren einer Badekur als die Ratschläge für eine maßvolle Lebensführung und die Anwendung von Heilpflanzen aller Art sowie anderen Naturmitteln.

Anfang des Jahres 2016 entstand die Idee – anlässlich des Jubiläums „200 Jahre Brunnentempel“ – am 26. August eine der heutigen Zeit angepassten und verständlichen Übertragung der Brunnenschrift  von Dr. Andreas Libavius aus dem Jahre 1610 herauszugeben. Diese „Übersetzung“ war bereits im Zeitraum von 2006 bis 2013 in mühevoller Kleinarbeit durch Frau Ida Henkel und Frau Lydia Herrmann erarbeitet worden. Neben dem Hauptteil, der Brunnenschrift in zeitgemäßen Deutsch, sind aber noch weitere Beiträge ins Buch eingeflossen, die den Leser in die damalige Zeit eintauchen lassen.  Es wird auf das Leben und Wirken von Dr. Andreas Libavius geschaut, auf Herzog Johann Casimir, der diese Arbeit beauftragte und den Liebensteiner Burgherrn Hermann von Stein, von dem Libavius mit höchstem Respekt sprach. Ebenso auf die Sage von der Entdeckung der Liebensteiner Heilquelle und die Geschichte des 1816 auf der Quelle errichteten Brunnentempels runden dieses Buch mit viel Wissenswerten ab.

Die Publikation ist kein Werk eines Einzelnen. Unterstützung erhielt der Förderverein durch verschiedenste Liebensteiner Vereine, der Stadt und vielen Einzelpersonen, aber auch  vom Geschichts- und Museumsverein Zella-Mehlis e.V. und insbesondere dem Heinrich-Jung-Verlag. Durch diese einzigartige Zusammenarbeit der vielen handelnden Personen wurden nicht nur geschichtliche Randbedingungen zusammengetragen, sondern auch für die Illustration des Buches über 60 Abbildungen, einschließlich Zeichnungen und Karten, zur Verfügung gestellt.

Während der Arbeit am Manuskript bemerkten aufmerksame Lokalhistoriker, dass sich der 400. Todestag von Dr. Andreas Libavius, einem bedeutenden Gelehrten seiner Zeit und von 1607 bis zu seinem Tode 1616 erster Rektor des Gymnasiums Casimirianum in Coburg, am 25. Juli jährte – also ein weiterer Grund für die Herausgabe der Brunnenschrift in diesem Sommer.

Buchstäblich nach Redaktionsschluss „tauchte“ Frau Kathrin Röser aus Neustadt bei Coburg mit einer interessanten Ahnentafel auf. Es stellte sich heraus, dass Frau Röser (geborene Amm) eine Nachfahrin mütterlicherseits von Susanna Libavius (am 29. März 1636 in Eisfeld verstorben) ist. Während über den Todestag von Dr. Libavius Klarheit herrscht, gibt es betreffs seines Geburtsjahres verschiedene Angaben:  1550, 1555 und 1558. Selbst Nachfragen des Verlages in Wien, Rothenburg ob der Tauber, Coburg, Halle und Magdeburg zeitigten – trotz großer Hilfsbereitschaft dortiger Archive und Bibliotheken sowie den Hallischen Familienforscher „Ekkehard“ e.V. – leider keinen Erfolg.

Gegenwärtig erfolgt der Druck des Buches. Es wird eine limitierte und nummerierte Auflage werden. „Die Liebensteiner Brunnenschrift von 1610. Von der Heilkraft und der Geschichte des Casimirianischen Sauerbrunnens“ (ISBN 978-3-943552-13-3) wird am Freitag, dem 26. August 2016, zu Beginn der dreitägigen Feierlichkeiten „200 Jahre Brunnentempel“ im KurTheater von Bad Liebenstein vorgestellt. Ab diesen Zeitpunkt kann die 160-seitige Brunnenschrift über den Förderverein der Stadt- und Kurbibliothek Bad Liebenstein e.V., im Buchhandel oder direkt über die Heinrich-Jung-Verlagsgesellschaft mbH zum Preis von 19,90 € bezogen werden.

Foto: Petra Hohmann (Bibliothekarin der Kurbibliothek Bad Liebenstein), Silvio Göring (Vorsitzender des Förderverein), Kathrin Röser (Nachfahrin des großen gelehrten Libavius) und Ida Henkel, (eine der beiden „Übersetzerinnen“ der alten Brunnenschrift) im Palais Weimar.

Andrea T. | | Quelle:

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