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«Auch uns steht das Wasser bis zum Hals»

Liebe Freunde des burgtheaters, liebe Förderer, liebe Kollegen, liebe „Kunden“ in Schulen und andernorts, liebe Vertreter der Presse!

Auch uns steht das Wasser bis zum Hals, gerüchteweise wird sich das schon rumgesprochen haben.

Wir haben bis jetzt die Entwicklung der Eisenach-Meininger Theaterdiskussion abgewartet und geduldig Gespräche geführt in der Hoffnung, dass sich in der neuen Theaterstruktur ein Platz für uns findet.

Die Debatte stagniert, die Luft wird eng, deshalb wenden wir uns hiermit an die Öffentlichkeit.

Seit 1995 sind die Zuschüsse für das freie eisenacher burgtheater, die von der Stadt Eisenach, dem Wartburgkreis und dem Land Thüringen kommen, Stückchen für Stückchen reduziert worden.

Durch Nutzung von Maßnahmen des 2. Arbeitsmarktes, durch „arbeitslos machen“, durch Reduzierung des Theaters auf jetzt vier Schauspieler etc. ist es uns gelungen, bis jetzt zu überleben.

Jetzt, im Jahr 2003, sieht es schwarz aus: das Land Thüringen hat seinen Zuschuss weiter reduziert, zusätzlich liegt auf der Summe eine 15%ige Haushaltssperre, auf der städtischen gar eine von 20 %.
Die GFAW, die den Landeszuschuss für die Stellen des 2. Arbeitsmarktes zahlt, hat die Zahlung ab 1.1.03 komplett eingestellt, und zuletzt ist eine Sekundärfinanzierung über kulturelle Jugendbildung im Wartburgkreis zur Hälfte weggebrochen.

Insgesamt fehlen etwa 43000 €. Leeren wir unseren Sparstrumpf fehlen immer noch ca. 30000 €. Das ist eine Summe, die gemessen am Zuschuss für das Landestheater Eisenach lächerlich wirkt, für uns bedeutet sie das mögliche Aus.

Das Geld reicht bis Ende September 2003. Der Dezember mit den Einnahmen vom Märchen und DINNER FOR ONE trägt sich selber, es gilt also zwei Monate zu überbrücken.

Das würde bedeuten, dass wir zumindest bis Sommer 2004 weiterarbeiten könnten.

Und das wiederum würde die Möglichkeit einer längerfristigen Perspektive eröffnen, wenn das freie eisenacher burgtheater in der sich zur Zeit verändernden Theaterlandschaft in Südwestthüringen einen neuen Platz finden könnte – beispielsweise als Sparte Kinder- und Jugendtheater/Werkstattbühne des Landestheaters Eisenach oder eines Theaterverbundes Eisenach-Meiningen.

Wir benötigen dringend die Unterstützung und Zusagen vom Land und von der Stadt, die Haushaltssperren aufzuheben oder zu umgehen.

Dann fehlen aber immer noch knapp 15000 €. Spenden, Sponsoren für einzelne Produktionen, aber vor allem die Vermittlung von Auftritten könnten diese Lücken schließen.

Allein können wir dieses Projekt nicht stemmen, wir sind auf Hilfe angewiesen.

Deshalb möchten wir am. 3. März 2003 um 20 Uhr in der Kulturfabrik „Alte Mälzerei“ zusammensitzen, um den Stand der Dinge zu besprechen und vielleicht Lösungswege zu finden. Bitte bringt/bringen Sie weitere Interessierte mit.

Ansonsten wird das Theater am. 30. September 2003, kurz nach den Feiern zum 10-jährigen Bestehen schließen.

Mit theatralen Grüßen

Rainer Beichler |

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