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 | Bildquelle: Roland Baege/TU Dortmund

Beschreibung:
Bildquelle: Roland Baege/TU Dortmund

Bachbilder gibt es viele – aber sind sie auch echt?

Bach im Teilchenbeschleuniger

Die klassische kunsthistorische Untersuchung, welche Stile verschiedener Epochen und Maler vergleicht, und die Provenienzanalyse, welche die Überlieferung eines Bildes in Dokumenten verfolgt, wird zunehmend ergänzt durch naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden. So lässt sich mit dem Röntgenspektrum der „Synchrotronstrahlung“, welche in einem Teilchenbeschleuniger erzeugt wird, herausfinden, aus welchen Atomen eine bestimmte Farbe besteht. Findet sich dann an einer weißen Stelle das verräterische Titan, deutet das auf eine Entstehung im 20. Jahrhundert. Denn erst ab ca. 1910 wurde Titandioxid in Farben verwendet.

Am 19.6.15 wurden drei mutmaßliche Bach-Bildnisse im Teilchenbeschleuniger-Ring DELTA an der Technischen Universität Dortmund auf ihre atomare Zusammensetzung hin untersucht. Zwei Bilder hatten 2014 den Besitzer gewechselt: Eines, eine Gouache, ist rückseitig mit   „Joh. Sebast. Bach 1737“ beschriftet und gehört nun einem Privatmann aus Dortmund. Ein weiteres Bild, ein Pastell, das um 1730, also auch zu Lebzeiten Bachs (1685-1750) entstanden sein soll, erwarb das Bachhaus Eisenach. Dieses steuerte außerdem ein auf ca. 1830 datiertes weiteres Bach-Pastell zur Prüfung der Datierung bei. Die Idee zu der röntgenographischen Untersuchung entstand, nachdem Prof. Dr. Metin Tolan, der Leiter der Forschungsstelle am DELTA-Speicherring der TU Dortmund, einen Vortrag über neu aufgefundene Bach-Bilder gehört hatte.

Roland Baege/TU Dortmund

Foto: Roland Baege/TU Dortmund

Foto: V.l.n.r.: Der Dortmunder Bachbild-Besitzer Wolf-Dietrich Köster, Analyst Dr. Alex von Bohlen (ISAS), Prof. Dr. Metin Tolan (Fakultät Physik, Experimentelle Physik I, TU Dortmund) und Dr. Jörg Hansen (Bachhaus Eisenach) begutachten im Kontrollraum des Speicherrings die drei Bach-Bildnisse.

Die Untersuchung, zu dem das DELTA-Team den renommierten Experten Dr. Alex von Bohlen vom Dortmunder Leibniz-Institut für analytische Wissenschaften (ISAS e.V.) hinzugezogen hatte, ergab nun hinsichtlich der beiden Eisenacher Bach-Bilder Entwarnung: Atomar spreche nichts gegen die bislang angenommene Entstehung im 18. bzw. 19. Jahrhundert.

Wir sind erleichtert, dass auf unseren Bildern alles zur bisherigen Datierung passt,

sagt Jörg Hansen, der Direktor des Eisenacher Bachhauses. Besonders freut er sich, dass die Datierung des Pastells von 1830 bestehen bleiben kann.

Es ist damit das früheste bislang aufgefundene Exemplar eines verbreiteten Bachbild-Typus, der Bach sehr verjüngt und fast hoheitlich blickend zeigt,

so Hansen.

Titelfoto: Dr. Michael Paulus (TU Dortmund) positioniert das Dortmunder Bach-Bild an der Strahlenquelle des DELTA-Teilchenbeschleunigers.

Andrea T. | | Quelle:

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